Anhaltende Trockenheit in Brandenburg - Alle südlichen Landkreise verbieten Wasserentnahme

Fr 17.06.22 | 12:04 Uhr
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Ein ausgetrockneter Abschnitt der Schwarzen Elster (Bild: rbb/Mastow)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.06.2022 | Marie Günther | Bild: rbb/Mastow

Die anhaltende Trockenheit in Südbrandenburg zwingt die Behörden zum Handeln. Alle Landkreise und die Stadt Cottbus haben mittlerweile die Entnahme von Wasser aus Flüssen oder Seen verboten. Es gibt aber Unterschiede.

Wegen fehlenden Regens in Verbindung mit hohen Temperaturen haben mittlerweile alle Landkreise in Südbrandenburg und die Stadt Cottbus die Entnahme von Wasser aus Flüssen, Bächen oder auch Seen verboten.

Dazu sind entsprechende Allgemeinverfügungen erlassen worden. Es gibt allerdings Unterschiede in den einzelnen Regionen.

Cottbus und Spree-Neiße

Der Landkreis Spree-Neiße und die kreisfreie Stadt Cottbus haben ihre Allgemeinverfügungen bereits zu Beginn der Woche erlassen. Hier ist das Abpumpen von Wasser aus Oberflächengewässern allerdings nicht generell verboten. Das Verbot gilt nur tagsüber, in der Zeit von 8 bis 20 Uhr.

Laut einer Sprecherin des Spree-Neiße-Kreises sollen durch das Verbot die Wasserreserven geschont werden. Der Kreis bittet deshalb auch darum, mit dem Grund- und Trinkwasser sparsam umzugehen. "Bei sommerlichen Temperaturen ist die Beregnung von Gärten, Rasenflächen und Sportanlagen unbedingt zu vermeiden, um die Wasserverluste durch Verdunstung gering zu halten", heißt es in der Mitteilung. Stattdessen solle nach 21 Uhr oder in den frühen Morgenstunden gegossen werden, weil es dann für gewöhnlich am kühlsten und die Verdunstung am geringsten ist.

Oberspreewald-Lausitz

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat gleich zwei Allgemeinverfügungen mit Wasserentnahmeverboten erlassen: einerseits für das mittlere Spreegebiet, andererseits für die Schwarze Elster.

Laut einer Mitteilung darf Wasser aus der Spree mit Hilfe von Pumpen nur noch zwischen 20 Uhr abends und 8 Uhr morgens entnommen werden - ähnlich wie in Cottbus und Spree-Neiße.

Für die Schwarze Elster hat Oberspreewald-Lausitz hingegen ein komplettes Entnahmeverbot verhängt. Auch hier gilt das Verbot für das Abpumpen von Wasser. Bei der Schwarzen Elster ist die Trockenheit besonders deutlich spürbar. Ein Teilabschnitt des Flusses ist, wie schon in den Vorjahren, trockengefallen. Der Landesanglerverband hat deshalb damit begonnen, die betroffenen Abschnitte abzufischen.

Elbe-Elster

Im Elbe-Elster-Kreis ist ebenfalls die Wasserentnahme mittels Pumpen untersagt. Hier gilt das Verbot nicht nur für bestimmte Gewässer, sondern für alle. Auch einen Zeitraum, in dem das Abpumpen gestattet ist, etwa nachts, ist vom Landkreis nicht festgelegt worden.

In den Flüssen und Seen des Kreises seien mittlerweile kritische Wasserstände erreicht, heißt es vom Kreis. In Verbindung mit den hohen Temperaturen bestehe die Gefahr erheblicher Beeinträchtigungen des ökologischen Zustands der Gewässer, so die Mitteilung.

Der Landkreis will das Verbot verstärkt kontrollieren und weist darauf hin, dass ein Verstoß gegen die Allgemeinverfügung mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.

Dahme-Spreewald

Als letzter südbrandenburger Landkreis hat Dahme-Spreewald am Freitag eine Allgemeinverfügung erlassen. Die Witterung habe im Einzugsgebiet der Spree und am Oberlauf der Dahme zu sehr geringen Durchflüssen geführt, so der Landkreis. Dahme-Spreewald geht laut der Mitteilung nicht von einer schnellen Entspannung der Lage aus.

