Großschadenslage ausgerufen - Waldbrand in der Lieberoser Heide fordert Einsatzkräfte heraus

Mo 04.07.22 | 22:31 Uhr
  51
Ein Feuerwehrmann löscht am 04.07.2022 einen Brand in der Lieberoser Heide. (Quelle: rbb/Josefine Jahn)
Audio: rbb24 Inforadio | 05.07.2022 | Holger Keßler | Bild: rbb/Josefine Jahn

In der Lieberoser Heide ist ein Waldbrand ausgebrochen. Zunächst breiteten sich die Flammen zügig aus - eine Fläche von 13 Hektar ist betroffen. Der Einsatz gestaltet sich schwierig, ein Hubschrauber muss wegen eines Defekts am Boden bleiben.

Dieser Beitrag wird nicht mehr aktualisiert. Alle neuen Entwicklungen beim Brand in der Lieberoser Heide erfahren Sie hier.

Der Waldbrand in der Lieberoser Heide im Landkreis Dahme-Spreewald stellt sich als Herausforderung für die Einsatzkräfte dar. Inzwischen brenne es auf einer Fläche von 13 Hektar, wie der rbb von der Einsatzzentrale erfuhr. Die Situation könne sich angesichts der anhaltenden Trockenheit weiter verschärfen, sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel am Montagabend rbb24 Brandenburg Aktuell.

Die Feuerwehr versuche den Brand mit einem Großaufgebot einzudämmen, sagte Kreisbrandmeister Christian Liebe dem rbb. Weil das Areal aber munitionsbelastet ist, könne der Brand nur aus größerer Entfernung oder aus der Luft bekämpft werden. Es seien rund 100 Feuerwehrleute sowie 26 Fahrzeuge im Einsatz.

Ein Hubschrauber der Bundespolizei kann wegen eines technischen Defekts derzeit nicht fliegen. Er soll am Dienstag durch einen neuen Hubschrauber ersetzt werden, wie rbb-Reporter erfuhren.

Zudem beobachtet ein Hubschrauber der Brandenburger Landespolizei die Lage durch Kontrollflüge. Außerdem unterstützen das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter Unfallhilfe Südbrandenburg die Löscharbeiten. "Wir bereiten uns auf einen langen Einsatz vor", sagte Kreisbrandmeister Liebe.

Brand in der Lieberoser Heide am 04.07.2022. (Quelle: rbb/Josefine Jahn)
| Bild: rbb/Josefine Jahn

Bislang drohen keine Evakuierungen

Nach Angaben von Raimund Engel befindet sich das Feuer nicht in der Nähe einer Wohngegend. Er gehe deshalb auch nicht davon aus, dass es zu Evakuierungen kommen werde. Der am nächsten gelegene Ort ist Butzen, ein Ortsteil der Gemeinde Spreewaldheide, mit knapp 200 Einwohnern.

Seit 13:30 Uhr gilt das Feuer als Großschadenslage, hat der zuständige Landkreis Dahme-Spreewald mitgeteilt. In dem Landkreis gilt, ebenso wie in Teltow-Fläming und Elbe-Elster, derzeit die Waldbrandgefahrenstufe vier. Das ist die zweithöchste Einstufung.

 

Hubschrauber der Bundespolizei, der am 04.07.2022 neu betankt wurde, um in der Lieberoser Heide weiterhin im Einsatz zu bleiben. (Quelle: rbb/Josefine Jahn)

Zuletzt hat es 2019 in der Lieberoser Heide gebrannt.

In ganz Brandenburg gab es nach Angaben Engels in diesem Jahr bereits 300 Brände. In den letzten Jahren hat es in der Lieberoser Heide, die rund 30 Kilometer nördlich von Cottbus liegt, immer wieder gebrannt, letztmalig 2019. Löscharbeiten in diesem Areal sind schwierig, weil es sich dabei um einen früheren Truppenübungsplatz handelt und das Gelände bis heute munitionsbelastet ist.

Brandenburg hat den größten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten in Deutschland. Es gibt Konversionsflächen - Gebiete, die vom Abzug der russischen Truppen belastet sind - sowie einst militärisch genutzte Flächen. Auf 350.000 Hektar werden immer noch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet.

Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen den Brand in der Lieberoser Heide am 04.07.2022. (Quelle: rbb/Josefine Jahn)

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.07.2022, 16.30 Uhr

51 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 51.

