Waldbrand in der Lieberoser Heide - "Die Fläche ist abgebrannt"

Fr 08.07.22 | 13:52 Uhr
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Archivfoto: Durch Brand zerstoerte Waldgebiete in der Lieberoser Heide in 2019 (Quelle: imago/Bernd Friedel)
Audio: rbb24 Inforadio | 08.07.2022 | Josefine Jahn | Bild: www.imago-images.de/Bernd Friedel

Auch am fünften Tag des Waldbrandes in der Lieberoser Heide ist die Feuerwehr weiter im Einsatz. Allerdings rechnet sie nicht mehr mit einer weiteren Ausbreitung der Flammen. Die Polizei ermittelt indes wegen des Verdachts auf Brandstiftung.

Die Waldfäche in der Lieberoser Heide (Dahme-Spreewald), die am Montag in Brand geraten war, ist nach Angaben von Kreisbrandmeister Christian Liebe "abgebrannt".

Die Lage habe sich am Freitag stark verbessert, gab der Landkreis Dahme-Spreewald am Mittag bekannt. Zwar sei nach den neuesten Messflügen eine Fläche von 90 Hektar von dem Brand betroffen. Es gebe aber keine Flammen mehr. Glutnester seien im Moor weiter aktiv, hieß es.

Die Feuerwehr will nun am Freitag und Samstag Wege befestigen und ausbauen - um im Falle eines neuen Aufflammens schnell mit Geräten und Fahrzeugen an die betroffenen Gebiete heranzukommen.

Grundsätzlich wird der Brand aufgrund der Moorlandschaft voraussichtlich noch mehrere Wochen lang unterirdisch schwelen. Hiergegen kann die Feuerwehr allerdings eigenen Aussagen nach präventiv nichts ausrichten.

Drohnen und Hubschrauber auf Standby

Bis zum Sonntag seien zunächst weitere Einsatzkräfte für das Brandgebiet eingeteilt worden. Für Freitag hieß es zunächst, dass wieder Drohnen und Hubschrauber mit Wärmebildkameras über das Brandgebiet fliegen sollten, um nach Glutnestern zu suchen. Am Freitagmorgen entschieden die Helfer jedoch, dass sowohl Drohnen als auch Hubschrauber im Standby-Modus verbleiben, weil die schwelenden Glutnester nur schlecht aus der Luft gelöscht werden könnten. Es komme zu wenig Wasser bei ihnen an, hieß es von Kreisbrandmeister Christian Liebe gegenüber dem rbb. Derzeit halten die Einsatzkräfte den Boden an den Rändern der betroffenen Fläche nass.

Man hoffe nun, nach einem weiteren Wochenende im Großeinsatz, dass man die Lage im Laufe der kommenden Woche beenden könne. Für etwaiges vereinzeltes Aufflammen sei dann die örtliche Feuerwehr zuständig. Am Freitagmorgen waren nach Angaben des Landkreises rund 180 Feuerwehrkräfte und 30 Fahrzeuge im Einsatz.

Polizei sucht nach Parallelen zu früherem Waldbrand

Die Polizei ermittelt inzwischen wegen Verdachts der Brandstiftung. Das teilte die Polizeidirektion Süd in Cottbus dem rbb mit. Eine Stabstelle prüfe demnach derzeit Zusammenhänge und Parallelen mit ähnlichen Bränden in der Lieberoser Heide in den vergangenen Jahren. Beim letzten Feuer in der Lieberoser Heide im Jahr 2019 hatte sich der Verdacht der Brandstiftung bestätigt. Täter konnten bisher jedoch nicht ermittelt werden. Auch beim großen Waldbrand bei Mühlberg vor einigen Wochen geht die Polizei von Brandstiftung aus.

Landrat: "Wir beherrschen die Lage"

Die Brandintensität hätte am Donnerstagmorgen erstmals stark nachgelassen, teilte der Landkreis Dahme-Spreewald mit. Landrat Stephan Loge (SPD), der sich erneut ein Bild vor Ort machte, sagte am Donnerstag: "Wir beherrschen die Lage hier beim Waldbrand in der Lieberoser Heide. Wir konnten durchgängig Evakuierungen der anliegenden Ortschaften vermeiden."