Auch Dahme-Spreewald verbietet deshalb die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern mit Pumpen. Hier ist das Abpumpen allerdings nachts erlaubt. Das Verbot gilt nur tagsüber von 8 bis 20 Uhr.

Zudem gilt das Verbot nicht im gesamten Landkreis. Insbesondere der Spreewald soll offenbar geschont werden. Betroffen sind die Gemeinden Märkische Heide und Heideblick, das Amt Unterspreewald, das Amt Lieberose/Oberspreewald, die Stadt Lübben und die Stadt Luckau.

Alle Allgemeinverfügungen der Landkreise gelten vorerst bis auf Widerruf. Sie sind daher nicht zeitlich beschränkt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.06.2022, 11:30 Uhr

25 Kommentare

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  1. 25.

    Wenn Sie den Gastrobereich mit Niedriglohnarbeitsplätzen als modernen Strukturwandel bezeichnen wundert mich das. Sinnvoll wären Ansiedlung von gut Firmen mit gut bezahlten Arbeitsplätzen, wie zB das Kathodenwerk von BASF oder die Aufbereitungsanlage für Lithium. Dazu dann Mischwälder und Landwirtschaft.

  2. 24.

    Einerseits Wasserknappheit, andererseits riesige Verdunstungsflächen mit "hochbezahlten" Arbeitsplätzen im Gastro-
    - und Touristikbereich. Dann lieber doch möglichst naturnahe Brandenburger Wälder, nicht die gewohnten Kiefermonokulturen, aber auch Landwirtschaft. Mittlerweile ist die LEAG auch davon "überzeugt" worden, nicht nur die Billiglösung zu praktizieren

  3. 23.

    Es ist wie mit allem, die Großen die Industrie, (speziell die Kohleindustrie)
    machen was sie wollen und bezahlen Centbeträge fürs Wasser und der kleine Verbraucher(Steuerzahler) der ab und an mal seinen Garten bewässert muss Sparen, Sparen, Sparen. Wer sich weigert wird mit bis zu 50.000 € bestraft.
    Auch ist es absolut nicht unerheblich welche großen Mengen die künstlich angelegten Seen an Wasser verbrauchen.
    Mich würde mal interessieren ob es eine mathematische Untersuchung eines Institutes zum Wasserverbrauch vor und nach der Erschaffung der künstlichen Seen gibt?
    Ich weiß das es auch zu DDR-Zeiten Wasserknappheiten gab, so gravierend wie heute, über Jahre, waren sie damals nicht. Auch hatten wir damals nicht diese Ambitionen in jeder Stadt in der Lausitz einen Badesee zu erschaffen der einen Zufluss hat doch keinen Abfluss hat.
    O.K., wenn wir sparen müssen dann alle, nicht nur der Bürger mit seinem kleinen Garten oder der in einer Gartenanlage.



  4. 22.

    Normalerweise ja. Geologisch alle Gebiete aus dem Landschaftsgebiet Fläming südlich von Luckenwalde. Und in jedem Fall alle Gebiete außerhalb des sogenannten "erweiterten Speckgürtels" südlich von Jüterbog. So würde ich das definieren.

    Der Fläming ist generell ein wasserarmes Gebiet. Im niederen Fläming zeigt sich das am stärksten. Bin dort aufgewachsen und kenne die Problematik.

  5. 21.

    Also keinen Strukturwandel mit schönen neuen grossen Seen in der Lausitz ? Stattdessen Brandenburger Wälder und Äcker ?

  6. 20.

    Das freut mich für die Einwohner und ich hoffe die Seenlandschaft bleibt lange erhalten. Ein schönstes Wochenende.

  7. 19.

    Tesla und Wasserverschwendung? Die Wasserverschwender sind Braunkohletagebaue und die Kohlekraftwerke! Schauen Sie mal realistisch ohne verkniffen Blick auf die im Internet zur Verfügung stehenden Fakten!

  8. 18.

