Mobilfunkmast Symbolbild (Foto: dpa/Büttner)
Audio: Antenne Brandenburg | 20.11.2018 | Ralf Jußen | Bild: ZB/Jens Büttner

Oberspreewald-Lausitz - Lindenauer wehren sich gegen neuen 5G-Funkmast

Mit dem Handy im Internet surfen oder einfach nur telefonieren? In Lindenau ist das oft ein Problem - das Dorf ist digital ein Ort der weißen Flecken. Ein hochmoderner 5G-Funkmast soll Abhilfe schaffen. Doch eine Bürgerinitiative wehrt sich. Von Martin Schneider

Gerade in ländlichen Regionen Brandenburgs ist es noch immer mühsam, mit dem Handy mobil im Internet zu surfen. Selbst zum Telefonieren reicht mancherorts die Netzqualität nicht aus. Flächendeckend den aktuellen Standard 4G nutzen? Auf dem platten Land ist das oft nur ein Wunsch.

Das soll sich im kleinen Dorf Lindenau (Oberspreewald-Lausitz) ändern. Amtsdirektor Karsten Sickert bezeichnet es als Ort der weißen Flecken. "Es gibt eine Internetplattform auf der sich Bürger melden konnten. Da haben sich viele Lindenauer stark gemacht, dass in Lindenau ein Funkmast gebaut wird."

Der soll nun kommen, sogar für das künftige Hochgeschwindigkeitsnetz 5G. Doch in die Vorfreude mischt sich Protest. Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet:, weil der Mast nur wenige Meter neben bewohnten Häusern gebaut werden soll. In unmittelbarer Nähe befinden sich Einfamilienhäuser und eine Seniorenresidenz, eine neue Eigenheimsiedlung ist geplant.

Funkmast sucht Standort

Die Anwohner machen sich Sorgen wegen der zu erwartenden Strahlenbelastung. Die Bürgerinitiative will bei regelmäßigen Stammtischen über die Gesundheitsrisiken aufklären. Und sie fordert, dass der Mast an einer anderen Stelle im Ort aufgebaut wird.

Und es ist durchaus möglich, dass es so kommt. Der Amtsdirektor Karsten Sickert zeigt sich gegenüber rbb|24 gesprächsbereit. "Es gab einen Vorschlag, aber die Bürgermeister und Gemeindeväter sind nach wie vor bereit, andere Flächen und Standorte abzuwägen." Denkbar wären etwa ein Platz am Solarpark oder in der Nähe einer Kleingartensiedlung, sagt Sickert. In Stein gemeißelt sei der bisher vorgesehene Standort nicht.

Neues Funknetz soll 2020 marktreif sein

Die Lausitz soll Modellregion für den schnellen 5G-Mobilfunkstandard werden. Das hatte die Kohlekommission des Bundes in ihrem Zwischenbericht im Oktober in Aussicht gestellt. Der Haushaltsausschuss des Bundes hat dafür rund 85 Millionen Euro freigemacht.

Das neue Funknetz soll 2020 marktreif sein. Mit dem heute gängigen Standard 4G sind unter guten Bedingungen Downloads von 100 Megabit pro Sekunde möglich. Die neue Technologie verspricht 10.000 Megabit pro Sekunde.

Ein praktisches Erprobungsgebiet soll der Lausitzring werden. Auf dem DEKRA Testgelände soll die Kommunikation der Zukunft erprobt werden. Autos, Ampeln und Straßenbeleuchtung sollen dort Daten über den Kommunikationsstandard 5G austauschen.

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11 Kommentare

  1. 11.

    Sehe ich auch so. Breits bei 4G wurden dieselben Argumente herangezogen und viel Unheil beschworen. Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht, zumindest bei Einhaltung der Grenzwerte, kein Grund zur Sorge, wie dieses Interview zeigt:
    https://www.5g-anbieter.info/interviews/19/bundesamt-strahlenschutz.html
    Allerdings räumt sie auch ein, dass man bei mm-Bändern noch weiter forschen muss, obgleich bisherige Erkenntnisse kein Grund zur Sorge liefern. Das Meise wird direkt auf der Haut absorbiert, ähnlich wie Licht.

  2. 10.

    Was sind denn Funkstrahlen? Gibt es ein Physikbuch oder einen Wikipedia-Artikel, wo man darüber nachlesen könnte?

  3. 9.

    lieber Dr. Kawasaki, liebe Brandenburger,
    mein Tipp: macht aus Eurer Region eine Urlaubszone für gestresste elektrosensible Menschen - davon wird es in Zukunft jede Menge geben, und die Regionen in Deutschland sind rar, in der die Mobilfunkabdeckung schlecht ist - das ist Eure Chance! Bemüht Euch statt um Mobilfunkabdeckung um Glasfaserverkabelung für das schnelle Internet - das ist die Zukunft.

  4. 8.

    Für die Navigation braucht man kein Datennetz, lediglich GPS. Man müßte natürlich seine Abhängigkeit von der Datenkrake Google aufgeben. Könnten Sie sich vorstellen damit zu leben, daß Google nicht weiß, wo Sie in die Gegend gefurzt haben?

  5. 7.

    Hallo Andreas...Du machst es Dir etwas sehr einfach, denn Du kennst die Gegebenheiten vor Ort überhaupt nicht. Der Ort Lindenau ist zu großen Teilen abgedeckt, man muss vielleicht 20 m gehen, um einen besseren Empfang zu haben.
    Die vereinzelten Netzlücken können durch kleinteilige Anlagen abgedeckt werden, dazu muss nicht solch ein Mast gebaut werden. Noch dazu in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten mit vielen Kindern und älteren Leute.
    Ich würde Dir empfehlen mal einige Studien zu den Auswirkungen der Funkstrahlen zu lesen, dann kannst Du vielleicht die Bedenken der Bürger dort verstehen.

