Trockenheit und Hitze - Höchste Waldbrandgefahrenstufe für Südbrandenburg erwartet

Fr 17.06.22 | 10:16 Uhr
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Ein Wasserwerfer der Polizei ist im Einsatz bei der Brandbekämpfung eines Waldbrandes in Brandenburg (Symbolfoto: dpa/Kappeler)
Bild: dpa

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt weiter. Für das Wochenende wird mindestens für den Süden Brandenburgs die höchste Gefahrenstufe fünf erwartet. Das sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Reimund Engel, am Donnerstag dem rbb. Bereits zu diesem Zeitpunkt galt in den meisten Landkreisen Stufe vier [mluk.brandenburg.de].

Auch für die kommenden Tage erwartet Engel nicht, dass sich die Situation entspannt. Grund seien fehlender Regen und die angekündigten hohen Temperaturen. Am Samstag werden nach aktuellem Stand bis zu 34 Grad erwartet, am Sonntag im südlichen Brandenburg über 30 Grad. Richtung Prignitz könnte dagegen dann Starkregen für eine Entspannung der Gefahrensituation sorgen.

Gleich drei Feuer sind am Mittwoch in einem Wald zwischen Teupitz und Halbe (Dahme-Spreewald) ausgebrochen. Weil sie kurz hintereinander aufgeflammt seien, bestehe der
Verdacht der Brandstiftung, sagte Engel.

Bei der Waldbrandgefahrenstufe fünf bestehe "höchste Gefahr" so Engel. Ein Rauch- und ein Grillverbot gelte aber bei jeder Gefahrenstufe. Die Landesregierung hätte zwar die Möglichkeit Wälder nun auch zu sperren, doch das lasse sich kaum durchsetzen, so Engel weiter. "Das wollen wir auch gar nicht, denn wir plädieren immer dafür, dass die Leute mit aufpassen", erklärte der Waldbrandschutzbeauftragte.

Wenig Niederschlag, viel Kiefernwald

Für die hohe Waldbrandgefahr in Brandenburg nannte der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte Philipp Haase in einem rbb|24-Interview mehrere Gründe. Demnach gebe es "vergleichsweise deutlich weniger Niederschlag im Nordostdeutschen Tiefland, zu dem Brandenburg und auch Berlin gehören." Deshalb seien beide Regionen im vergangenen Jahr auch wieder die trockensten Bundesländer gewesen.

Dadurch seien die Bäume gestresst, so Haase. Die Niederschläge im Winter hätten nicht gereicht, um die Dürre zu kompensieren. "Hinzu kommt, dass wir in Brandenburg einfach sehr viel Wald haben. Knapp 35 Prozent der Landesfläche sind Wald." Und dieser bestehe größtenteils aus Kiefern. "Dort gibt es eine wesentlich höhere Temperatur auf dem Waldboden als beispielsweise in einem Buchen- oder einem Mischwald", so Haase.

2018 hat es zuletzt am meisten gebrannt

Im Jahr 2021 hatte es im Vergleich zu den Jahren davor in Brandenburg weniger gebrannt, weil es mehr geregnet hat. Im Jahr 2020 gab es laut Umweltministerium 299 Waldbrände auf 118,5 Hektar Fläche. 2019 waren es 417 Brände, denen 1352 Hektar Wald zum Opfer fielen, 2018 bei 491 Bränden 1663 Hektar Wald.

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.06.2022, 13:30 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    ...in der Nähe von Frohnsdorf (bei Treuenbrietzen soll auch gerade der Wald brennen..

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