Ausgabemenge wird verringert - Cottbuser Tafel stößt wegen ukrainischer Flüchtlinge an Belastungsgrenze

Fr 25.03.22 | 18:24 Uhr
Ehrenamtliche Helfer in der Cottbuser Tafel
Audio: Antenne Brandenburg | 25.03.2022 | Holger Kessler | Bild: rbb/Daniel Mastow

Wegen einer Vielzahl an Neuanmeldungen von ukrainischen Flüchtlingen stößt die Tafel in Cottbus nach eigenen Angaben an die Grenzen ihrer Kapazität.

143 Flüchtlingsfamilien aus der Ukraine hätten sich bisher bei der Ausgabestelle im Stadtteil Sachsendorf neu angemeldet, sagte Kai Noack, der Geschäftsführer des Brandenburger Albert-Schweitzer-Familienwerks, am Freitag dem rbb. Es betreibt die Tafeln in Cottbus, Spremberg, Welzow (Spree-Neiße), Lübben, Luckau und Golßen (Dahme-Spreewald).

Gleichzeitig kommen laut Kai Noack aktuell weniger Lebensmittel bei der Tafel an. "Wenn ich davon ausgehe, dass in den Supermärkten alles leer gekauft wird, wird natürlich weniger an die Tafeln gespendet." Bei der Cottbuser Tafel sollen nun kleinere Portionen ausgegeben werden, um allen Bedürftigen gerecht zu werden.

Tafel-Chef: Keine Neiddebatte

"Brote schneiden wir zum Beispiel durch, geben halbe Brote aus", teilte Noack mit. Es gebe auch weniger Brötchen und Kuchen für die Einzelnen. "Ich denke, die Menschen sind trotzdem noch sehr dankbar für das, was sie hier erhalten." Eine Neiddebatte gibt es laut dem Tafel-Chef unter den Hilfesuchenden nicht. Die Solidarität untereinander sei sehr hoch und die Menschen aus der Ukraine würden freundlich aufgenommen werden. Es sei allerdings "Wahnsinn", was die freiwilligen Helferinnen und Helfer tagtäglich leisten, sagte Noack.

Die Zahl der Bedürftigen, die in Cottbus auf Hilfe der Tafel angewiesen sind, liegt seit Jahren bei etwa 5.000. Anfang des Jahres wurden zwei neue Ausgabestellen eröffnet.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.03.2022, 15:30 Uhr

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