13.06.2018, Brandenburg, Cottbus: Polizisten stehen vor dem Asylbewerberheim in der Hegelstraße (Quelle: dpa/Helbig)
Video: Brandenburg Aktuell | 14.06.2018 | Rico Herkner | Bild: dpa/Helbig

Attacken unter Asylbewerbern - Cottbus will Waffenverbotszone einführen

Ein Alkoholverbot gilt bereits in Teilen der Cottbuser Innenstadt - bald könnte ein Waffenverbot hinzukommen. Nach den jüngsten Gewaltvorfällen mit Asylbewerbern will die Stadt so erreichen, dass einfacher kontrolliert werden kann.

Nach mehreren Auseinandersetzungen unter Asylbewerbern will die Stadt Cottbus in Teilen der Stadt ein Waffenverbot einführen. "Wir sind dazu in Abstimmungen mit dem Innenministerium und der Polizei", sagte Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) am Donnerstag. "Wir wollen eine oder mehrere solcher Zonen schnellstmöglich einführen," sagte er weiter. Geprüft werde, wie viele dieser Zonen es geben könne.

Ergänzung des Alkoholverbots in Teilen der Innenstadt

Diese angestrebte Verbotszone solle auch zum Ziel haben, dass die Polizei leichter Kontrollen machen könne. In dieser Zone sei das Mitführen von Waffen, aber auch von waffenähnlichen Gegenständen untersagt. Das betreffe Schlagringe, Messer und bestimmte Arten von Reizgas, erläuterte der Beigeordnete Thomas Bergner (CDU) im rbb.

Dieses Verbot soll auch für Privatpersonen gelten, die mit polizeilicher Genehmigung eine Waffe führen dürften. Kelch sagte dazu: "Wir wollen deutlich machen: Der Rechtsstaat funktioniert." Er forderte die Bundeskanzlerin auf, die Vorgänge sehr ernst zu nehmen - "und dass wirklich über ein neues oder anderes Asylrecht nachgedacht wird".

Die Waffenverbotszone könnte auch das bestehende Alkoholverbot in Teilen der Innenstadt ergänzen, hieß es. Geprüft werden jedoch nicht nur Standorte in der Innenstadt, wie es in einer Mitteilung der Stadt Cottbus heißt.

Kelch will konsequent und rechtsstaatlich abschieben

Bereits am Mittwoch hatte Kelch die Auseinandersetzungen von Flüchtlingen scharf verurteilt. "Eine derartige Eskalation der Gewalt ist nicht hinnehmbar, gerade nicht von Menschen, die angeben, vor Gewalt in ihrer Heimat bei uns in der Stadt Schutz zu suchen", erklärte der CDU-Politiker in einer schriftlichen Stellungnahme. "Wenn Gespräche und klare Ansagen nichts nutzen, dann muss konsequent und rechtsstaatlich gestützt abgeschoben werden", so Kelch.

Am Dienstag war es in Cottbus gehäuft zu Angriffen unter Asylbewerbern - vor allem im Umfeld einer Asylbewerberunterkunft - gekommen. Mehrere Männer wurden verletzt.

Von diesen Vorfällen ausgehend haben Stadtverwaltung, Polizei und Veranstalter das Sicherheitskonzept für das Stadtfest, das am Freitag beginnt und bis Sonntag dauert, genauer geprüft. Die durch den Veranstalter in mehreren Sprachen verfasste Hausordnung enthält für das Festgelände bereits ein Waffenverbot.  

Zudem kündigte das Rathaus an, dass zum Stadtfest der Wachschutz des Veranstalters, sowie die Kräfte von Polizei und Ordnungsamt personell aufgestockt werden sollen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.06.2018, 15:10 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

7 Kommentare

  1. 7.

    Jo gibt es dann in Cottbus Zonen wo man Waffen tragen kann ?
    Irrenhaus Deutschland.

  2. 6.

    Das wird aber die Leute, die so gern Messer u.ä. mit sich führen und auch einsetzen, schwer beeindrucken.
    Das am Wochenende stattfindende Stadtfest wird für Wachschutz und Polizei zur Mammutaufgabe.

