Aufsteller der btu Cottbus; Bild: BTU Cottbus - Senftenberg
Audio: Antenne Brandenburg | 18.10.2019 | Holger Keßler | Bild: BTU Cottbus - Senftenberg

Nichtwahl des BTU-Präsidenten - Münch: "Das ist kein gutes Zeichen nach außen"

Die gescheiterte Wahl des Kandidaten für die Präsidentschaft der Cottbuser Universität hallt nach. Wissenschaftsministerin Münch nannte die Nichtwahl ein "schwieriges Signal" für künftige Kandidaten. Auch aus der Wirtschaft gibt es negative Reaktionen.

Die Nichtwahl des einzigen Kandidaten für die Präsidentschaft der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), Hans-Hennig von Grünberg, sorgt für Unmut in der Lausitz. Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) nannte die Entscheidung des Senats ein "schwieriges Signal" für künftige Kandidaten. Auch die Industrie- und Handelskammer Cottbus kritisiert die gescheiterte Wahl.

Interimspräsidentin bleibt zunächst im Amt

"Diese Nichtwahl ist natürlich kein gutes Zeichen nach außen", sagte Martina Münch am Freitag. Sie hätte sich gewünscht, dass die BTU bereits ab Freitag einen neuen Präsidenten hat. "Wir müssen im Grunde wieder von vorne anfangen. Die Findungskommission wird einen neuen Kandidaten suchen müssen", erklärt die Wissenschaftsministerin. Dieses Auswahlverfahren dauere aber erneut sehr lang.

Nach dem Rücktritt des aktuellen Wirtschaftsministers Jörg Steinbach als Präsident hatte die Kandidatenfindung knapp ein Jahr gedauert. Münch betonte auch, dass in Hinblick auf sinkende Studentenzahlen ein schneller Neustart mit einem neuen Präsidenten nötig gewesen wäre. Nun werde Interimspräsidentin Christiane Hipp weiterhin im Amt bleiben.

Auch Münch kenne die Gründe für die Nichtwahl von Grünbergs nicht. Sie halte ihn für einen guten Kandidaten. Außerdem sei es für künftige Kandidaten ein schlechtes Signal, wenn man sich auf einen Kandidaten einige und dieser nicht gewählt werde.

Wirtschaftsvertreter bedauern Nichtwahl

Kritik an der Nichtwahl gibt es auch von der Cottbuser Industrie- und Handelskammer. "Wir als Wirtschaftsvertreter der Region bedauern das zutiefst", so der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK, Maik Bethke. "Wir glauben, dass die BTU einer der wichtigen Bausteine für einen erfolgreichen Strukturwandel ist." Eine Uni ohne Präsident sei dagegen nur eine halbe Universität. Man hoffe, dass die Universität das Verfahren schnell wieder aufnehme um in den nächsten Wochen und Monaten einen neuen Präsidenten wählen zu können.

Ein weiteres Jahr zur Findung neuer Kandidaten sei zu lang. "Die Universität braucht einen Kopf, der strategisch die Linien vorgibt, der Ideen entwickelt, wie man gemeinsam mit der Wirtschaft und der Politik den Strukturwandel gestalten kann", so Bethke.

Von Grünberg war Hochschulmanager des Jahres

Hans-Hennig von Grünberg war der einzige wählbare Kandidat für die BTU-Präsidentschaft. Aktuell ist er der Präsident der Hochschule Niederrhein. 2017 wurde der Physiker als Hochschulmanager des Jahres ausgezeichnet.

Bereits im Vorfeld sickerte durch, dass die Wahl keine reine Formsache werden würde. Einigen Universitätsvertretern galt von Grünberg als zu wenig universitär. Über die genauen Gründe, aus denen der Senat nicht für von Grünberg stimmte, sei Stillschweigen vereinbart worden.

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