Kriminalpolizei Polizeidirektion Süd in Cottbus ermittelt - Leag verstärkt Sicherheit ihrer Anlagen nach Angriffen auf Wasserleitungen

Mo 25.04.22 | 17:35 Uhr
Ein Pickup im Tagebau Jänschwalde (Archivfoto: dpa/Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 25.04.2022 | Thomas Krüger | Bild: ZB

Unbekannte beschädigen am Wochenende Wasserleitungen der Leag in Jänschwalde. Mittlerweile ermittelt die Brandenburger Kriminalpolizei in dem Fall - und die Leag erhöht ihre Sicherheitsvorkehrungen.

Der Energiekonzern Leag verstärkt den Schutz seiner Betriebsanlagen. Hintergrund seien zwei Angriffe in Jänschwalde (Spree-Neiße) in den vergangenen Tagen, teilte das Unternehmen am Montag dem rbb mit - und bestätigt eine Meldung, die im Internet auf einer linksextremen Seite verbreitet wurde.

Laut Leag hätten unbekannte Täter am Sonntag Grubenwasserleitungen im Tagebau Jänschwalde "massiv beschädigt". Eine Woche zuvor, am Ostersonntag, habe es außerdem im Kraftwerk gebrannt. Eine Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden, so ein Leag-Sprecher. "Bei Annäherung des Wachschutzes entfernten sich unbekannte und teilweise vermummte Personen vom Ereignisort."

Nach Angaben der zuständigen Polizeidirektion Süd in Cottbus ermittelt die Kriminalpolizei im Zusammenhang mit der beschädigten Wasserleitung. Im Tagebau seinen Spuren gesichert worden. Der zweite Vorfall von Ostersonntag sei der Polizei bisher noch nicht bekannt gewesen.

Tagebaustopp liegt beim Oberverwaltunsggericht

Wer genau hinter der Beschädigung der Wasserleitung steckt, ist unbekannt. Den rbb erreichte am Montag eine Mitteilung mit dem Absender "Gerechtigkeitvonunten". Darin hieß es: "Am Abend des 23. April bohrten wir im Tagebau Jänschwalde auf einer Länge von fast 500 Metern etwa 20 Löcher in mehrere Wasserleitungen." Als einen Grund für die Taten, die sich die Verfasser der Mitteilung zuschreiben, dass die Leag in dem Tagebau mehr Wasser abpumpt als genehmigt. Die Echtheit des Bekennerschreibens konnte nicht überprüft werden.

Das Verwaltungsgericht Cottbus hatte im März entschieden, dass im Tagebau Jänschwalde ab dem 15. Mai keine Kohle mehr gefördert werden darf. Es gab damit einem Eilantrag der Deutschen Umwelthilfe und der Grünen Liga statt. Auslöser für den Rechtsstreit war, dass die Leag für den Betrieb des Tagebaus Jänschwalde seit Jahren mehr Grundwasser abpumpt als erlaubt.

Ob der Tagebau Jänschwalde tatsächlich ab Mitte Mai gestoppt wird, liegt aktuell in der Hand des Oberverwaltungsgerichtes Berlin-Brandenburg. Der Energiekonzern wehrt sich dagegen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.04.2022, 16:30 Uhr

Nächster Artikel