Hinweisschild zum Test (Quelle: rbb/Jahn)
Bild: rbb/Jahn

Corona-Testzentrum in Guben - Bezahlung von Tests für Grenzpendler ungeklärt

Mit der Einstufung von Polen als Hochinzidenzland müssen Berufspendler seit Montag einen negativen Corona-Bescheid vorlegen, um in Deutschland arbeiten zu können. Im Testzentren Guben gibt es allerdings noch offene Fragen. Von Josefine Jahn

Rund 1.000 Menschen kommen täglich in Guben aus Polen über die Grenze zur Arbeit, heißt es aus dem Rathaus. Sie alle benötigen dafür seit dieser Woche einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Dieser muss zweimal wöchentlich erneuert werden.

Eine mobile Schnelltest-Station direkt im Gubener Industriegebiet soll das Prozedere unkompliziert und staufrei ermöglichen, eingerichtet wurde sie von der Stadt mit Unterstützung des Landes. Das Zentrum ist eines von drei, die Brandenburg entlang der Grenze errichtet hat. Am Mittwoch herrschte in Guben wenig Andrang. Eine Frau aus Gubin berichtet, sie habe ihren zweiten Test in dieser Woche innerhalb kürzester Zeit machen lassen können - am Montag habe sie darauf noch 40 Minuten gewartet.

Einige müssen zahlen

Rund 900 Menschen nutzten zum Start den Service, sie mussten zum Teil drei bis vier Stunden warten. Stadtsprecherin Laura Böhme kritisiert den Zeitdruck, unter dem das Zentrum umgesetzt werden musste. Auch der Geschäftsführer der Euroregion Spree-Neiße-Bober Carsten Jacob ist unzufrieden: Am Montag habe es eine Pressemitteilung des Brandenburger Innenministeriums gegeben, dass mindestens ein Test wöchentlich bezahlt werde [mik.brandenburg.de] - doch gefordert seien zwei. Hier gebe es offene Fragen bei der Bezahlung.

Momentan werden die Tests kostenlos an die Pendler ausgegeben, die in Polen wohnen und nach Brandenburg einreisen. 25 Euro je Test müssen aber in Deutschland gemeldete Polen zahlen, die in Guben wohnen und über die Neiße zur Arbeit fahren. Der Test brauchen diese Personen für die Arbeit in Polen, aber auch für die Rückkehr nach Hause. Das sei ein harter finanzieller Einschnitt, der auf Grund der kurzfristigen Entscheidung spontan zu stemmen sei, sagte Jacob.

Unklarheiten über Tests bei der Arbeit

Krzsysztof Zdobylak, Büroleiter des Gubener Bürgermeisters, betont, es gebe auch Arbeitgeber auf beiden Seiten der Neiße, die Tests anbieten würden. Doch inwieweit diese Tests anerkannt werden, müsse in dieser Woche noch geklärt werden.

Zdobylak zufolge kommen die Testwilligen auch aus anderen grenznahen Orten, wie Zary oder Brody - ein Testzentrum an der Autobahn A15 bei Forst wäre für sie günstiger. Dem hat das Innenministerium jedoch eine Absage erteilt. Das bedeutet mehr Tests in Guben, bei den bisher 1.200 vorgenommen waren zwei positiv.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.03.2021, 15.40

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Wartende Autos vor einer Schranke (Quelle: rbb/Jahn)
Bild: rbb/Jahn

1 Kommentar

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  1. 1.

    Der Arbeitgeber in Deutschland sollte das übernehmen. Er will Arbeiter aus einem Hochrisikogebiet.

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