Krieg gegen die Ukraine - Spreewälder Spargelbauern befürchten Ausfall von Erntehelfern

Do 17.03.22 | 16:36 Uhr
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Spargelköpchen auf einem Feld in Dürrenhofe
Audio: Antenne Brandenburg | 17.03.2022 | Schomber/Wussmann | Bild: rbb/Iris Wußmann

In den Spargelbaubetrieben des Spreewalds wächst die Sorge, dass für die diesjährige Spargelernte nicht ausreichend Erntehelfer zur Verfügung stehen. Das hat eine stichprobenartige rbb-Nachfrage bei Spargelbauern ergeben.

Die meisten Erntehelfer kommen seit Jahren aus Rumänien und Polen. Wegen des Ukraine-Krieges könnten einige als Reservisten zur Grenzsicherung herangezogen werden, statt nach Deutschland zu kommen, heißt es.

Beim Bauernverband weiß man davon noch nichts. Eine derart unsichere Situation zum Saisonstart habe er noch nie erlebt, sagt Gerald Kaltschmidt vom Agrar- und Schäfereibetrieb Preschen, der seit Jahrzehnten Spargel anbaut. Ähnlich äußern sich Spreeewaldbauer Ricken und Eckhard Kuhl, Chef der Spargelbau Sallgast GmbH. Kämen die geplanten Erntehelfer nicht, könne man Konkurs anmelden, beschreibt Kuhl seine Situation.

Spargelfeld in Kremmen, Landkreis Oberhavel
Spargelfeld in Kremmen, Landkreis Oberhavel | Bild: www.imago-images.de

Spargelernte beginnt Ende März

Ende März wollen die Spargelbauern mit der Ernte des Edelgemüses beginnen. Etwas teurer soll der Spargel werden, unter anderm wegen des höheren Mindestlohnes und der Krafstoffpreise.

In Sallgast zum Beispiel wird es ein Plus von zehn Prozent geben, dann kostet das Kilo zwischen acht und 13.50 Euro. In der Hauptsaison dann acht bis elf Euro.

Traditionell endet die Ernte am Johannistag, am 24. Juni. Schon zu Ostern soll es nach Einschätzung der Gemüsebauern genügend Spargel geben. Vorausgesetzt, es kommen die erwarteten hunderten Helfer zum Ernten und Sortieren.

Im Spreewald wird das Saisongemüse in zehn Betrieben angebaut. In Deutschland wächst Spargel auf über 22.000 Hektar. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.03.2022, 14.12 Uhr

30 Kommentare

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  1. 30.

    Ja "diese Personen" kommen über Polen, das ist geografisch und politisch erstmal naheliegend, können ja nicht mio Menschen in Polen bleiben. ,"Diese Personen" würden auch lieber zu Hause bleiben, aber da ist Krieg, wissen Sie!! Und ehrlich gesagt würde ich jemand wie Sie höchst persönlich aufs Spargelfeld abkommandieren. Gruselig was Sie von sich geben, wahrscheinlich gehen Sie selbst garnicht arbeiten.

  2. 29.

    Also ich kann ja auf vieles verzichten; den heimischen Spargel möchte ich aber nicht missen. Und ohne Soljanka geht es auch nicht. Als Ossi habe ich sie zu DDR-Zeiten nie gegessen; merkwürdigerweise habe ich sie erst nach der Wende für mich entdeckt (in einem Lokal in Zingst an der Ostsee).

  3. 28.

    und @Jürgen

    Zitat:"Die meisten Erntehelfer kommen seit Jahren aus Rumänien und Polen. Wegen des Ukraine-Krieges könnten einige als Reservisten zur Grenzsicherung herangezogen werden, statt nach Deutschland zu kommen, heißt es."

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. NOCH gibt es kein Ausreiseverbot, kann aber jederzeit kommen.

  4. 27.

    Sojanka fällt bestimmt nicht weg,ist vielleicht weniger Wurst drin. Denn das ist ein klassisches Reste Essen . Darum war es auch in Grossküchen der DDR so beliebt.




  5. 25.

    Sie können ja mal versuchen, mit 20 Cent am Tag zu überleben. Spargel aus Peru und Chile nach Europa zu karren ist einfach nur asozial und umweltverbrecherisch.

  6. 24.

