Anwohner des Ortes Proschim in Brandenburg protestieren gegen den Braunkohleabbau vor Ort. (Bild: rbb)
Video: Brandenburg aktuell | 28.11.18 | Anke Blumenthal | Bild: rbb

Bündnis gegen Abbaggerung - Braunkohle-Dörfer tun sich zusammen

Proschim, Kuckum, Pöldelwitz sind drei kleine Dörfer mit einem großen Problem: Alle drei sollen weggebaggert werden und Tagebauen weichen. Im Kampf dagegen haben sie sich jetzt zu einem Bündnis zusammengeschlossen.

Unter dem Motto "Alle Dörfer bleiben!" haben sich drei Orte in Ost- und Westdeutschland zusammengeschlossen. Die vom Braunkohleabbau bedrohten Dörfer Proschim (Landkreis Spree-Neiße), Pödelwitz bei Leipzig und Kuckum in Nordrhein-Westphalen wollen sich gemeinsam gegen eine mögliche Abbaggerung wehren.

Man wolle zusammen gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung kämpfen, teilten die Beteiligten am Mittwoch mit. Bereits am 1. Dezember nimmt das Bündnis an Demonstrationen für den Kohleausstieg in Köln und Berlin teil.   

"Unsere Dörfer sind Jahrhunderte gewachsen"

"Es ist ja kein Geheimnis, dass die Braunkohle auslaufen wird", meint Karin Noack aus dem Dorf Proschim. Ihr Ort ist von einer möglichen Erweiterung des Tagebaus Welzow-Süd bedroht. "Es gab eben mal diesen schönen Satz 'kein weiteres Dorf mehr' und der gilt für mich nach wie vor." Die beteiligten Dörfer seien über Jahrhunderte gewachsen und könnten nicht ersetzt werden.

Sollte der Tagebau Welzow-Süd erweitert werden, wären neben Proschim auch weitere Teile von Welzow und das Dorf Lindenfeld betroffen. 800 Menschen müssten dann umgesiedelt werden.

Das Ortsbündnis hat seine Wurzeln im Rheinland. Ein Teil der Aktivisten hatte dort unter anderem gegen die Räumung eines Camps im Hambacher Forst demonstriert. Der Energiekonzern RWE will das Waldstück zur Braunkohlegewinnung roden.

Gemeinsames Vorgehen auch der Kohleländer

Eine ganz andere Allianz bildeten die vom Kohleausstieg betroffenen Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen am Mittwoch: Die Landesregierungen teilten mit, dass sie eine eigene Arbeitsgruppe zum Kohleausstieg gegründet hätten. Diese solle noch im Dezember von diesen Kohleländern abgestimmte Vorschläge zum Strukturwandel vorlegen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bestätigte im Inforadio dieses gemeinsame Vorgehen und wiederholte dabei Forderungen der Kohleländer, nach Projekten in den Bereichen Infrastruktur und nach Ansiedlungen von Wissenschaftsstandorten dort. Woidke betonte, es sei für die Zeit nach dem Ausstieg wichtig, die Kompetenz der Region in Sachen Energie weiter zu nutzen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.11.2018, 15:30;

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Proschim bleibt !!!
    Die LEAG wird sich wundern, Hambacher Forst und RWE sind nur ein Vorgeschmack falls die nur daran denken die dreckigste Braunkohlebude Jänschwalde mit Welzoer Kohle zu befeuern wenn der Tagebau JW ausläuft.

  2. 2.

    Soviel zu der Behauptung, dass die Lausitz die Braunkohle braucht. Sie braucht sie nicht! Die Braunkohle schadet der Lausitz. Das werden diese Lausitzer bestätigen. In Zeiten des Klimawandels wäre jeder weitere Kohleabbau in höchstem Maße schädlich. Nicht nur für das Klima, von dem direkt oder indirekt alle 80 Mio. Deutschen abhängen, sondern auch für die Menschen, deren Heimat in eine Mondlandschaft verwandelt werden würde!

    Zur Demo am 1. Dezember werde ich ebenfalls gehen, vor allem nachdem ich mir selbst ein Bild von der Umweltzerstörung durch den Tagebau Welzow-Süd machen konnte.

  3. 1.

    Ehrlich? Ausstieg ist absehbar und es sollen noch Dörfer platt gemacht werden? Das kann doch kein Mensch mehr begründen und erklären.

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