    Das hat nix mit Nostalgie zu tun. Nachhaltigkeit wäre ein passenderer Begriff. Wie robust ältere Fahrzeuge auf Grund ihrer einfachen Technik sind, kann man immer wieder bei Bildern aus Afrika und Asien sehen. Insbesondere IFA war da sehr gefragt weil einfach und preiswert.
    Auch das Thema Unterfinanzierung ist nicht ganz korrekt. BB hat in den letzten Jahren viel in Technik investiert, vielleicht noch nicht auf jedem Dorf aber schon deutlich besser als noch vor 5 Jahren. Viel mehr gibt der Markt aber auch nicht her.
    Ich denke viele Feuerwehren wären derzeit froh, wenn es die alten Agrarflieger incl. Piloten noch geben würde.

  2. 50.

    Silvio, ich würde sagen, das Feuerwehrleute keine Nostalgiker sind. Sie sind erfahren genug einzuschätzen, was gegen Waldbrände gut ist und funktioniert, solange man die Fahrzeuge noch am laufen halten kann. Ich habe bei Waldbränden auch noch Tatras mit sehr großen Wassertanks erlebt. Da kam kein moderner LKW hin. Umsonst sind die Dinger im Motorsport bei Trail- Wettkämpfen so beliebt. Im Grunde genommen ist eine gesunde Mischung von funktionierter Technik wichtig. Im übrigen sollte man nicht soviel über schweinhaft teure Flugzeuge diskutieren sondern den örtlichen Feuerwehren beim Austausch alter Technik
    gegen einsatzfähige neue Technik helfen. Als Förster habe ich etliche Brände erlebt und denke genug Erfahrung in 30 Jahren gesammelt zu haben. Das Grundübel ist doch , wie schon geschrieben, ein vernünftiges Netz an befahrbaren Wegen mit zB. daneben liegenden gemulchten Waldbrandstreifen, sowie Löschwasserbrunnen direkt vor Ort.

  3. 49.

    Der IFA W50 TLF ist und bleibt das beste Waldbrandfahrzeug.
    Ein hoch auf die Ostdeutschen Ingenieure.

  4. 48.

    Nicht mehr in den 70er....und warum haben bis heute einige nicht begriffen was Klimawandel bedeutet? Zu ignorant, zu dumm oder beides?

  5. 47.

    Ja, Dampflokomotiven aus der DDR entsprechen auch noch den gängigen Vorschriften und dürfen im Fahrgastverkehr bei Museumsbahnen eingesetzt werden. Dennoch ist das keine zeitgemäße Technik mehr. Sagen sogar Feuerwehrleute: Für die alten DDR-Nutzfahrzeuge wird es z.B. immer schwieriger, noch Ersatzteile zu bekommen und die Wagen wirtschaftlich zu betreiben. Man sollte da nicht in Nostalgie verfallen, nur weil einem die Fahrzeuge an frühere Zeiten erinnern. Wir leben im Heute und Jetzt und nicht in den 70er / 80er Jahren.

  6. 46.

    Was hat der gute Wihelm 50 mit Unterfinanzierung zu tun.
    Eine gut gepflegte Maschine muss man nicht bis zum auseinanderfallen nutzen, weil sie nicht zwingend auseinanderfallen muss. Solange sie geltenden Mindestanforderungen entspricht ist das völlig ok und gehört eben nicht ins Museum.

  7. 45.

    @ Björn, ich weiß das schon aber mein Hinweis zielt auf etwas anderes

  8. 44.

    Wenn ich schon lese, Munitionsbelastet aus dem 2 Weltkrieg, muss ich fast anfangen zu lachen.
    Es brennt auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der Russen!!! Die sind Jahrzehnte lang da durchgewatschelt, das was da jetzt noch rumliegt haben die da vergraben oder liegen gelassen!!!

  9. 43.

