Neue Details - Auch Waffen aus dem 19. Jahrhundert in Senftenberg gefunden

Do 28.04.22 | 17:19 Uhr
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Gefundene Waffen am Schloss Senftenberg (Foto: Saskia Schimtz)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.04.2022 | Iris Wussmann | Bild: Oberspreewald-Lausitz-Kreis

Am Schloss Senftenberg wird weiter gegraben - und immer mehr entdeckt. Neben den militärischen Funden wurden unter anderem auch ein Steigbügel und ein kunstvoller Kronenleuchter aus der Erde geholt.

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat am Donnerstag weitere Einzelheiten zum Waffen- und Munitionsfund am Schloss Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) bekanntgegeben. Demnach wurde neben dem "typischen Kriegsgerät des Zweiten Weltkrieges" und Waffen aus dem Ersten Weltkrieg auch welche aus der Zeit vor 1900 gefunden. Inzwischen sei auch weiter gesucht worden. "Am Mittwoch brachten die Arbeiten noch einmal etwa 100 Gewehre, teils wieder vor 1900 datiert, zum Vorschein", heißt es in der Mitteilung weiter.

Gefundene Waffen am Schloss Senftenberg (Foto: Saskia Schimtz)
Bild: Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Die ersten Entdeckungen waren am Dienstag während Sondierungsgrabungen für einen Neubau auf dem Museumsgelände gemacht worden. Darunter waren Panzerfäuste, Säbel, Granaten, Maschinengewehre und Munition. "Der Fund ist unerwartet und überraschend groß", so der Landkreis am Donnerstag. Zuvor hatte bereits Bombenentschärfer Enrico Schnick davon gesprochen, dass es offenbar der bisher größte Fund in Brandenburg ist.

Schloss kampflos der sowjetischen Armee übergeben

Das Schloss Senftenberg wurde während des Zweiten Weltkriegs als Militärunterkunft genutzt. "Vermutlich handelte es sich um die ehemalige Flakzentrale aus Ruhland, die nach Senftenberg verlegt wurde", teilte der Landkreis mit. Das Schloss sei zum Ende des Krieges nur noch durch einzelne Kämpfer der Hitlerjugend und des Volksturms besetzt gewesen und sei kampflos der sowjetischen Armee übergeben worden. "Ob sich die deutschen Kämpfer aus Angst vor Sanktionen der Waffen entledigten oder die rote Armee diese entsorgte, kann noch nicht abschließend beantwortet werden", heißt es in der Mitteilung weiter.

Ein gefundener Kronleuchter liegt auf dem Boden (Foto: OSL/Marco Hertrampf)
Ein gefundener KronleuchterBild: Landkreis Oberspreewald-Lausitz

"Weitere Schätze im Boden"

Bei den Grabungen wurden laut Landkreis nicht nur Waffen und Munition entdeckt. "Neben den militärischen Funden waren auch einige weiteren Schätze im Boden verborgen." Demnach haben die Archäologen neben Keramiken, Töpfen, Uniformteilen und einem Steigbügel am Mittwoch auch "einen kunstvollen, dreiarmigen Kronenleuchter" geborgen.

Funde am Schloss Senftenberg (Foto: Saskia Schimtz)
Bild: Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Die Suche geht weiter

Was sich noch alles im Boden am Schloss Senftenberg befindet, ist unklar. Nach Angaben des Landkreises vom Donnerstag werden die Grabungsarbeiten durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst in den nächsten Tagen fortgesetzt. Die eigentlichen Bauarbeiten ruhen vorerst für zwei Wochen. Erst wenn die Kampfmittelräumer die Stelle wieder freigeben, könnten archäologische Arbeiten weiter durchgeführt und beendet werden.

Das Museum Schloss und Festung Senftenberg ist trotz der Grabungsarbeiten geöffnet, teilte der Landkreis mit. Besucher werden aber gebeten, "die Absperrungen weitläufig zu umgehen".

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.04.2022, 17:30 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Vielen Dank! Gerade, weil ich davon keine Ahnung habe, bin ich für solche Hinweise dankbar. Spannend.

  2. 2.

    Das obere Fundstück dürfte ein gebogener Füsilier Offizier Säbel (lnfanterie), das untere ein Pallasch, geführt von den Kürassieren (schwere Kavallerie) kaiserliches Heer ab 1871.

  3. 1.

    Spannend. Besonders würde mich interessieren, von wann die Säbel sind. rbb, bitte dranbleiben!

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