Grauwolf guckt in Kamera; Quelle: imago/Martin Wagner
Audio: Antenne Brandenburg | 19.10.18 | Holger Keßler | Bild: imago/Martin Wagner

Vorstoß im Bundesrat - Brandenburg fordert nationales Konzept für Wölfe

Dass Wölfe Weidetiere reißen und trotzdem nicht getötet werden dürfen, verärgert inzwischen Tierhalter bundesweit. Drei Länder schlugen jetzt im Bundesrat ein nationales Wolfskonzept vor - mit mehr Abschussmöglichkeiten.

Der Bundesrat hat am Freitag über eine bundesweite Regelung zum Umgang mit Wölfen in Brandenburg beraten. Die Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen, in denen es besonders große Populationen gibt, hatten einen Entschließungsantrag vorgebracht, der auch einen Zehn-Punkte-Plan vorsieht: Dieser soll mehr Möglichkeiten schaffen, Wölfe zu bejagen.

Demnach soll das Bundesnaturschutzgesetz angepasst werden. Dieses erlaubt es zwar schon heute den Abschuss einzelner Wölfe, die eine Gefahr für Menschen sind oder sehr erhebliche Schäden anrichten. Wölfe sind aber international und auch in der EU streng geschützt. In Deutschland galten sie 150 Jahre lang als ausgestorben.

In den Redebeiträgen verwiesen am Freitag Vertreter der antragstellenden Länder auf die Ängste der ländlichen Bevölkerung: Wolf, Menschen und Nutztiere müssten gut nebeneinander leben können.  Gefährdungen für Menschen und Übergriffe der Wölfe auf Weidevieh dürfte es nicht geben - nur so könnten die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöht und Ängste abgebaut werden. Im Bundesrat wurde auch über die Finanzierung von Herdenschutzmaßnahmen gesprochen. Der Antrag wird nun in den Ausschüssen weiter beraten.

Bauernbund unterstützt Antrag

Der Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, Reinhard Jung, unterstützte den Antrag bereits im Vorfeld. "Probleme bestehen massiv bei den Weidetierhaltern. Wir fordern als Bauernbund wolfsfreie Zonen", so Jung in einem rbb-Interview. Wo Menschen und Weidetiere seien, habe der Wolf nichts zu suchen und müsse abgeschossen werden. Es gebe inzwischen genug Wölfe in Brandenburg.

Jung bezieht sich in seiner Forderung auch auf Schweden, wo der Abschuss von Wölfen seit Langem möglich sei. Der Brandenburger Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger habe bereits jetzt die Möglichkeit über eine Verordnung, den Abschuss von Wölfen in bestimmten Gebieten zu erlauben, so Jung weiter.

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9 Kommentare

  1. 9.

    Und woher nehmen sie diese " Fachkompetenzen" bezüglich der Viehhaltung? Oder plappern Sie nur brav nach was über Herdenschutzhunde und co so herrlich romantisch propagierte wird. Schonmal einen Herdenschutzhunde gesehen, der von Wölfen angegriffen wurde? Kein schönes Bild. Aber für Tierschützer offenbar das kleinere Übel. Hauptsache dem lieben Wolf geht es gut. Tiere werden offenbar auch, wie Menschen, mit zweierlei Maß gemessen.

  2. 6.

    Lasst die Wölfe leben!

    Sie sind wichtig für eine intakte Natur.

    Das Problem ist der Mensch, nicht der Wolf.

  3. 5.

    Danke
    Mir aus tiefster Seele argumentiert.
    Gut zu wissen, dass es noch Menschen mit gesunden Menschenverstand gibt.

  4. 4.

    Die Lobbyarbeit beginnt Früchte zu tragen. Es wird nicht mehr lange dauern, daß Wölfe gnadenlos abgeknallt werden.
    "Wolf, Mensch und Nutztiere müssen gut nebeneinander leben können?" Indem man die Wölfe abknallt?

  5. 3.

    Ich könnte Bilder zeigen wo Nutztiere am lebendigen Leib auffressen wurden. Keine 100mtr von meinem Eltermhaus. Muffelwildbestand seit ca 5Jahren elemeniert, Altersstruktur von anderen Wildarten völlig kaputt. Wer was davon versteht weiß, dass dies elementar für gesunde Wildbestände ist. Nicht der Wolf ist das Problem, sondern Menschen die auf dem Balkon uns Vorschriften machen wie es gehen soll

  6. 2.

    Wie will man denjenigen Wolf abschießen, der für einen Riss verantwortlich gemacht wird, wenn er schon am nächsten Tag zig Kilometer weiter gewandert ist? Da wird dann leider eher ein anderer, unbeteiligter abgeschossen, der nur zufällig in die Nähe des "Tatorts" seines Vorgängers gekommen ist... Das ganze kann nur auf frischer Tat funktionieren, wenn der entsprechende Wolf dabei zweifelsfrei (z.B. durch Besenderung) identifiziert werden kann. Ich bezweifle, daß das der Fall sein wird. Der Wolf braucht außerdem, wie jedes Tier, eine Schonzeit, denn Abschüsse eines Elterntieres während der Jungenaufzucht wären für diese fatal. Man wird also weitere Risse auch durch Abschüsse nicht verhindern können. Mir wäre es auch lieber, die Viehalter würden besser unterstützt werden, um Risse zu vermeiden. Wölfe sollten lieber lernen, daß Nutzvieh sich nicht lohnt.

  7. 1.

    Man, man, man... Kaum ist das Tier wieder da, wird hier permanent das Theater gemacht:

    "Schießt das Fieh ab."

    Dabei sollte man endlich lernen. Der Wolf gehört genauso wie der Elch, der Bär und der Luchs und Fuchs zur Natur dazu. Ja, Fakt ist, dass Wölfe Schafe reißen. Bloß sollten auch Schäfer endlich mal dazu lernen und auf konventionelle Mittel wie Hütehunde und Elektrozäune zurückgreifen.

    In einem älteren Beitrag schrieb ich dazu schon, dass auch viel zu viele Medikamente Schafen verabreicht werden. Wölfe erkennen kranke Tiere. Deswegen reißen sie so viel. Ergo liegt der Fehler auch noch woanders.

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