Der Reiseclub Cottbus (Bild: rbb/Lepsch)
Der Reiseclub Cottbus | Bild: rbb/Lepsch

Lockdown in der Tourismusbranche - Cottbuser Reiseunternehmen hofft auf Saisonstart im April

Der Reiseclub Cottbus verdient sein Geld hauptsächlich mit Busreisen durch ganz Europa. Durch den erneuten Lockdown fehlen die Einnahmen - nur ein Millionenkredit konnte das Unternehmen retten. Alle Hoffnungen liegen nun auf dem Frühjahr.

Der Reiseclub Cottbus betreibt insgesamt 14 Reisebüros unter anderem in Senftenberg, Frankfurt (Oder) und Dresden. Durch den erneuten Lockdown fehlen, wie schon im Frühjahr 2020 die Einnahmen. Das Unternehmen musste einen Millionenkredit aufnehmen, um überleben zu können. Doch obwohl derzeit an Reisen nicht zu denken ist, wird die Saison akribisch vorbereitet.

2020 nur ein Viertel des Umsatzes

Alle Reisen des Reiseclubs Cottbus sind abgesagt, die Busse vorerst abgemeldet und die meisten Mitarbeiter in Kurzarbeit. Geschäftsführer Stephan Goldhahn war dennoch nicht untätig. Er und sein Team haben für dieses Jahr einen rund 700 Seiten starken Reisekatalog entworfen. Der werde bereits gut angenommen, so Goldhahn. Bereits jetzt habe man ein Viertel des Gesamtumsatzes von 2020 erreicht.

Das hat allerdings nicht viel zu sagen, denn schon 2020 lag der Umsatz insgesamt nur bei 25 Prozent der Vorjahre. Vier Mitarbeiter sitzen daher auch jetzt am Telefon, um Buchungen entgegenzunehmen. "Die Leute sind heiß, die haben den gepackten Koffer. Die haben auch das Geld, weil sie es ja nicht ausgeben konnten", so Goldhahn. Er setzt seine Hoffnungen jetzt in die wärmere Jahreszeit.

Der Katalog des Reiseclubs Cottbus (Bild: rbb/Lepsch)
Der Katalog des Reiseclubs Cottbus | Bild: rbb/Lepsch

Millionenkredit um zu überleben

Die erste Reise in diesem Jahr soll am ersten April starten. Dann will Stephan Goldhahn persönlich den ersten Bus nach Wien fahren. Um bis dahin überleben zu können musste er im Sommer einen Kredit über insgesamt drei Millionen Euro aufnehmen. "Der hält uns natürlich am Leben, ebenso die Anzahlungen unserer Reisegäste, die jetzt schon gebucht haben", erklärt Stephan Goldhahn.

Doch nicht nur fehlende Einnahmen sind das Problem. "Wir haben natürlich auch sehr viele Außenstände. Einige Hotels gibt es nicht mehr, denen wir schon 2020 Zahlungen überwiesen haben. Kreuzfahrtreedereien schulden uns hunderttausende von Euro", zählt er auf.

Die Überbrückungshilfen des Landes reichen dem Reiseclub nicht aus. Die November- und Dezemberhilfe gibt es nicht, weil der Kredit aus dem Sommer als Einnahme zählt. Dennoch hofft Goldhahn auf ein gutes Jahr. "Wir haben sehr viele Deutschlandziele jetzt neu aufgenommen. Wir haben unsere 48 Ferienwohnungen an der Ostsee, die im letzten Jahr übergequollen sind. Da hätten wir anbauen können. Und deshalb rechnen wir uns auch für dieses Jahr gute Chancen aus", sagt er optimistisch.

Was Sie jetzt wissen müssen

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.01.2021, 14:10 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Der Arme. Einen Kredit über DREI Millionen aufgenommen und dann keine Staatshilfen, weil dieser als Einnahme gilt... uff. Ja, klar, jetzt ist wieder Geld im Unternehmen, aber mal was anderes: Haben wir eigentlich immer noch Minuszinsen? Dann hätte man ja einen "sensationellen Gewinn" gemacht, wenn man drei Millionen aufnimmt und vielleicht nur 299.000 zurückzahlen muss... Den es natürlich dann schön zu versteuern gilt. Drücke der Firma die Daumen. Die Kleinen in der Reisebranche müssen wirklich kämpfen... Ich mein, wenn die Coronakrise das Ende des Billigflugära bedeuten würde und der unsägliche Overtourism zurückgehen würde, sich die Branche allgemein gesundschrumpfen würde, wäre ich nicht böse. Aber so kleine Nischenanbieter sind nicht die treibende Kraft hinter den Touri-Massen, die machen ihre Sachen in geregeltem Maße, was gut ist. Drücke allen Einzelunternehmen und auch diesem hier schwer die Daumen.

  2. 1.

    Ich drücke die Daumen, das es mit den Busreisen wieder los geht und das Unternehmen trotz des hohen Kredits überleben wird.

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