  6. 6.

    Das ist wieder einmal super....Hauptsache ein solcher Funkmast wird gebaut, egal ob er Schädigungen hervorruft oder überhaupt notwendig ist. Wenn ich mir die Karte zu den Funklöchern in Brbg. anschaue, gibt es viele weiße Flecken ohne unmittelbare Nähe zu Wohngebieten. Dieser Funkmast in einer solchen Nähe zu Wohngebäuden ist laut LTE-Karte überhaupt nicht notwendig, dazu gibt es viele Alternativen.
    Es haben sich auch nicht VIELE Bürger Lindenaus zu den Funklöchern gemeldet, sondern 14. Das Problem hier ist, dass die Gemeindevertreter über die Köpfe der Bürger etwas entscheiden, ohne diese darüber informieren, wie es in vielen anderen Gemeinden üblich ist. Hier ist eine Vorsorge durch die Gemeinde notwendig.
    Zu den Schädigungen und Verfahrensweisen solcher Masten empfehle ich die Webseiten von funktechanalyse und diagnose-funk. Es gibt über 100 Studien die die Schädlichkeit von Mobilfunkmasten beweisen, aber keine einzige die aussagt, das Funkstrahlen unschädlich sind.

  7. 5.

    Das ist wieder einmal eine typische Berichterstattung....Hauptsache ein solcher Funkmast wird gebaut, egal ob er Schädigungen hervorruft oder überhaupt notwendig ist. Wenn ich mir die Karte zu den Funklöchern in Brbg. anschaue, gibt es viele weiße Flecken ohne unmittelbare Nähe zu Wohngebieten. Dieser Funkmast in einer solchen Nähe zu Wohngebäuden ist laut LTE-Karte überhaupt nicht notwendig, dazu gibt es viele Alternativen.
    Es haben sich auch nicht VIELE Bürger Lindenaus zu den Funklöchern gemeldet, sondern 14. Das Problem hier ist, dass die Gemeindevertreter über die Köpfe der Bürger etwas entscheiden, ohne diese darüber informieren, wie es in vielen anderen Gemeinden üblich ist.
    Zu den Schädigungen und Verfahrensweisen solcher Maste empfehle ich die Webseiten von funktechanalyse und diagnose-funk. Es gibt über 100 Studien die die Schädlichkeit von Mobilfunkmasten beweisen, aber keine einzige die aussagt, das Funkstrahlen unschädlich sind.

  8. 4.

    Leidenschaftliche Radfahrer packen die Karte aus und navigieren sich damit durchs Land! Karten die man noch mit den Händen spüren kann...
    Für alle, die nicht so auf die haptik von Papier stehen, empfehle ich Offlinekarten, die man im heimischen WLAN herunterladen kann.
    Und falls Sie die Ursache der Funklöcher beispielsweise im Wald herausfinden wollen, richten Sie Ihr Anliegen doch mal an das naheliegende Forstamt oder der Umweltbehörde. Die werden Ihnen eindrucksvoll die Butter vom Brot nehmen.

  9. 3.

    Ich denke, die Bürgerinitiative hat einigen Grund... Kennen Sie Peer-review-Studien wie "Brain proteome response following whole body exposure of mice to mobile phone or wireless DECT base radiation" (permanente Veränderungen im Gehirn), "Adult and childhood leukemia near a high-power radio station in Rome, Italy", "Incidence of cancer in the vicinity of Korean AM radio transmitters" u. v. a. m.? Und wissen Sie, dass die WHO "radiofrequency" EMFs als "possibly carcinogenic to humans" klassifiziert? Siehe www.iarc.fr/en/media-centre/pr/2011/pdfs/pr208_E.pdf .

  10. 2.

    Unverständlich, hier wird wieder gegen einen Funkmast gemeckert und morgen rufen dann die gleichen Kunden bei ihren Anbietern an und beschweren sich, dass sie an Ort xy keinen Empfang haben oder man keine 200km fahren kann, ohne ein Funkloch zu erwischen. Sorry, aber wer mobiles Netz haben möchte, der muss sich nunmal auch mit entsprechenden Funkmasten zufrieden geben. Von nichts kommt nichts.

  11. 1.

    "Die Bürgerinitiative will bei regelmäßigen Stammtischen über die Gesundheitsrisiken aufklären." - Sie will aufklären? Sie sollte sich selbst erstmal aufklären lassen. Die Angst vor angeblich gefährlicher Strahlung von Mobilfunkmasten hat nichts mit der Realität zu tun. Wir sind von Strahlung umgeben. Auch Licht ist elektromagnetische Strahlung. Unser Körper produziert elektromagnetische Strahlung - Körperwärme. Nur wenige Arten von Strahlung sind wirklich gefährlich. Die von Mobilfunkmasten gehört nicht dazu.

    Wenn ich mit dem Fahrrad durch Brandenburg fahre, ärgere ich mich maßlos über Funklöcher. Wie soll man im ländlichen Raum so navigieren? (Rad)tourismus ist der Renner in Brandenburg. Ein funktionierendes Mobilfunknetz ist dafür extrem wichtig. Will man völlig abschnitten von der Zivilisation leben? Dann soll man auch auf Tourismus verzichten, der massiv Geld in den ländlichen Raum bringt.

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