Test von Durchfahrtverbot - Cottbuser Altmarkt wird monatelang zur autofreien Zone

Di 10.05.22 | 15:50 Uhr
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Schilder weisen auf die Sperrung des Altmarkts in Cottbus für viele Autofahrer hin (Foto: rbb/Jahn)
Audio: Antenne Brandenburg | 10.05.2022 | Josefine Jahn | Bild: rbb/Jahn

Cottbus macht einen Weg durch die Innenstadt dicht: Seit Dienstag ist die Straße über den Altmarkt für den Sommer komplett gesperrt. Damit wird ein Verkehrsversuch fortgesetzt, der im vergangenen Sommer erstmals durchgeführt wurde. Es gehe darum, den Altmarkt attraktiver zu machen und zu testen, welche Effekte das Durchfahrverbot hat, hieß es.

Die Gegenrichtung vom Stadtteil Sandow in Richtung Berliner Platz über den Altmarkt war bereits zuvor dauerhaft für den Durchgangsverkehr gesperrt. Ausnahmen gibt es für Busse, Bahnen, Taxis, Anlieger, Rettungskräfte und Zulieferer.

Schon im vergangenen Jahr wollte die Stadt mit der vorübergehenden Sperrung des Altmarkts herausfinden, welche Auswirkungen diese beispielsweise auf Händler hat. Mit dem erneuten Versuch erhofft sie sich weitere Erkenntnisse. Geplant sind auch wieder Umfragen und Verkehrserhebungen.

Regelung kommt unterschiedlich an

In Höhe der Cottbuser Sonnenuhr sind neue Verbotsschild aufgestellt. Anlieger dürfen den Altmarkt für Zu- und Abfahrten nutzen.

Bei Cottbuser Kaffeetrinkern und Eisessern kam die vorübergehende Komplettsperrung unterschiedlich an. "Ich finde, man kann mit der bisherigen Regelung ganz gut leben", sagte ein Mann dem rbb. "Die Fahrzeuge fahren nur noch in eine Richtung, und ich empfinde das nicht als störend." Ein anderer freut sich dagegen über die Sperrung: "Allein für die Angestellten in den Cafés, aber auch wenn man hier sitzt und sich unterhält, ist das schon entspannter, wenn hier kein Verkehr ist." Eine Frau fügte hinzu, dass der Altmarkt durch die Neuregelung auch kinderfreundlicher werde.

Auch einige Gastronomen finden die Regelung laut einer stichprobenartigen Umfrage des rbb gut, vor allem, wenn sie regelmäßig die Straße überqueren, um ihre Kunden zu bedienen. Allerdings sei die Testphase im vergangenen Sommer nicht besonders erfolgreich verlaufen, sagte Michaela Kutzer vom Café Lucie. Es habe "nicht so wirklich" funktioniert. "Es sind trotzdem viele Autos gefahren, selbst die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde nicht eingehalten."

Ein Händler, der namentlich nicht genannt werden wollte, berichtete, dass im vergangenen Jahr durch das Durchfahrverbot Kunden ausgeblieben seien, die dann woanders eingekauft hätten. Verkäufer Alex aus dem Elbenwald-Laden berichtete dagegen, dass er keine Auswirkungen bemerkt hätte. Er wäre dafür, dass der Altmarkt dauerhaft autofrei bleibt. "Der Altmarkt ist nicht unbedingt [der Ort], wo Autos langballern sollten. Viele brettern hier wirklich lang, das hört man."

Dauerhaftes Parkverbot

Seit Dienstag gilt außerdem ein Parkverbot an der Berliner Straße zwischen Altmarkt und Neumarkt - das allerdings dauerhaft. Das Parken auf Höhe der Sonnenuhr ist nicht mehr erlaubt. Grund sind laut der Stadt Fahrzeuge, die immer wieder die Straßenbahn behindert haben. "So soll eine höhere Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Straßenbahn erreicht werden", heißt es in einer Mitteilung [cottbus.de]. Weil die Fahrzeuge abgeschleppt werden mussten, sei es regelmäßig zu Verzögerungen im Fahrplan gekommen.

Mit Informationen von Josefine Jahn.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.05.2022, 14:10 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Schon wieder ein Test? Wieviele Testdurchläufe sind denn geplant und was sind die Ergebnisse des 1. Test? Was gibt es denn da so lange zu testen? Der Altmarkt ist weder unattraktiv noch stören die wenigen Autos, die dort durchfahren.

    Wer nicht gerade an der Stadthalle war und in Richtung Sandow muss, fährt dort eh nicht lang, da man nicht selten auf Straßenbahnen warten muss. Wird der Verkehr jetzt auch durch die Klosterstr. geleitet, wie es schon aufgrund der Sperrung von der anderen Seite aus der Fall ist und wie das wohl die Anwohner finden werden ... ?

  2. 1.

    Sehr gut, endlich auch an anderer Stelle, statt nur Berlin. So könnte u.U. ein breiteres Meinungsbild entstehen.

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