Kabinette von Brandenburg und Sachsen beraten in Hoyerswerda (Foto: dpa/Killig)
Video: Brandenburg aktuell | 11.06.2019 | Rico Herkner | Bild: ZB dpa

Brandenburg und Sachsen - Kohle-Länder wollen bei Strukturwandel enger kooperieren

Dass die Lausitz Brandenburg und Sachsen verbindet, wird beim Thema Kohleausstieg besonders deutlich. Die beiden Landesregierungen wollen künftig enger zusammenarbeiten. Zudem richteten sie einen Appell an die Jugend.

Brandenburg und Sachsen wollen beim Strukturwandel in der Lausitz künftig noch enger zusammenarbeiten. Bei einer gemeinsamen Kabinettsitzung in Hoyerswerda (Sachsen) betonten die Regierungschefs beider Kohleländer ihre Absicht, die Struktur bis zum Ausstieg aus der Braunkohle gemeinsam zu entwickeln.

Die Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) und Michael Kretschmer (CDU) forderten zudem einen schnellen Ausbau der Infrastruktur. Der Kohleausstieg und der Beitrag zu den Klimazielen werde nur gelingen, wenn in der Lausitz neue, gute Arbeitsplätze entstehen.

"Historische Chance"

Darüber hinaus wurden weitere Vorhaben besiegelt. So soll es ein länder- und spartenübergreifendes Kunstfestival in der Lausitz geben. Geplant ist auch, die Region gemeinsam zu vermarkten. Um eine verlässliche Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk ab 2021 zu gewährleisten, wollen beide Länder ein Finanzierungsabkommen mit dem Bund abschließen.

Es gebe jetzt eine "historische Chance" und die gelte es zu ergreifen, betonte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Der Bund habe sich mit dem Strukturstärkungsgesetz und zugesagten 40 Milliarden Euro zur Region bekannt. Nun gehe es um eine rasche Umsetzung konkreter Projekte, vor allem in Wissenschaft und Forschung sowie den Ausbau wichtiger Schienenverbindungen wie der Strecke Berlin-Cottbus-Görlitz oder in Richtung Polen.

Die Lausitz müsse über Länder-Grenzen hinweg zur Modellregion für den Kohleausstieg werden, sagte auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.

Appell gegen den Wegzug

Vor der Sitzung in Hoyerswerda hatten die Ministerpräsidenten Kretschmer und Woidke mit Gymnasiasten diskutiert. Dabei riefen sie die jungen Menschen dazu auf, in ihrer Heimat zu bleiben und sich einzumischen.

Für die Zukunft der Region sei der Verbleib junger Leute entscheidend, sagte Woidke. "Es ist wichtig, dass ihr euch einmischt und mitmacht", so Woidke. Er räumte ein, dass es bei vielen Menschen in der Lausitz eine große Verunsicherung wegen des Ausstiegs aus der Braunkohle gebe. Für 50.000 Menschen werde sich das berufliche Umfeld in den kommenden Jahren verändern.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Weshalb sollen die jungen Leute hierbleiben Herr Woidke? Das hat schon Herr Stolpe seinerzeit versucht: "bleiben sie hier und es wird sich lohnen" - und hat es sich gelohnt? Für die Rente? Die Bezahlung ihrer eigenen Bediensteten ist ein Beispiel der Geringschätzung und Gängelei durch ständige Mehrarbeit. Sie fordern schon wieder statt zu handeln. Sie wollen gigantische Bundesmittel so gönnerhaft umverteilen wie die erfolglosen letzten 30 Jahre vergeigter Großprojekte?

  2. 2.

    Die Herren Minister können das ganze Fördergeld ja in den Ausbau von Windkraft, Solar und Power-to-X Technologie werfen. Da entstehen zukunftsträchtige Arbeitsplätze und gut für die Energiewende ist es auch.

  3. 1.

    Appell gegen den Wegzug
    Alles klar Herr Kretschmer und Herr Woidke! Dann schauen Sie mal die Löhne an, die in Hoywoy und Umgebung bezahlt werden! Da kann ich jeden Jugendlichen verstehen, daß Sie nach der Schul beziehungsweise Lehrzeit das Weite suchen und die Lausitz verlassen! Denn Sie wollen bestimmt nicht nur die Grundrente später bekommen!

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