Das Foto soll Anhänger des FC Energie Cottbus nach dem Aufstieg am 27.05.2018 mit einem Banner in Cottbus zeigen (Quelle: Screenshot Twitter Jüdisches Forum)
Audio: Antenne Brandenburg | 06.03.2019 | Dirk Schneider | Bild: Twitter

Ku-Klux-Klan-Aktion in Cottbus - Verfahren gegen Polizeidirektorin eingestellt

Neun Monate hat die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen eine Polizeidirektorin wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt ermittelt - am Mittwoch hat die Behörde entschieden, das Verfahren einzustellen.

Der Beamtin war vorgeworfen worden, bei den Feierlichkeiten zum Aufstieg von Energie Cottbus im Mai vergangenen Jahres nichts gegen Personen unternommen zu haben, die sich auf dem Altmarkt Ku-Klux-Klan-Hauben aufgesetzt hatten.

Aktion nicht mitbekommen

Die Ermittlungen ergaben nun, dass die Polizeidirektorin nichts gegen die Personen hätte unternehmen können. Laut Staatsanwaltschaft gebe es keine tragfähigen Anhaltspunkte dafür, dass sie das etwa einminütige Geschehen selbst wahrgenommen habe oder durch Dritte darüber informiert wurde.

Polizei in Kritik

Nach dem Aufstieg von Energie Cottbus im Mai 2018 hatten Vermummte auf dem Altmarkt mit einem Banner posiert, auf dem das Symbol des rassistischen Ku-Klux-Klans zu sehen ist. Sie hatten außerdem die typischen weißen Hauben des Geheimbundes getragen.

Anschließend stand auch die Polizei in der Kritik. Wie Ines Filohn von der Pressestelle damals sagte, waren Beamte in unmittelbarer Nähe. Sie hätten die Mützen auch registriert, allerdings als Maskierung fehlinterpretiert, damit man die Träger beim Abbrennen von Bengalos nicht erkenne.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

10 Kommentare

  1. 10.

    Merkwürdig, ich habe noch von keinen extremistischen Strafttaten in Potsdam gehört, dafür aber jede Menge rechtsextremistische Taten in Cottbus. Insofern hat Hulkhagen recht, die Stadt und Südbrandenburg hat ein Problem mit Rechtsextremisten welches sie nicht in den Griff bekommen. Warum hat in Cottbus eine rechtsextreme "Partei" solche Wahlerfolge, warum kann sich ein Angestllter der Stadt rassistische Entgleisungen ohne Konsequenzen erlauben? Warum dürfen sich in Cottbus Rechtsextremisten zusammenrotten ohne dass sich Widerstand regt?

    1000 Z. reichen nicht aus zu beschreiben wie dicht und verflochten die rechtextremen Netzwerke in Cottbus und Umgebung sind.

  2. 9.

    Wie kommen Sie zu dieser ungeheuerlichen Aussage. Ich schließe auch nicht von der linksextremen Babelsberger Fußballszene auf die Potsdamer.

  3. 8.

    Cottbus halt...wen wunderts da noch, dass dort die rechtsextreme Szene blühen und gedeihen kann. Im Ignorieren, Wegsehen und Kleinreden waren Stadt, Polizei, Staatsanwaltschaft und Energie schon immer spitze.

  4. 7.

    Hey! Da sind Professionelle gefragt, nicht Sie (Ob Ihnen das aufgefallen wäre, ist bzgl. der Bewertung von Straftaten nicht die Messlatte). Und wenn Profis, die „von uns“ Gehälter beziehen, sich nicht auskennen, dann sollten sie geschult werden oder belangt.

  5. 5.

    Warum wundert mich das bei der Staatsanwaltschaft und der Polizei in Cottbus nicht?

  6. 4.

    "Eine Minute sind selbst die größten Spinner mal zu ertragen."

    Offensichtlich "erträgt" die Naziecke in BB noch viel mehr...

  7. 3.

    Was für eine lächerliche Begründung, sie habe nichts mitbekommen. Das spielt überhaupt keine Rolle! Sie ist für die Polizist*innen verantwortlich und damit für deren Strafvereitelung in mehreren Fällen. Wer Amtsträger*in in diesem Land ist, hat Verfassung, inkl. Demokratie und Menschenrechte, ohne Abstriche zu vertreten und zu verteidigen.

    Natürlich ist der kundige Beamte nicht darauf gekommen, die Personalien der Verdächtigen bzgl. Bengalo-Entzündung
    aufzunehmen. Das bestätigt dreist die weitere Amtsvereitelung!

    Wer wegschaut, stärkt den Rechtsextremismus. Wenn Beamt*innen vor Ort überfordert oder gefühlt bedroht und in kräfte-/ zahlenmäßiger Unterlegenheit waren, dann kann man das auch so benennen. Hier aber legitimiert(!) das Bundesland Brandenburg rechtsextreme Aktivitäten. Dabei hätte man aus den Jahrzehnten des Ignorierens bzgl. rechten Umtrieben lernen müssen. Kurzum: Wer für diese Polizeiarbeit ungeeignet ist, muss den Dienst quittieren, unehrenhaft.

  8. 2.

    Ich hätte das Symbol nichtmal zuordnen können... Einminütige Aktion? Also, dafür so ein Ermittlungsaufwand ist schon heftig. Eine Minute sind selbst die größten Spinner mal zu ertragen.

  9. 1.

    Einfach nur lächerlich! Wie soll man da noch die Polizei ernstnehmen???

Das könnte Sie auch interessieren