  3. 5.

    Es ist nicht die Waffe die verletzt oder tötet, sondern der, der sie in der Hand hat. Das klingt so ein wenig wie einst bei den "Maschinenstürmern" :-D
    Aber ich verstehe auch die ganze Aufregung nicht. Sowas muss einfach ausgefochten werden. Alle in einen großen Raum und Tür zu ;-)
    Letztlich ist das der Preis, den wir alle für ein wenig "Multikulti" zahlen. "Räumliche Trennung", "Waffenverbot", "Alkoholverbot"... was kommt als nächstes, die nächtliche Ausgangssperre, der Ausnahmezustand, das Kriegsrecht???
    Was wir jetzt schon haben ist eine immer weiter gehende Einschränkung der persönlichen Freiheit.

  4. 4.

    Ein guter Anfang, ausbaufähig.
    Waffenverbotszone für das Bundesland Berlin. Totales Verbot von Hieb-Stich und Schusswaffen für Privatpersonen.
    Bei Verstoß mind. 9 Monate Freiheitsstrafe
    Keine Ausgabe von Waffenscheinen aller Art.
    Schießsport nur noch mit Luftdruckwaffen.
    Kein Waffenbesitz von privaten Sicherheitdiensten.
    Waffenmonopol verbleibt bei der staatlichen Exekutive.
    Kämpfer und Räuber können bei Bedarf ihre Fäuste einsetzen
    Dann wird hoffentlich etwas friedlicher.


  5. 3.

    Mehr Werbung für die AfD kann man doch nicht machen, oder??
    Das "Wir schaffen das" mit einer völlig neuen Deutung.
    Aber, was zwischen den Zeilen steht, ist doch viel schlimmer. Heißt es nicht, dass man in bestimmten Teilen von Cottbus nur bewaffnet herum läuft, herum laufen kann? Und, die da dann Waffen tragen, haben bestimmt totale Angst vor der " Zukunft Heimat".

  6. 2.

    Die MAZ bringt das Geschehen konkret auf den Punkt.

    "Kämpfe unter Flüchtlingen in Cottbus

    Ausnahmezustand in Cottbus: Bewohner eines Flüchtlingsheimes gehen tagelang bei verschiedenen Anlässen immer wieder aufeinander los. Es gibt Verletzte, die Polizei hat mehrere Großeinsätze. Die Taten werden als Landfriedensbruch eingeschätzt. Währenddessen warnt Innenminister Karl-Heinz Schröter derweil in Potsdam vor Islamismus in Brandenburg."

    http://www.maz-online.de/Brandenburg/Kaempfe-unter-Fluechtlingen-in-Cottbus

  7. 1.

    Und schon wieder wird verallgemeinert, statt die Problemgruppe konkret zu reglementieren.
    Nach einem ominösen "Waffenverbot" kommen dann "Ausgangssperren" für alle Cottbusser, bloß um das Klientel welches eigentlich gemeint ist, nicht klar benennen zu müssen?
    "Waffenverbot in Teilen der Stadt" bedeutet im Umkehrschluss, dass in anderen Teilen der Stadt mit Waffen herumgelaufen werden kann?
    Aber vielleicht ist das in den nächsten Tagen ja nur noch Nebensache, nachdem was sich gerade in Berlin zusammenbraut.

Das könnte Sie auch interessieren

Ärztemangel am Beispiel Lauchhammer (Quelle:rbb/Brandenburg aktuell)
rbb/Brandenburg aktuell

Abgehängt in Brandenburg? - Beispiel: Hausärzte in Lauchhammer

Fühlen sich Brandenburger abgehängt? Das wollte der rbb wissen und hat eine repräsentative Umfrage gestartet. 1.000 Brandenburger wurden befragt. Auch zur Versorgung mit Hausärzten. Ergebnis: Um Berlin herum sieht's ganz gut aus - weiter weg wird's enger. Von Anke Blumenthal