Waldbrand bei Mühlberg - Brände unter Kontrolle - auf sächsischer Seite jetzt Panzer angefordert

So 26.06.22 | 21:20 Uhr
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An der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen kämpft die Feuerwehr gegen einen Waldbrand. (Quelle: dpa/Julius-Christian Schreiner)
Audio: rbb24 Inforado | 27.06.22 | Sebastian Schiller | Bild: dpa/Julius-Christian Schreiner

Der Waldbrand bei Mühlberg ist unter Kontrolle, am Sonntagabend wurde die Großschadenslage beendet. Auf sächsischer Seite brennt es im munitionsbelasteten Gebiet weiter. Dort sollen jetzt zwei Pionierpanzer der Bundeswehr Schneisen schlagen.

Nach der Eindämmung des großen Waldbrandes bei Mühlberg (Elbe-Elster) ist am Sonntagabend die Großschadenslage aufgehoben worden. Das sagte Brandenburgs Waldbrandschutz-Beauftagter Raimund Engel am Abend dem rbb. Der Waldbrand sei auf Brandenburger Seite unter Kontrolle, es würden keine größeren Brände mehr wahrgenommen, nur vereinzelt gebe es noch Glutnester.

300 Einsatzkräfte waren laut Engel am Sonntag noch vor Ort. Am Abend übergab der Landkreis Elbe-Elster die Einsatzführung an die Verbandsgemeinde Liebenwerda.

Auf sächsischer Seite brenne es allerdings weiter in einem munitionsbelasteten Gebiet. Dort seien als neue Maßnahme nach Angaben von Engel zwei Pionierpanzer der Bundeswehr angefordert worden, um Schneisen zu schlagen.

Der große Waldbrand an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze

Am Sonntag flackerten immer wieder Glutnester auf, so dass auch erneut Rauch über dem Gebiet zu sehen war. Die Flächen wurden gezielt bewässert, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Insgesamt ist der Waldbrand an der brandenburgisch-sächsischen Landesgrenze aber unter Kontrolle.

Das Feuer war am Donnerstag in der Gohrischheide in Sachsen ausgebrochen und hatte sich am Freitag in Richtung Mühlberg ausgeweitet. Mehr als 800 Hektar standen zeitweise in Flammen - davon 350 Hektar auf Brandenburger Seite.

In Sachsen hatten es die Einsatzkräfte sehr schwer

Auf sächsischer Seite brannte es am Sonntag nur noch auf einer Fläche von zwei bis drei Hektar. "Wir haben im Kernbereich in der Gohrischheide noch einen Brand, der sich gemächlich ausbreitet", berichtete Einsatzleiter Matthias Heydel von der Feuerwehr Zeithain.

Dort kämen die Einsatzkräfte allerdings überhaupt nicht heran, sagte Heydel. Der Brandort liege mitten im Naturschutzgebiet, sei zugewachsen und auf Wegen nicht zu erreichen. Das Feuer werde per Drohne überwacht und solle an einer Brandschneise von den Löschkräften empfangen werden. Bei günstigen Windverhältnissen bestehe zudem die Chance, dass sich dieses Feuer einfach totlaufe.

Kommunikationsprobleme und eine Evakuierung, die es anscheinend nie gegeben hat

Rückblickend bleiben im Zusammmenhang mit den Evakuierungen am Freitagabend offene Fragen. Zunächst wurde die zu Bad Liebenwerda gehörende Ortschaft Kosilenzien geräumt. Das ist belegt.

Unklar blieb, ob auch der Nachbarort Kröbeln tatsächlich evakuiert wurde. Nach Angaben der Feuerwehr-Leitstelle in Neuburxdorf sei am frühen Freitagabend entschieden worden, dass auch Kröbeln geräumt werde. Wenig später wurde auch Vollzug gemeldet. Nachdem sich die Gefahrenlage wieder etwas beruhigt hatte, teilte ein Sprecher des Landrates Elbe-Elster schriftlich mit, dass die Bewohner beider Ortsteile ab 21 Uhr wieder in ihre Häuser zurückkehren dürften.