    Fragen Sie mal die Bauern ob sie Mindestlohn an Unerfahrene zahlen möchte, oder doch lieber Ausländer ausbeuten möchte. Da wurde ja schon letztes Jahr von Seiten der Bauern höflich jede deutsche Hande abgelehnt.

  7. 23.

    Die Bauern heulen nur noch über alles.
    In den 89er standen auch Wasserspiegel auf den Feldern West und Ost.
    Heute heulen die nur noch. Geiz ist geil oder wie?
    Und der Staat sollte ins Essen anstatt an tessler und Co investieren. Essen jeden Tag, Auto muss Luxus werden..... von lieben auS 70000 je Auto

  8. 22.

    Es gibt nach wie vor genug Helfer und Spargel dürfte generell nicht mehr als 2,98 pro 500g kosten peru und Griechenland schafft das auch inkl langen Transport

  9. 21.

    "Es gibt doch genug Leistungsempfänger, warum können die nicht helfen,"

    Also mit Steuergeldern geernteter Spargel. Der sollte dann aber auch günstiger sein, oder?

  10. 19.

    Die Realität tut halt weh. Bin mal gespannt, wie die Kosten für die Flüchtlinge gegenfinanziert werden. Diese Personen kommen aus Polen, einem sicheren Drittland.

  11. 18.

    Ja, das wird ein echt hartes Jahr. Keinen russischen Kaviar, superteures Edelgemüse - oder schlimmer - gar keinen,wenn jetzt noch Boeuff Stroganoff oder Soljanka vll. wegfällt - nicht auszudenken. Katastrophe! Glücklicherweise gibt es sonst keine Probleme.

    *könnte Spuren von Ironie enthalten

  12. 16.

    " da wird die Abhängigkeit von Gas & Öl aus Rußland kritisiert " mangels eigener Vorkommen wird Deutschland immer bei diesen Energieträgern abhängig sein , aber es bestehen auch Abhängigkeiten, die nicht sein müssten : Krankenhaus und Pflegepersonal stehen ganz oben auf der Liste bei osteurop. Helfern, Spahn hatte soger Pflegekräfte aus Mexiko anwerben wollen , Krankenhäuser in Ostbrandenburg hatten versucht in der Pandemie mit Zulagen poln. Ärzte und Krankenschwestern zum Bleiben zu motivieren, andernfalls hätten sie den Klinikbetrieb erheblich einschränken müssen.
    Das sind alles eingenverschuldete Abhängigkeiten, dazu gehört auch die Verlagerung der Pharmaproduktion nach Indien, usw.

  13. 15.

    vor Krieg geflüchtete ukrainische Frauen zum Spargelstechen abkommandieren , ?? damit wir auf das " Edelgemüse" mal nicht verzichten müssen ? unglaublich ! und zynisch

  14. 14.

    Hallo Boris.Welche ukrainischen Frauen meinst du.Ich habe auch Kriegserlebnisse hinter


    mir.Du solltest erst einmal nachdenken,bevor Du solch einen Kommentar schreibst,welche Erlebnisse diese Frauen in den letzten Wochen hinter sich haben.Denke nach.

  15. 13.

    da wird die Abhängigkeit von Gas & Öl aus Rußland kritisiert und bei den Spargelbauern besteht die Abhängigkeit von osteurop. Erntehelfern ( " Kämen die geplanten Erntehelfer nicht, könne man Konkurs anmelden, " )

    eine Saison ohne Spargel ist ökonom. ein kleines Problem ; aber ohne Gas & Öl hat Deutschland ein Riesenproblem

  16. 12.

    Nee das ist theoretisch nicht zuviel verlangt. Die meisten wollen auch gerne bald arbeiten. Es sind viele Fachleute aus dem IT Bereich, pädagogische Fachkräfte auch aus dem medizinischen Bereich Leute dabei und viele Mutti s mit Babys und Kleinkindern. Ich finde das in Kontext mit ihrer abwertenden Wortwahl nur so extrem unangenehm und menschenverachtend rübergebracht! Traumatisierte Frauen in Zwangsarbeit schicken, hatten wir schon mal in Deutschland.

  17. 11.

    Der Einfall ist ja nicht schlecht, aber fragen Sie mal einen Spargelbauern,was der davon hält. Auf so eine Idee kann nur jemand kommen, der noch nie Spargel gestochen hat. So einfach ist das nicht. Allein schon die Arbeitslust der Zwangsverpflichteten verbietet das.

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