Spree-Neiße - Polizei ermittelt wegen mehrerer Brände in Spremberg

Mi 25.05.22 | 17:11 Uhr
Ein verbrannter Hauseingang in Spremberg (Bild: rbb/Frenzel)
Audio: Antenne Brandenburg | 25.05.22 | Nico can Capelle | Bild: rbb/Frenzel

In Spremberg brennen seit Wochen immer wieder Mülltonnen. Zuletzt brannte aber auch eine Fabrikhalle völlig aus, zwei Kinderwagen in einem Mehrfamilienhaus standen in Flammen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus - und rät zur Wachsamkeit.

Zwei Feuer sind in der Nacht zu Mittwoch in Spremberg (Spree-Neiße) ausgebrochen. Wie die Leitstelle Lausitz und die Polizei mitteilten, gingen gegen drei Uhr mehrere Notrufe von Bewohnern eines Mehrfamilienhauses bei der Feuerwehr ein.

Im Eingangsbereich des Hauses war ein Brand ausgebrochen. Zwei Kinderwagen standen in Flammen. Die Bewohner mussten das Gebäude kurzzeitig verlassen. Verletzt wurde niemand.

Außerdem musste die Feuerwehr in der Nacht wieder zum Gelände des ehemaligen Kohlehofs ausrücken. Dort ist das Feuer in der Fabrik-Halle erneut aufgeflammt. Am vergangenen Sonntag war hier ein Großbrand ausgebrochen.

Ein verbrannter Kinderwagen in Spremberg (Bild: rbb/Frenzel)
Ein verbrannter Kinderwagen in Spremberg | Bild: rbb/Frenzel

Polizei rät zur Wachsamkeit

In Spremberg war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Bränden gekommen, bei denen die Polizei Brandstiftung nicht ausschließen konnte. Im Falle des Feuers im Hauseingang des Mehrfamilienhauses ermittelt die Kriminalpolizei nun explizit wegen schwerer Brandstiftung, sagte Polizeisprecher Thorsten Wendt am Mittwoch dem rbb.

Die Spremberger sollten deshalb achtsam sein, so Wendt. Beim geringsten Anzeichen von Brandstiftung solle der Notruf gewählt werden, um weitere Brände zu verhindern.

Bewohner äußern sich besorgt

Einige Spremberger zeigten sich am Morgen nach dem Brand im Hauseingang sichtlich besorgt. "Die Kinder haben im Kinderzimmer gesessen, haben sich zusammengekauert und geweint", erzählt die Hausbewohnerin Antje Lachmann. "Wir wussten, dass wir hier nicht mehr rauskommen", ergänzt sie. Eine weitere Bewohnerin sagte, dass sie in der kommenden Nacht woanders schlafen müsse - die Kinder hätten zu viel Angst.

Bei einer Umfrage in der Stadt sagten viele Spremberger, sie würden sich nun Sorgen machen, dass es noch häufiger zu solchen Bränden kommt.

Der stellvertretende Bürgermeister Frank Kulik versicherte am Mittwoch, dass bei allen ungewöhnlichen Einsatzlagen der Feuerwehr die Polizei hinzugezogen werde.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.05.2022, 14:42 Uhr

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