Die Evakuierung von Kröbeln hat es offenbar aber nie gegeben, denn wie mehrere Einwohner dem rbb unabhängig voneinander berichteten, habe man aufgrund der Medienberichterstattung bis in die Abendstunden auf gepackten Koffern gesessen. Einen offiziellen Aufruf, das eigene Haus zu verlassen, habe es aber nicht gegeben.

Auch Feuerwehrleute bestätigten dem rbb Kommunikationsprobleme, insbesondere zwischen den Feuerwehr-Leitstellen in Sachsen und Brandenburg. So hätten die Feuerwehren in Brandenburg streckenweise nicht gewusst, wie die Lage im sächsischen Teil des insgesamt rund 800 Hektar großen Waldbrands gewesen sei, wie viele Feuerwehrleute vor Ort seien oder in welche Richtung sich die Flammen möglicherweise ausbreiten könnten.

Der Großbrand war am Donnerstag in der Gohrischheide in Sachsen ausgebrochen und hatte sich am Freitag in Richtung des brandenburgischen Mühlberg (Elbe-Elster) ausgeweitet. Warum das Feuer ausgebrochen ist, ist noch unklar.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 25.06.22, 19:30 Uhr

Mit Material von Sebastian Schiller

20 Kommentare

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  1. 20.

    Eingedämmt und unter Kontrolle? Mehr oder weniger kann ich da nur sagen. Die Kameraden kämpfen immer noch unermüdlich in 12Std Schichten gegen den Brand. Die Tatsache daß auch weiterhin Glutneseter auflodern und neue Brände entstehen sollte man nicht außer acht lassen. Die Gefahr ist noch nicht eingedämmt und könnte auch in 3 Tagen noch eine Rolle spielen sollte nicht bald Regen kommen.

  2. 19.

    Das Wort Kommunikationsprobleme beschreibt in der Mehrheit zwischenmenschliche Missverständnisse und seltener technische Probleme.

  3. 18.

    Ja, ALLEN Einsatzkräften ein dickes Danke für die unermüdliche Arbeit, stundenlang. Was da in letzter Zeit alles gebrannt hat (Beelitz, Treuenbrietzen, Rheinsberg, Bad Libenwerder, ...), wieviel Einsatzkräfte , auch von weit her, bei den Bränden überall voll Power geben mußten.
    DANKE für euer Durchhaltevermögen, um uns zu "retten" !!!

  4. 17.

    Die Umrechnung der Größenangaben für Flächen wurde schon früh in der (DDR)- Schule gelernt und gehörte einfach zum Mathematikuntericht, die auch oft genug abgefragt wurde. Solche bildlichen Vergleiche mit Fußballfeldern und ,,halb so groß wie jenes Bundesland"", sind heutzutage einfach nur lächerlich .... und spiegeln teilweise die Bildungsqualität wieder...

  5. 16.

    Interessanterweise meinte ein Freund, der in Fahrland wohnt und mit dem ich gerade chattete, er würde dort nicht riechen.

  6. 15.

    Wir haben den Brandgeruch selbst in Lauchhammer in der Luft gehabt, südlicher OSL Kreis.

  7. 14.

    "Dies entspräche dann z.B. 2 x 4 km. Damit sollten viele mehr anfangen können." Ja, ist besser. Alternativ könnte man auch die Größe einer passenden Innenstadt nehmen - Innenstadt von Frankfurt/O. könnte etwa passen als Vergleich.

  8. 13.

    Korrekturhinweis: "Holzpoller"
    Das sind Holzpolter.
    Poller stehen an der Strasse :)

  9. 12.

    Die Größenvergleiche sind immer interessant. Aber es sind weder 1300 Fussballfelder, sondern ca. 1100 (wobei man hiermit keinen vorstellbaren Größenvergleich herbeizieht), noch ist es mit dem Saarland vergleichbar, welches ca. 300 mal so gross ist, wie dieser Brand. Aber vielleicht kann mann die 800 ha in Quadratkilometer wandeln, was 8 ergibt. Dies entspräche dann z.B. 2 x 4 km. Damit sollten viele mehr anfangen können.

