Außenansicht Eingang Thiem-Klinikum (Quelle: rbb/Friedrich)
Bild: rbb/Friedrich

Cottbuser Intensivmediziner - "Die Zahlen bewegen sich einfach nicht"

Die Situation der Intensivmedizin im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus ist weiter angespannt. Wie der zuständige Chefarzt Jens Soukup am Freitag sagte, konnte das Klinikum in den vergangenen 14 Tagen Patienten von der Intensivstation verlegen. Gleichzeitig musste das Krankenhaus aber auch neue Patienten aus umliegenden Kliniken und Cottbus selbst aufnehmen.

Dadurch habe sich an der grundsätzlichen Lage nichts verändert. Diese hatte Soukup vor zwei Wochen veranlasst, Alarm zu schlagen. Zwei Drittel der Intensivbetten waren belegt. Das Klinikum musste auch Patienten aus anderen Krankenhäusern Südbrandenburgs aufnehmen, weil deren Kapazität erschöpft war. Jetzt sind wieder nur acht Intensivbetten frei, es gehe nicht vor und nicht zurück, ähnlich wie die Inzidenzzahlen, sagte Soukup.

"Kämpfen um jedes Bett"

Sorgen bereiten ihm vor allem die Patienten, die keine Corona-Infektion haben, aber dennoch dringend operiert werden müssen. Das seien vor allem Tumorpatienten. Diese benötigen nach der Operation intensivmedizinische Betreuung.

Außerdem würden nach wie vor Patienten aus anderen Krankenhäusern zur Behandlung aufgenommen. Gerade die nicht mit Corona Infizierten sorgen für enormen Druck auf den Intensivstationen. "Wir müssen jeden Tag um jedes Bett kämpfen und entscheiden, wie wir es belegen", so Soukup.

Jens Soukup steht vor dem Thiem-Klinikum (Quelle: rbb/Friedrich)

Die Corona-Patienten seien momentan jünger als bei der letzten Coronawelle. Das Durchschnittsalter liege bei 60 Jahren. Die Patienten seien wirklich schwerstkrank, wenn sie in das Klinikum kommen. Aber es würden mehr Patienten überleben. In der zweiten Corona-Welle hätten es mehr Menschen "nicht geschafft", so der Intensivmediziner.

Vor den Patienten, die das Krankenhaus verlassen können, liege eine lange Zeit der Rehabilitation, bis die Leistungsfähigkeit wieder erreicht werde. Keiner wisse, ob sie überhaupt jemals wieder hergestellt werden könne.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.04.2021, 16.10 Uhr

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2 Kommentare

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  1. 2.

    Es bringt m.E. momentan überhaupt nichts, sich über Sparkurse, fehlendes Personl, KH-Schließungen usw. "auszulassen".
    Hat sich vor der Pandemie Otto-Normal-Verbraucher dafür interessiert und evtl. auch etwas dagegen unternommen?
    Jetzt haben wir den Salat ... ist aber JETZT kaum änderbar!

    Vielmehr sollte dieses Geschrei nach "Lockerungen" für alle und Geimpfte / Genesene aufhören.
    Einfach mal: Augen zu und durch!
    Und den Blick auch - wie im Artikel beschrieben - auf andere schwerwiegende Erkrankungen, die einen KH-Aufenthalt benötigen, richten.
    Unfall, Infarkt, Schlaganfall usw. kann jeden von uns und zu jederzeit treffen .. und dann?

    Und noch ein dickes Dankeschön an alle Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern und sonstiges KH-Personal!

  2. 1.

    Tja das kommt von den Sparkursen der oberen Herren!!

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