Am Mittwoch hatte Wind die Löscharbeiten noch erschwert. Zudem können die Einsatzkräfte das betroffene Gebiet nicht betreten, da es mit Munition belastet ist. Der Brand kann laut Feuerwehr nur von freigegebenen Wegen aus gelöscht werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 8. Juli 2022, 6 Uhr

34 Kommentare

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  1. 34.

    Und warum kommt man nicht an den Brandherd? Weil die Forstverwaltung schlauerweise kein Wegenetz in diese Gebiete aufgebaut hat. Je enger diese Wegenetz um besser kommen die Feuerwehren an den Brandherd und können im besten Fall von vier Seiten bekämpfen! So wird auch die bedrohte Fläche eingegrenzt und damit der ökologische Schaden reduziert!

  2. 33.

    Bei den Exemplaren die ich gesehen hatte, war eine modifiziertes Düsentriebwerk auf dem Fahrgestell montiert. Auch wenn diese Löschfahrzeuge viel Wasser brauchen, so muss dazu gesagt werden, dass in den meisten Fällen der Einsatz nur wenige Minuten dauert. Zusätzlich gibt es auch Tankfahrzeuge. Der Vorteil bei den Exemplaren auf Panzerfahrgestellen ist, das sie relativ problemlos auch in munitionsbelastete Gebiete dicht an den Brandher vorstoßen können und so im Endeffekt => Wassereinsparung

  3. 32.

    Die BP hat tatsächlich mehr als zwei. Und je nach Hubschraubermuster gehen 700 bis 2000 Liter. Völlig nutzlos ist das also nicht.

  4. 31.

    Hinsichtlich Ihrer Vorwürfe bezüglich des Bund-Länder-Finanzausgleichs: er wird nach der Bevölkerungszahl des Landes ermittelt. Hierzu gibt es beim BMF ein gut erklärte Broschüre oder Sie schmausen auf die Webseite des BMF.
    Was Finanzgebaren von BB angeht, da gab es in der Vergangenheit (vor Corona) zB die Aufnahme eines unnötigen Kredites von 1Mrd €. Lesen Sie sich die Berichte des Rechnungshofes von BB durch. Das Finanzgebaren von BB ist schlicht unterirdisch.

  5. 30.

    Ich kenne die Kassenlage von BB sehr gut. BB verschleiert Gelder in Sondervermögen. Um die gesamte Kassenlage zu sehen müssen Sie den sog. Gesamthaushalt (Kern + Sondervermögen) betrachten. Da schauen auf die Fachserie 14 bei Destatis, für die monatliche Kassenlage auf der Webseite beim BMF unter Föderale Finanzbeziehungen Länderhaushalte. Dort werden Sie sehen wie BB nach außen täuscht!

  6. 29.

    Berlin könnte ja diese alberne bzw. peinliche Schneekanone am Müggelsee abbauen und zu einer mobilen Löschvernebelung umbauen. Dann hat das Ding wenigstens eine sinnvolle Nutzung.

  7. 28.

    " eine wesentliche geringere Kapazität als ein Hubschrauber mit untergehängtem Löschtank!"
    Jetzt reicht es aber irgendwann auch mal.
    Die 500 Liter unter dem BP-Heli mit 3100 Liter aus einem Flieger verglichen macht was? Ups!
    Derzeit wird Geld im wahrsten Sinne des Wortes für Mensch und Material verbrannt und wenn Sie ehrlich sind, sehen Sie doch selbst, das die Manpower in Form der FF, THW, LP, BP, Heer, Bundeswehr, teilweise sogar Bauern und Anwohner (Wasserversorgung), ein Fass ohne Boden ist.
    Das hier ist das beste Beispiel. Da waren so knapp 20 Hektar in Flammen. man kommt nicht ran und lässt knapp 100 Hektar abbrennen indem man rundrum 3 Tage lang Schläuche legt mit Fahrzeugpumpen die 24h laufen. Mit Mann und Maus. Wieviele Helis waren da in welcher Zeit im Einsatz? Ach!?

