Fahrt endete bei Cottbus durch Stop-Stick - Polizei stoppt gesuchten Jugendlichen nach kilometerweiter Flucht im Auto

Di 26.04.22 | 14:55 Uhr
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Blick auf die Autobahn 15 bei Cottbus Süd (Archivfoto: dpa/Franke)
Audio: Antenne Brandenburg | 26.04.2022 | Thomas Krüger | Archivfoto | Bild: picture alliance

Die Polizei hat auf der Autobahn 15 bei Cottbus einen Jugendlichen gestoppt, der mit dem Auto geflohen war, nachdem die sächsische Polizei das Fahrzeug in der Nähe von Hoyerswerda (Bautzen) für eine Verkehrskontrolle anhalten wollte. Das teilte die Polizeidirektion Süd in Cottbus am Dienstag mit.

Der 15-Jährige war zuvor aus einer Jugendhilfeeinrichtung verschwunden und als vermisst gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher rbb|24. Nach dem Jugendlichen sei bundesweit gefahndet worden. Für das Fahrzeug, mit dem er unterwegs war, hatte sich der 15-Jährige laut Polizei den Schlüssel beschafft.

Flucht mit erheblichen Verkehrsgefährdungen

Über die Flucht nach der versuchten Polizeikontrolle wurden die Cottbuser Kollegen am Montagabend informiert. "Das Fahrzeug war in Richtung Brandenburg unterwegs, so dass umgehend Fahndungsmaßnahmen eingeleitet wurden", so der Polizeisprecher. Der Jugendliche flüchtete über Bundes- und Landstraßen sowie die Autobahnen 13 und 15, "wobei mehrere erhebliche Verkehrsgefährdungen dokumentiert werden mussten."

Ein Stop-Stick liegt vor einem Auto mit plattem Reifen (Symbolfoto: dpa/picture alliance /rtn - radio tele nord)Symbolbild eines Stop-Sticks

Dass dabei keine Unfälle passiert sind, liege daran, dass die anderen Autofahrer besonnen reagiert hätten. Der Wagen des 15-Jährigen wurde schließlich in einem Baustellenbereich der Anschlussstelle Cottbus-Süd mit einem "Stop-Stick" angehalten, durch den die Luft in den Reifen entweicht. Der Fahrer konnte gestellt werden.

Kripo ermittelt

Gegen den Jugendlichen laufen nun mehrere Ermittlungsverfahren, die von der Kriminalpolizei bearbeitet werden. Dabei geht es unter anderem um das Fahren ohne Führerschein und den gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, so ein Polizeisprecher zu rbb|24.

Der Jugendliche wurde der zuständigen Jugendhilfeeinrichtung übergeben. Wann er dort als vermisst gemeldet wurde und wie lange er bereits bundesweit in Fahndung stand, konnte der Polizeisprecher nicht sagen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.04.2022, 14:30 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Aus Hoyerswerda ist ein Heiminhaber dafür bekannt, dass dort immer wieder Kinder und Jugendliche abhauen. Und immer wieder bringt die Polizei sie zum eigentlichen Konfliktort zurück - ein Netwerk! Die Polizei missachtet dabei Bundes- und Landesnormen. Und würden die Meldepflichten seitens der Justiz und des Heiminhabers in diesem neuen Vorkommnis eingehalten, so würden die Jugendämter und das Jugendministerium in Sachsen davon Kenntnis erhalten und müssten entsprechende Fragen stellen. Der JUnge hat sicherlich genug zu erzählen!!!

    Es darf bezweifelt werden, dass der Junge und seine Familie fachlich und rechtlich hinreichend betreut werden. ...

  2. 5.

    Zitat: "Der Jugendliche wurde der zuständigen Jugendhilfeeinrichtung übergeben. Wann er dort als vermisst gemeldet wurde und wie lange er bereits bundesweit in Fahndung stand, konnte der Polizeisprecher nicht sagen."

    Richtig ist doch: Die Polizei hatte (sich selbst belastende) Gründe, aus einer - wie hier ersichtlich - Öffentlichkeitsfahndung, die angeblich "bundesweit" erfolgte, einfache Basisdaten nicht bekannt zu geben.

    Wenn ich ein Kind, als nicht sichereren Verkehrsteilnehmer in einem PKW auf öffentlichen Straßen durch meherere Bundesländer jage, muss ich als Polizei eine Eigen- und Fremdgefährdung sowie Sachbeschädigung(en) in Kauf nehmen. Damit ist das Mittel der richtigen Wahl aber nicht getroffen. Bei den derzetigen Kraftstoffpreisen hätte sich die Fahrt binner weniger Stunden von alleine erledigt, der HUnger und Durst tun ihr Übriges.

    Im Übrigen muss hier auch gegen den Heiminhaber wegen Verletzung der Aufsichtspflicht strafrechtlich ermittelt werden.

  3. 4.

    Wie jemand Margot Honeckers Folterhöfe loben kann, ist mir unbegreiflich. Wie kann man so verbohrt sein?Ich hatte geglaubt, die Anhänger dieser Verbrecher wären ausgestorben.

  4. 3.

    Die Jugendwerkhöfe der DDR waren Orte von Folter und Terror. Sie sind mit Art. 1 GG und unserem Selbstverständnis als Menschenrechtsstaat nicht vereinbar.

  5. 2.

    Ein vernünftiger Mensch sind sie offenbar auch nicht geworden. Sie müssten wissen, was Jugendwerkhöfe für Jugendliche bedeuten konnten. Deshalb ist Ihre Äußerung frei von Takt und Anstand. Behalten Sie Ihre Meinung einfach für Ihren Biertisch.

  6. 1.

    Für solche “Geister” war doch Jugendwerkhöfe der ehemaligen DDR ein sehr wirksames Mittel. Aus solchen Gestalten wird doch niemals ein vernünftiger Mensch.

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