Bestände aus zwei Weltkriegen - Bauarbeiter finden Waffenlager am Schloss Senftenberg

Mi 27.04.22 | 17:10 Uhr
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Arbeiten am Fundort des Waffenlagers (Foto: Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.04.2022 | Ralf Jußen | Bild: Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz

Bei Grabungen am Schloss Senftenberg haben Bauarbeiter neben historischen Säbeln, Schwertern und Degen auch eine Waffensammlung entdeckt. Es ist der vielleicht größte Fund in Brandenburg.

Bei Bauarbeiten auf dem Museumsgelände am Schloss Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) ist ein Waffenlager entdeckt worden. Es wurde im Hof der Festungsanlage gefunden, teilte zunächst die Polizeidirektion Süd dem rbb mit. Nach Angaben des Bombenentschärfers Enrico Schnick ist es offenbar der bisher größte Fund in Brandenburg.

Arbeiten am Fundort des Waffenlagers (Foto: rbb/Bachofer)
| Bild: rbb/Bachofer
Archivbild: Die Renaissancefestung Senftenberg in Brandenburg am 30.11.2014. (Quelle: imago images)
Schloss und Festung Senftenberg | Bild: imago images

Bestände aus zwei Weltkriegen

Am Dienstag waren Bagger auf das Waffenlager gestoßen, "im Zuge der Sondierungsarbeiten für den Neubau der Ausstellungserweiterung für unser Museum", sagte Museumssprecherin Saskia Schimtz am Mittwoch dem rbb. Gefunden wurden demnach Waffen aus beiden Weltkriegen. Darunter waren Panzerfäuste, Säbel, Granaten, Maschinengewehre und Munition. "Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass wir Waffen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg finden, man würde annehmen, nur Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg zu finden", so Schimtz.

Gefundene Waffen am Schloss Senftenberg (Foto: Enrico Schnick)
Bild: Enrico Schnick

Es gebe auch bereits eine Erklärung, warum die Waffen an dieser Stelle gefunden wurden. "Das Schloss Senftenberg war zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Militärunterkunft genutzt worden, wurde allerdings verlassen, so dass es hier im Schloss nicht zu Kriegshandlungen kam", so Schimtz. Es gebe die Vermutung, dass die Waffen einfach weggeworfen und zugeschüttet worden waren - "ob von der Wehrmacht oder der Roten Armee, ist unklar."

Für den Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist der Fund "überraschend" und in einem "unerwartetem" Umfang, zumal bereits Untersuchungen auf dem Gelände stattgefunden hätten, sagte Kreis-Sprecherin Nora Bielitz.

Gefundene Säbel liegen im Gras (Foto: rbb/Bachofer)
Bild: rbb/Bachofer

Bauarbeiten müssen ruhen

Um das schwere Kriegsgerät, wie Panzerfäuste, habe sich bereits der Kampfmittelbeseitigungsdienst gekümmert. Es wurde laut Museumssprecherin entsorgt. "Die Dolche und Säbel hat das Museum in sein Depot übernommen." Sie werden jetzt gereinigt und möglicherweise künftig im Museum ausgestellt. Gefunden wurden neben den Waffen auch Töpfe und Keramik aus dem 19. Jahrhundert sowie Asche. Laut der Museumssprecherin deute das darauf hin, dass der Platz wahrscheinlich auch als Müllagerplatz genutzt wurde.

Gefundene Waffen am Schloss Senftenberg (Foto: Enrico Schnick)
Bild: Enrico Schnick

Wegen des Fundes ruhen die Bauarbeiten vorerst für zwei Wochen. Zusammen mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst werde entschieden, wann die Grabungen und Sondierungen weitergehen können.

Die Fortsetzung der archäologischen Arbeiten werde nun von einer Spezialfirma abgesichert und vom Kampfmittelbeseitigungsdienst begleitet, erklärte der Zentraldienst der Polizei. Denn es werden noch weitere Kriegshinterlassenschaften vermutet. "Es sieht so aus, als wären noch Dinge im Boden versteckt", sagte Museumssprecherin Saskia Schimtz. "Was es aber genau ist, kann man nicht sagen."

Mit Informationen von Ronja Bachofer.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.04.2022, 14:40 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Hätten Sie sich die Mühe gemacht, die Fotos zu betrachten, würde vielleicht die Erkenntnis Raum gewinnen, dass es sich um Metallschrott handelt. Bei den Explosivmitteln ist die Gefahr für den Finder, der versuchen sollte diese einsatzfähig zu bekommen, wohl am größten. Und warum das Material erst jetzt gefunden wurde, wie oft, falls vorhanden, graben sie denn ihren Innenhof im Jahr auf eine tiefe von 1 - 2 Metern um?

  2. 7.

    Gute Boulevard-Journalisten wissen, wie man den Leser antriggert, z.B. mit einer Schlagzeile, die eben genau solche Assoziation hervorruft.

  3. 6.

    Sie kennen die Umstände nicht und stellen hier konstruierte Zusammenhänge her, auch um Ihre Ahnungen oder Fragen geht es nicht. Im gleichen Augenblick verharmlosen Sie auch noch Rechtsextreme, die mitnichten vergrabene Fundstücke horten, sondern z.T. tausendfach einsetzbare Munition und Waffen, ob aus NS-Zeit oder nicht. Was für ein völlig deplatzierter und niveauloser Kommentar.

  4. 5.

    Wenn belegt oder bezeugt ist, dass das Waffenlager aus dem 2.Wk ist , stellt sich mir die Frage warum das erst jetzt ausgegraben wurde. Noch dazu, wenn der Ort für jeden zugänglich ist. Andernfalls wäre es wohl ein Zufallsfund und schließlich auch nicht belegt, das das Arsenal aus dem letzten Krieg stammt. Dementsprechend sind das doch nur Mutmaßungen. Und das einige elitäre Kreise an solch speziellen Militariauntensilien Gefallen finden, dürfte auch kein Geheimnis mehr sein.

  5. 4.

    Ist aber ziemlicher Blödsinn. Es ist ein Lager aus dem 2.Weltkrieg. Da waren es noch richtige Nazis und echte Reichsbürger......

  6. 3.

    Ich weiß zwar nicht, was sie glauben, welchen Einsatzwert fast 80 Jahre alte Munition und Waffen haben, ausser, daß sie sich damit u. U Die Hände bei Gebrauch wegsprengen, aber was die von ihnen angeführten Gruppen damit zu tun haben, vor allem da der Fund datiert wurde, erschließt sich nicht ganz.

  7. 2.

    Im Artikl geht es mitnichten um "Reichsbürger oder Neonazis" sondern schlicht und einfach um den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Brandenburger Polizei. Alles klar?

  8. 1.

    Zur Zeit sehr beliebt bei solchen Funden, an Reichsbürger oder Neonazis zu denken.

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