    Die Lieberoser Heide war ein Panzer-Truppenübungsplatz und wurde später ein sehr großes Schutzgebiet. Dort befinden sich sehr große offene Binnendünenbereiche, Heidebereiche, Kiefernvorwaldstadien und Kiefernbestände. Das Gebiet hier bei Butzen ist dann besonders: mit kleinen Moorbereichen in der Heidelandschaft, in der die Kiefer "das Sagen" hat. Ich schätze mal, dass die Wege kaum begangen sind, neue nur bedingt u. höchstens mit der Waldbrandbekämpfung angelegt wurden. Diese trockenen Gräser, etwa das Landreitgras ist tückisch. Ob sich so etwas selbst entzünden kann? Ja und Nein. Hoffentlich stellt sich nicht wieder heraus, dass da jemand nachgeholfen hat. Es ist nur noch zum Brechen. Man kann nur froh sein, dass sich das Feuer entfernt von der Siedlung entwickelt. Wasser zum Löschen könnte man dem Schwielochsee entnehmen u. starten könnte man vom Flugplatz Jänschwalde. Es gibt auch im Unterspreewald ein paar Waldseen, aber sie sind klein. Aber auch die Fliegerei sind sind Kosten!!!

  10. 42.

    Auch sehenswert: Das wohl 40 Jahre alte DDR-Feuerwehrauto oben auf dem ersten Bild, im Einsatz beim Waldbrand. Stellvertretend für die Unterfinanzierung zahlreicher Feuerwehren im ländlichen Bereich in Deutschland. Wird benutzt, bis es auseinander fällt. Kann direkt ins Heimatmuseum.

  11. 41.

    "Und wo soll der Flieger das Wasser aufnehmen..."
    Auf der Straße!
    https://www.dlfr.de/infos

  12. 39.

    Und wo soll der Flieger das Wasser aufnehmen......wir haben leider fast nirgends so große Gewässer wo ein Flugzeug Wasser aufnehmen kann.....und dieses kann es leider nur im Flug

  13. 38.

    Vielleicht mal etwas zum Einlesen:
    https://www.niederlausitz-aktuell.de/spree-neisse/welzow/81384/brandenburgs-innenminister-schliesst-loeschflugzeuge-in-welzow-aus.html

  14. 37.

    Die Flugzeuge könnten mindestens überall dort fliegen, wo momentan auch der Hubschrauber eingesetzt wird. Ein Starrflügler dürfte bei evtl. Beschädigungen vielleicht sogar unempfindlicher sein als ein Drehflügler - schon allein wegen besser Segeleigenschaften.

  15. 36.

    In Brandenburg liegt auch Munition von der Wehrmacht, allen Alliierten des letzten Krieges und teilweise noch von der kaiserlichen Armee (incl. Granaten mit Giftgas aus Beständen für den ersten Weltkrieg).

  16. 35.

    In direkter Nähe wären die Seen bei Teichland und der Schielochsee, für ein Flugzeug wäre auch die Oder noch in unmittelbarer Nähe oder der Scharmützelsee. In welche Gewässern nehmen denn sonst in Europe vorhandene größere Löschflugzeuge Wasser im Flug auf?
    Was ist mit der Staffel in Bayern? Gerade ausgelastet? Zu teuer für Brandenburg? Die könnten auch über B-Schläuche betankt werden?
    Was ist mit Agrar-Fliegern? Die können auf einer Feldpiste oder Wiese landen und dort per Schlauch betankt werden?
    Es gibt viele Varianten und unterschiedlich große Löschflugzeuge, ich sehe das Argument Wasseraufnehmen nicht als ko-Kriterium. Und ein Starrflügler ist immer einfacher und preiswerter im Betrieb als ein Drehflügler.

  17. 34.

    Ja mich müssen sie nicht überzeugen. Mir ist vollkommen klar, was so eine CL-415 bzw. DHC-515 leistet.
    Aber offenbar ist die brandenburgische Landesregierung schwer von Begriff.

  18. 33.

    "Die Brände sind teurer als das Räumen."
    Selbst wenn es jedes Jahr die gesamte LH abbrennt nicht.
    Und das ist meine feste Überzeugung.

  19. 32.

    "Ist eigentlich selbsterklärend, weil man nicht weiß ob unter einem eine Gewehrpatrone oder vielleicht eine Fliegerbombe explodiert. Das Risiko ist einfach zu hoch. "
    Diese Mär hält sich hier und wird vermutlich nie aussterben.
    Auch Dank Ihnen.

    Was macht den Unterschied eines Fliegers zum Bundespolizeihubschrauber?
    Die aufzunehmende und gezielte Ausbringung der Wassermenge kann es ja nicht sein.

Nächster Artikel