Michael Stübgen in seinem Büro in Finsterwalde (Bild: Iris Wussmann)
Michael Stübgen in seinem Büro in Finsterwalde | Bild: rbb/Iris Wussmann

Michael Stübgen im Brandenburger Landtag - Ein Finsterwalder wird Innenminister

Der Brandenburger Koalitionsvertrag ist unterschrieben, am Mittwoch soll die neue Regierung vereidigt werden. Neu im Kabinett ist der Finsterwalder Michael Stübgen. Der künftige Innenminister bringt fast 30 Jahre Parlamentserfahrung mit. Von Iris Wussmann

Am Mittwoch wird im Brandenburger Landtag die neue Landesregierung vereidigt. Neu dabei ist Michael Stübgen. Der 60-Jährige bringt dennoch Parlamentserfahrung mit in den Landtag. Fast 30 Jahre hat er für die CDU im Bundestag gesessen. Zuletzt war er parlamentarischer Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium.

Nach der Landtagswahl am 1. September stieg Stübgen zum Verhandlungsführer seiner Partei bei den Koalitionsgesprächen auf. Nun wird der Finsterwalder Innenminister und Vizeministerpräsident. Für seine erste Amtszeit nimmt sich Stübgen einiges vor.

Vom Bundestag in den Landtag

Jeans, offenes Hemd, Wollpullover - Michael Stübgen gibt sich am Dienstag locker und volksnah. Sein Wahlkreisbüro liegt direkt in der Innenstadt von Finsterwalde. Seit 1990 sitzt der 60-Jährige ununterbrochen im Bundestag. Damit ist er neben Angela Merkel der einzige aus Ostdeutschland.

Die Arbeit im Parlament hat Stübgen geprägt. "Mir wird einiges in Berlin fehlen, dieser Bundestag gehört zu meinem Leben seit fast 30 Jahren", erzählt er. Nur die Nachtsitzungen wird er nicht vermissen, wie der designierte Innenminister meint.

Nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl im September hat Stübgen Verantwortung übernommen und von Bundes- auf Landesebene gewechselt. Auch, wenn er gern in Berlin geblieben wäre, war ihm sofort klar, dass er auch selbst antreten muss.

Fokus auf Polizei und Kriminalität

Stübgen wurde zum Landesvorsitzenden der CDU und ist ab Mittwoch voraussichtlich der neue Innenminister Brandenburgs. Damit übernimmt er eine ganze Reihe von Aufgaben. Besonders wichtig ist ihm die Stärkung der Polizei mit Ausrüstung und Personal. Damit soll umgesetzt werden, was die Menschen seiner Meinung nach erwarten würden. "Die Abschiebung krimineller Ausländer, die auch den meisten Ärger machen und die Frustration erzeugen in der Bevölkerung", so Stübgen.

Daneben sieht er sich auch als Fürsprecher für die Lausitz, ohne dabei das ganze Land aus dem Blick zu verlieren. Er will die besondere Situation des Strukturwandels nach dem Braunkohleausstieg im Blick haben, muss sich aber auch um Dinge wie eine Drehleiter für eine Dorffeuerwehr kümmern.

Stübgen, der normalerweise Einkäufe in seiner Heimatstadt meidet und Radtouren lieber in den Nachbarlandkreis verlegt, wird nun wohl bekannter und präsenter werden. Statt als Bundestagsabgeordneter China, Indien oder Russland zu besuchen wird Stübgen ab sofort hauptsächlich in der Region anzutreffen sein. "Jetzt bin ich doch zum großen Teil in meiner Heimat in Brandenburg unterwegs", wie er meint.

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