Mitarbeiterin am Computer im Klinikum Niederlausitz (Foto: rbb)
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Corona-Inzidenz weiter über 500 - Oberspreewald-Lausitz ruft Großschadensereignis aus

Wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen hat der Landkreis Oberspreewald-Lausitz das Vorliegen eines Großschadensereignisses festgestellt. Der Landkreis erhält damit weitere Befugnisse. Direkte Auswirkungen auf die Bevölkerung gibt es aber nicht.

Wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen in Oberspreewald-Lausitz hat der Landkreis nun offiziell das "Vorliegen eines Großschadensereignis in Form eines Massenanfalls von Erkrankten" festgestellt. Dabei handelt es sich um die letzte Stufe vor dem Katastrophenfall.

Der Landkreis erhält damit weitreichende Kompetenzen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Auf die Bevölkerung habe die Erklärung keine direkten Auswirkungen, teilte der Kreis in einer Mitteilung am Dienstag mit.

Wie Landrat Siegurd Heinze (parteilos) dem rbb erklärte, hat der Landkreis nun beispielsweise die Möglichkeit, Unterkünfte, Hotels und Pensionen zu beschlagnahmen um dort Hilfskrankenhäuser einzurichten. Zudem kann der Landkreis weiteres medizinisches Personal akquirieren. Oberspreewald-Lausitz übernimmt selbst die Koordinierung beispielsweise des Katastrophenschutzes.

Akute Notfallversorgung gefährdet

Man müsse sich auf den Tag einstellen, an dem es keine Aufnahmekapazitäten, etwa im Klinikum Niederlausitz, mehr gebe und Patienten aufgrund der angespannten Lage in Nachbarlandkreisen auch nicht sofort verlegt werden können, so Heinze weiter. "Es besteht die konkrete Gefahr, dass die akute Notfallversorgung nicht mehr gewährleistet werden kann", sagte Heinze.

Oberspreewald-Lausitz ist seit Wochen einer der größten Corona-Hotspots in Brandenburg und Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit einiger Zeit bei über 500. Nur durch Verlegungen von Patienten ist etwa das Klinikum Niederlausitz in Senftenberg noch in der Lage neue Erkrankte aufzunehmen.

Das Brandenburgischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz (BbgBKG) definiert unter dem Begriff "Großschadensereignis" Geschehen, die eine große Anzahl von Menschen oder erhebliche Sachwerte gefährden und zu deren wirksamer Bekämpfung die Kräfte und Mittel der Träger des örtlichen Brandschutzes und des Rettungsdienstes nicht ausreichen, sodass überörtliche oder zentrale Führung und Einsatzmittel erforderlich sind.

Zuletzt hatte bereits die Landeshauptstadt Potsdam und der ebenfalls stark von Corona betroffene Landkreis Oder-Spree ein solches Großschadensererignis ausgerufen.

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Sendung: Antenne Brandenburg, 23.12.2020, 8:30 Uhr

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