  8. 27.

    " Hubschrauber gäbe es allerdings ein paar."
    Ein paar sind 2.
    Davon hat Brandenburg: Null. Angefordert werden müssen Bundespolizei und Heer.
    BP: Kleiner 500er Behälter, mehr geht nicht.
    Heer: geht auch größer, aber jetzt mal die Kosten.... Ach da kommen je Flugstunde das 4 fache eine gleichwertigen Flugzeuges zusammen!
    Die ganze Diskussion geht schon seit Jahren.
    Allein hier: https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/starweb/LBB/ELVIS/parladoku/w7/apr/AIK/11-009.pdf
    tuen sich Abgründe der Fehleinschätzung auf.

  9. 26.

    Wenn Sie sich nur leichtfertig informieren, sollten Sie ihre Gefühle über den Zustand eines benachbarten Landes vielleicht für sich behalten. Könnte völlig daneben liegen.
    Bei all dem darf man nicht vergessen, das BB das Geld nicht in den Allerwertesten geblasen kommt, wie vielleicht ein Stadtstaat in dieser Republik.
    Warum man von privaten Anbietern wenig hört, ist aber grundsätzlich zu hinterfragen. Gibt es ja auch im eigenen Lande.
    Das scheint aber kein brandenburgisches Phänomen zu sein. Allgemein klagen deutsche Luftdienstleister wohl über innerdeutsche Aufträge und leben mehr von ausländischen oder privaten Kunden.
    https://www.aeroheli.de/Leistungen/Waldbrandbekaempfung
    http://www.mhw-deutschland.de/aktuelles/news/2019/112-aus-aktuellem-anlass-es-gibt-sie-doch-–-löschhubschrauber-in-deutschland.html

  10. 25.

    Eine Martin Mars hat als Löschflugzeug eine riesige Wasserkapazität, die vom Mitforisten vorgeschlagenen Agrarflieger leider eine wesentliche geringere Kapazität als ein Hubschrauber mit untergehängtem Löschtank!

  11. 24.

    Moore sind wie Schwämme und Moorfeuer haben leider die hässliche Eigenschaft unter der Mooroberfläche weiterzubringen. Da bleibt nur eines den Boden so durchfeuchten, dass der schwammige Moorboden richtig mit Wasser gesättigt ist.

  12. 23.

    Diese Turbinen gibt es sowohl mit LKW-Fahrgestell, als auch auf alten Panzerfahrgestellen. Es sind aber immer Einzelanfertigungen. Ich glaube, dass Sie bei der Zahl von Waldbränden in munitionsbelasteten Gebieten sich in BB durchaus lohnen würden.

  13. 22.

    Auf der Webseite wo geschaut hatte, war von Hubschrauberstaffel nicht die Rede. Trotzdem ist ein Armutszeugnis für Brandenburg, dass in einem Land sovielen munitionsbelasteten Flächen die Hubschrauber nicht als Löschhubschrauber eingesetzt können. Ich habe das Gefühl das in BB man wohl nur in Schubladen denkt und nicht übergreifend. Normalerweise können Hubschrauber mit Lastenhaken ausgegerüstet werden und mit entsprechenden Löschbehältern unterstützend eingreifen!

  14. 21.

    Natürlich hat die Brandenburger Polizei Hubschrauber für polizeiliche Zwecke. Aber nicht für Feuerlöschzwecke.
    https://polizei.brandenburg.de/seite/hubschrauberstaffel/62254

  15. 20.