    Und damit fördern Sie noch weiter die Wasserknappheit. Wenn Sie sich anschauen wollen wie Rekultivierung geht, dann fahren Sie ins rheinische Braunkohlenrevier. Aus ehemaligen Tagebauen wurden wieder Ackerland und Wälder. Seen sind die billigste Lösung und zudem sehr große Reflexionsflächen für die Sonne. Sie bringen nichts für Grundwasserspiegel vielmehr führen sie zu weiterer Wasserknappheit. Denken Sie an den Artikel zum sog Ostsee der bei RBB24 zu lesen war.

  9. 17.

    "Gehört Teltow-Fläming nicht zu Südbrandenburg"
    In LDS ist am Mittellauf der Dahme Schluss. Auf der Höhe gibt es in TF keine Zuläufe, die vorher ausgetrocknet sind.

  10. 16.

    "Selber schuld," Warum holen Sie nicht einfach mal eine Landkarte raus.
    Vermutlich ist der aktuelle Waldbrand in Treuenbrietzen auch Schuld von Tesla.

  11. 15.

    Die Leag darf sogar 114.000 Millionen Liter Wasser abpumpen. Ich glaube aber nicht, dass Schmiergelder geflossen sind, damit das Bergbauamt sich die Zahlen nicht so genau anguckt. Dafür profitieren die Einwohner jetzt von der schönen neuen Seenlandschaft.

  12. 14.

    Gehört Teltow-Fläming nicht zu Südbrandenburg oder warum wurde der Kreis hier ausgespart?

  13. 13.

    "Verbot für die Gartenbewässerung aus Seen und Flüssen sollte immer gelten."
    Ich denke, die Flusswassernutzung sollte der Grundwassernutzung, wenn möglich, vorgezogen werden. Das Wasser ungenutzt ins Meer abfließen lassen, ist vermutlich nicht die bessere Alternative. Natürlich sollte die Nutzung im Rahmen dessen bleiben, was sich aus dem Schöpfrecht ergibt, Pumpen gab es da jedenfalls noch nicht.

  14. 12.

    Sobald die Spree vor Beeskow in den Landkreis LOS einbiegt ist alles wieder in Ordnung?

  15. 11.

    Wassermangel = sekundär. Die Hitze ist der Verursacher…

  16. 10.

    Wieso müssen Sie unter Tesla leiden? 30 Mio m³/a verdampft allein das Kraftwerk Jänchwalde im Süden Brandenburg, Tesla hat nur 1,45 Mio m³/a der 4 Mio m³/a Wasser zugeteilt bekommen, die der lokale Wasserversoger mehr fördern darf. Ein paar Kilometer westlich von Tesla betreibt ein anderer lokaler Wasserversorger Brunnen, um das geförderte Wasser gleich in die Vorflut zu geben. Hätte die WSE bei dem angefragt, hätten die vielleicht auch eine positive Antwort bekommen, aber den Vorsteher des Verbandes ziemlich blamiert. Die Belastung für die Versorger allgemein entsteht durch die übermäßig hohen Verbrauchsspitzen gerade in den frühen Abendstunden. Der erwähnte Versorger westlich förderte im vergangen Sommer bekanntlich an zwei Tagen mehr Wasser als Tesla im ganzen Jahr benötigt.

  17. 9.

    Und was genau haben die Bürger der Landkreise mit der Entscheidung der Landesregierung zu tun?
    Sie wurden weder befragt oder um Entscheidung ersucht und haben auch keine Schmiergelder erhalten!
    Selten so einen affigen Post gelesen....Glückwunsch!

  18. 8.

    Selber schuld, wer sich ein Unternehmen holt, das jährlich 465 Millionen Liter Frischwasser braucht.

  19. 7.

    Das die Wasserentnahme für Anrainergärten bisher möglich war, wußte ich nicht. Verbot für die Gartenbewässerung aus Seen und Flüssen sollte immer gelten. Bei Unternehmen, sollte dies mit zusätzlichen Kosten beauflagt und die Gelder für wasserwirtschaftliche Maßnahmen eingesetzt werden.

  20. 6.

    Kann man ja mal probieren...allerdings fällt damit der wichtigste Stromerzeuger aus. Auf die Tagesschau danach wäre ich gespannt.

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