Start in die Saison 2022 - Brandenburger Imker kämpfen mit Faulbrut und steigenden Kosten

Mo 25.04.22 | 16:52 Uhr
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onigbienen fliegen das Einflugloch zu ihrem Bienenstock an (Foto: dpa/Steinberg)
Audio: Antenne Brandenburg | 25.04.2022 | Daniel Mastow | Bild: dpa

Mit den inzwischen milden Temperaturen sind die Honigbienen in die neue Blütensaison gestartet. Damit sich unter ihnen aber nicht die Amerikanische Faulbrut ausbreitet, sollten Imker regelmäßige professionelle Kontrollen durchführen. Dazu hat Bruno Reinter, Vorsitzender des Imkervereins Cottbus und auch Hobbyimker, am Montag im rbb geraten.

Die Bienenseuche, die den Nachwuchs vernichtet, wurde Anfang April in Butzen (Dahme-Spreewald) festgestellt. "Der gute Imker erkennt sie", so Vorsitzende. "Vielleicht ist es bei einigen Imkern nach dem Motto: Ich habe keine Faulbrut, weil ich es auch nicht prüfen lasse. Denn wenn ich Faulbrut habe, bin ich ja ein schlechter Imker", sagte Reinter. Doch das Gegenteil sei der Fall. Imker, die sich mit der Seuche nicht auseinandersetzen würden, könnten der Ansteckungsherd für die Imker der Umgebung sein.

Die Faulbrut gehört zu den anzeigepflichtigen Tierkrankheiten. Erwachsene Bienen können zwar nicht an ihr erkranken, sie aber verbreiten. Dadurch kann es zum Massensterben von Bienenvölkern kommen. Bei dem Imker in Butzen war der Erreger bei elf seiner 16 Bienenvölker entdeckt worden. Die betroffenen Bienen wurden laut Landkreis getötet.

Imkerverband: Honig-Preise steigen

Bei Bruno Reinter sind die ersten Honigbienen inzwischen ausgeschwärmt. Auf seinem Grundstück in Alt Zauche (Dahme-Spreewald) stehen mehrere künstliche Nisthöhlen. In den nächsten Wochen wird sein Bienenvolk kräftig wachsen - von rund 20.000 Bienen im Winter auf etwa 50.000 zur Hochsaison im Juni. "Etwa ein Drittel ist im Flugbetrieb, zwei Drittel haben Innendienst. Die bauen aus, halten sauber und pflegen die Brut", so Reinter. Er geht davon aus, dass sein Preis für ein Honigglas stabil bleiben wird.

Mit steigenden Preisen rechnet dagegen Holger Ackermann vom Brandenburger Imkerverband. Mehrere Komponenten würden für Imker teurer werden, zum Beispiel auch die Gläser und Etiketten, so Ackermann zu rbb|24 am Montag. Dass beim Honigpreis auch der Krieg in der Ukraine eine Rolle spielen könnte, sagte er bereits am Wochenende dem rbb. Von dem Honig, der in Deutschland verkauft wird, kämen nur 20 Prozent aus eigener Produktion. "In den letzten Jahren hat sich die Ukraine als Hauptexporteur für Deutschland oder die EU überhaupt entwickelt", so Ackermann. Der Honig für das Frühstücksbrot sei das eine, hinzu kämen mit Honig und Bienenwachs Produkte, die auch von der Industrie weiterverarbeitet würden.

"Leben ohne Honig ist möglich. Ich sehe da nicht, dass wir in ein Ernährungsdilemma kommen", sagte er. Allerdings würden bei allen Produkten, die knapp sind, die Preise steigen. Das merke der Imkerverband auch schon. "Wenn 2021 bei einem Glas Honig gesagt habe, dass acht Euro in Ordnung sind, sind wir jetzt bei 500 Gramm Honig für neun Euro", so Ackermann. Er wisse, dass es in Brandenburg Preisunterschiede gebe, sagte er rbb|24. Inwiefern am Ende auch der Honig teuer verkauft werde, hänge davon ab, wie wirtschaftlich ein Imker arbeiten wolle oder müsse.

Mit Informationen von Daniel Mastow.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.04.2022, 14:40 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Die Faulbrut tritt schon länger mal hier und mal dort auf. Ich nehme jedes Jahr am Monitoring teil und so werden meine jährlich Bienen getestet.
    Ein großes Risiko ist es übrigens, wenn gutmeinende Mitbürger Honiggläser offen stehen lassen, um die "armen Bienen" zu füttern. Im Importhonig können Faulbrutsporen enthalten sein - für den Menschen ungefährlich - für die Bienen meist tötlich.

    Die Kosten für die Gläser steigen übrigens schon länger, seit der neuen Verpackungsmittelverordnung muss der Imker ja nun die Entsorgung auch gleich mitbezahlen, soweit er eine bestimmte Völkerzahl hält - oder ein Pfandsystem einrichten. Aber welcher Freizeitimker wird sich das leisten wollen?

    Bisher kostete so ein Glas mit Deckel und Etikett ca 35 Cent - mal sehen, wie sich das entwickelt.

    Ich nehme übrigens meine leeren Gläser gern wieder zurück - das spart am meisten. Für alle Beteiligten.

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