  10. 11.

    Sowas passiert, wenn Parteiengerangel und Quotenschieberei die eigentliche Verantwortung für dieses Land überdecken. . Mehr gemeinsames Engagement für alle Bürger und ein realistischer Blick, für das, was alles schief läuft, statt Eigenlob und Diätenerhöhungen, wären dringend angesagt.

  11. 10.

    Es war die gesamte Landesregierung, die keinen Bedarf für das europäische Katastrophenschutzzentrum inkl. Löschflugzeugstaffel in Welzow gesehen hat. Das die EU, soweit bekannt, wohl auch finanziert hätte. Ein Großteil der Infrastruktur wie Rollbahn und Hangars wäre vorhanden gewesen, es wären einige hochqualifizierte Arbeitsplätze entstanden. Aber die Fachleute in der Regierung wußten es besser, mal wieder.

    Merkwürdig auch, daß der MP gerade jetzt wieder Hilfe vom Bund bei der Munitionsberäumung fordert, nach dem Ende der letzten Waldbrandsaison war ihm das scheinbar nicht so wichtig.

    Der Brandgeruch war auch in Cottbus deutlich wahrnehmbar, wie schon bei den letzten Großbränden der vergangenen Jahre in der Lieberoser Heide und bei Jüterbog, bei zweiterem war gar der Himmel dunkel.

  12. 9.

    Ich lese:
    "Kommunikationsprobleme, insbesondere zwischen den Feuerwehr-Leitstellen in Sachsen und Brandenburg."
    Das ist doch jetzt Realsatire?!
    Wie verfeuern Mensch und Material auf ausgedörrtem Muni-belastetem Gelände und sind nicht in der Lage eine Kommunikation zwischen den zuständigen 2 - in Worten ZWEI - Leitstellen aufzubauen?

    Ja mir ist bewusst, das es dabei nicht nur um eine 2Draht-Kupferleitung geht. Aber mal ehrlich: das ist doch schlimmer als vor 89 - Da funktionierte sogar der Gemeinschaftsanschluss. -> Wikipedia für die Jüngeren, die das nicht kennen.

  13. 8.

    Ich möchte einfach Mal allen Feuerwehr-Leuten meinen Dank und Hochachtung aussprechen!

  14. 7.

    Wenige Stunden vor Mitternacht auch in Frankfurt/O. sehr deutlicher Brandgeruch.

  15. 6.

    Tja, so wird’s nun wohl bis Oktober weitergehen. Bald sind alle Feuerwehrleute komplett überlastet und im Winter dann an Burn-Out erkrankt und das Wasser ist alle. Aber macht nur weiter so mit dem Klima. Bissl Hitze im Sommer ist ja sooo normal.

  16. 5.

    Danke für's "am Ball bleiben".
    Hoffentlich kann schnellstmöglich wieder aufgeforstest werden.
    Und auch wenn man sonst übers Land fährt ist es traurig anzusehen - viele komplett verdorrte Wiesen.
    : (

  17. 4.

    Stübcken, der der Welzows internationale Löschflugzeugstaffel verhindert hat, der Experte in Sachen Klimawandel und Brandbekämpfung.

  18. 3.

    Also mir sind SI-Einheiten sehr viel lieber als Fußballfelder oder Angaben wie 'Halb so groß wie das Saarland'.

  19. 2.

    Es hat nicht nur bis Teltow-Fläming gerochen.
    Gegen 0:16 Uhr war der Geruch auch sehr gut wahrnehmbar in Zehlendorf. Er ist unverwechselbar.

  20. 1.

    Schade, das eine Vergleichsgröße fehlt. Auch wenn sich ein Kloogschieter darüber aufgeregt hat, aber fast 1300 Fußballfelder geben das Ausmaß der Zerstörung vorstellbarer wieder.

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