Besprechung am Klinikum Niederlausitz (Foto: rbb)
Bild: rbb

Personalmangel - Klinikum Niederlausitz startet eigene Kinder-Notbetreuung

Personalmangel zwang das Klinikum Niederlausitz zu einem Hilferuf an die Bevölkerung. Um sein Personal weiter zu entlasten, startet das Haus am Montag eine eigene Kinder-Notbetreuung. Ein pandemiebedingt ungenutzter Bereich wurde dafür umgestaltet.

Wegen des aktuellen Personalmangels, vor allem in der Pflege, hat das Klinikum Niederlausitz am Standort Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) eine eigene Kinder-Notbetreuung gestartet. Seit Montag können Mitarbeiter ihre Kinder im Klinikum betreuen lassen - von Mitarbeitern.

Für die hauseigene Kindertagesstätte ist eine Tagesklinik des Zentrums für Psychosoziale Gesundheit in Senftenberg umgestaltet worden. Die Mitarbeiterinnen des Therapiebereiches der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin übernehmen die Betreuung der Kinder. Aufgrund der Pandemie mussten dort die stationären Aufenthalte verschoben werden.

Mit dem Angebot richtet sich das Klinikum an Mitarbeiter, die ihre Kinder nicht in eine reguläre Kindertagesstätte bringen können. Deshalb gibt es das Betreuungsangebot auch zwischen Weihnachten und Neujahr.

Verhaltener Beginn

Für den Pflegebereichsleiter der Notaufnahme und Intensivstation, Sebastian Schulze, kommt das Angebot der Geschäftsführung genau richtig, auch wenn es noch nicht stark angenommen werde. "Bisher ist es noch sehr zögerlich, was aber nicht daran liegt, dass dieses Konzept nicht toll ist", erklärt er. Es müsse sich noch stärker herumsprechen, dass es diese Möglichkeit gibt.

"Generell ist es für das Unternehmen fantastisch, dass wir so etwas anbieten können", fährt er fort. Er erwarte eine stärkere Nutzung des Angebotes in den nächsten Tagen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.12.2020, 10:30 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Dieses Gehalts Gejammer kann man echt nicht mehr hören, am Ende ist doch jeder für sich selbst verantwortlich und sollte eben entsprechenden Lohn bei seinem Arbeitgeber einfordern oder sich gewerkschaftlich organisieren.
    Da gibt es auch sowas das nennt sich Streik, das darf man tatsächlich machen, auch in Ostdeutschland.

  2. 9.

    Hat schon mal einer darüber nachgedacht, welchen Schaden geschlossene Schulen anrichten? Was macht das mit Kindern, die schon Probleme mit der Konzentration und im Verhalten haben. Kinder aus bildungsnahen Haushalten werden das verkraften, aber was ist mit den anderen? Wir zerstören gerade ganze Generationen.

    Übrigens viele Systemrelevant durften ihre Kinder zur Betreuung abgeben und waren auf Kurzarbeit, während selbstständige mit den Kindern zu Hause durcharbeiten mussten. Das hält niemand auf Dauer aus. Jetzt geht diese Ungerechtigkeit wieder los, nur weil unser Gesundheits- und Pflegesystem nicht verbessert wurde.

    Durch das runterfahren der Wirtschaft in den Industrieländern, werden mindesten 900 Millionen mehr Menschen hungern und 1Millionen Kinder an Hunger sterben.

  3. 8.

    Umgekehrt wird ein Schuh draus: dann könnten Kitas und Notbetreuungen an Schulen endlich vernünftigerweise pandemiedingt ganz geschlossen werden, damit nicht wegen der systemrelevant arbeitenden Eltern weiter offen bleiben müssen. Betriebskindergärten halte ich generell für eine sehr gute Idee, da normale Kitas die Zeiten für Schichtdienstler eh nicht abdecken.

  4. 7.

    Sorry, Sie haben vollkommen Recht, daß mein Kommentar nicht genau in diese Sparte passt, und bleiben Sie gesund

  5. 6.

    Habe schon beim ersten Lockdown nicht verstanden, warum dass nicht gemacht wurde. Kindern von Angestellten in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern können das Virus in Kitas und Schulen schleppen bzw. von dort nach Hause und dann durch die Eltern in die Einrichtung. Wenn das jetzt überall so gemacht wird, können wir die Kitas und Schulen offen lassen und müssen nicht wieder eine ungerechte Spaltung in relevant und nicht relevant durchführen.

  6. 5.

    ganz einfach zu verstehen: neben der Kinderbetreuung sind auch Basics wie Wohnen mit den Löhnen in der Krankenpflege nicht möglich.

  7. 4.

    Das ist sicherlich richtig. Allerdings verstehe ich nicht ganz, was der Einwurf an dieser Stelle soll.

    Dass die Idee Betriebskindergarten erst jetzt kommt, überrascht mich. Für Personal im 3 Schicht System sollte es dieses Angebot generell von Arbeitgeber geben. Einschließlich Übernachtbetreuung bei Alleinerziehenden. Das würde Eltern entlasten und den Beruf real attraktiver machen. Eine echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie wäre gegeben

  8. 3.

    Wie wäre es das Pflegepersonal anständig zu bezahlen. Ich bin Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin (universitäre Ausbildung), die Zeiten der Hungerlöhne und das Aplautieren auf dem Balkon sind entgültig vorbei, ich habe meinen Beruf deshalb an den Nagel gehängt.

  9. 2.

    und weil es normal war, musste man dafür sicher auch keine andere Station schließen und die dortigen Patient*innen nach Hause schicken. Es macht einfach nur noch wütend, wie in dieser kapitalistischen Misswirtschaft immer nur ein Mangel durch den anderen behoben wird - es sei denn, es geht um die Profite der Pharmaindustrie.

  10. 1.

    Meine Respekt. Solche Ideen braucht das Land. Das sind Praktiker, die sich vielleicht daran erinnern, dass so etwas in der DDR normal war. Man nannte es "Betriebskindergarten".
    Also einen Namen haben wir schon, jetzt sollten wir es nur noch machen. Es gibt bestimmt noch mehr, die Bedarf haben.

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