    "Das Thema Löschflugzeuge wird ganz offensichtlich politisch nicht ernsthaft verfolgt" Brandenburg will keine stehende Staffel an Löschflugzeugen, so habe ich das verstanden. Aber man kann sowas auch mieten. Was spricht dagegen solche Spezialflugzeuge für einzelne Einsätz zu mieten in der jeweils passenden Größe? Der Betrieb eines Flugzeugs ist i.Allg. preiswerter pro Flugstunde als ein Hubschrauber mit vergleichbarer Traglast.

  16. 19.

    "Löschflugzeuge hat die Landesregierung (föderal) abgelehnt" Man kann die sicher auch für einen Fall mal mieten, wenn man selbst keine hat.
    Moor fluten: Wo bekommt denn dieses Moor sein Wasser her? Fluten stelle ich mir eher schwierig vor und dürfte auch Nebenwirkungen haben für die Umgebung. Stellen Sie sich das so vor wie im Spreewald?

  17. 18.

    2011 stand so eine Turbine mal hier in FF vor dem Rathaus bei einem Feuerwehrevent. Hat so ein wenig was von Raumfahrttechnologie.
    Hier bei den Reportagen oder Einsatzbilder bislang nicht gesehen.
    Da war aber ein normaler LKW drunter und nix gepanzertes.
    Vielleicht auch eher für Hochhaus- Flugzeug- oder Industriebrände mit ausreichend Wasser aus dem Hydranten hintendran.
    Da wird sicher schon ein 96qm/h Hydrant benötigt werden.

  18. 17.

    Bringt die gegenseitige Bezichtigung in der Sache weiter?? Eher nicht!
    Das Thema Löschflugzeuge wird ganz offensichtlich politisch nicht ernsthaft verfolgt, Hubschrauber gäbe es allerdings ein paar. Teure Methode, aber immerhin einigermaßen wirksam. Und im Gegensatz zur Bundeswehr hat die Bundespolizei zumeist recht fix welche am Start. Wenn nicht gerade G7 stört. Und die Bundespolizei fliegt sogar am Wochenende... ;-)

  19. 16.

    Das die Brandenburger Polizei keinen Hubschrauber hat, ist schon ein Armutszeugnis für dieses Bundesland. In anderen Bundesländern werden diese recht vielfältig eingesetzt, z.B. bei der Vermißtensuche oder im Rahmen von Überwachungsmaßnahmen sei es in Amtshilfe für die Feuerwehr oder im Bereich der Fahndung.Ihre vorgeschlagenen Geräte sind zu spezialisiert und zu klein. Fragen Sie doch einmal einen Feuerwehrmann oder jemand der sich mit Brandschutz auskennt. Um einen entsprechende Sprühnebel, der den Flammen den Sauerstoff so entzieht, dass sie ersticken, brauchen Sie etliche Kubickmeter Wasser und bei kleinen punktuellen Bränden in munitionsbelasteten Flächen oder Mooren richten diese Agrarflieger nur wenig aus. Hier sind Hubschrauber wesentlich effizienter!
    Insoweit wäre es sinnvoll, sich ersteinmal ganz konkret mit den Örtlichkeiten auseinanderzusetzen und mit der Aeorodynamik beim Fliegen!

  20. 15.

    "während die Löschflugzeuge ihr Löschwasser über eine Fläche verteilen!"
    Das allein zeigt ihre Unwissenheit.

    Wir sind hier weder in Canada noch in Portugal, wo eine CL-415 aufgrund der geographischen Gegebenheiten angebracht ist.
    Und das was Sie mit den Hubschraubern bewegen, kostet den Steuerzahler ein vielfaches von dem was die "Agraflieger", mit sogar mehr Last, tatsächlich kosten.

    Und nu mal drüber nachdenken, was zur Verfügung steht.
    Die Bundeswehr musste aus Elmau(!) den Hubi abziehen, das der zum Löschflug eingesetzt werden konnte.
    Die Brandenburger Polizei hat gar keinen Heli.
    Ich hab mich schon ein wenig damit auseinandergesetzt. Aber man kann natürlich mit einer CL-415 um sich werfen. Andere nehmen Drohnen mit 50 Liter Behälter.

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