Ortseingangsschild von Burg im Spreewald
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Audio: Antenne Brandenburg | 30.06.2020 | Sebastian Schiller | Bild: dpa-Zentralbild

Befürchtungen von Sicherheitsbehörden - Wird Burg Anziehungspunkt für Rechtsextreme?

Das Brandenburger Innenministerium befürchtet die Entstehung eines rechtsextremistischen Szenetreffs in Burg im Spreewald (Spree-Neiße). Hintergrund ist der Betrieb einer Gaststätte durch Daniel G., der Verbindungen in die rechtsextreme Szene haben soll.

"Direkt nach Aufhebung der Corona-Maßnahmen an Christi Himmelfahrt fand dort ein Treffen stand, bei dem sich szenebekannte Rechtsextremisten eingefunden haben", sagte Ministeriumssprecher Martin Burmeister dem rbb. "Es steht also zu befürchten, dass aus dieser Liegenschaft ein rechtsextremistischer Szenetreff werden könnte." Zunächst hatte die "Berliner Morgenpost" berichtet.

Razzia in früherem Geschäft von Daniel G.

Nach rbb-Informationen ist der jetzt in Burg agierende Gaststättenbetreiber Daniel G. den Sicherheitsbehörden bekannt. Im April 2019 ging die Polizei mit einer großen Razzia unter anderem auch in Cottbus gegen eine Mischszene aus Rockern, Türstehern, Neonazis und Kampfsportlern vor.

Auch Daniel G. soll Teil dieser vom Verfassungsschutz als "toxisches Gebilde" bezeichneten Szene sein. Als Geschäftsführer eines Ladens verkaufte er Modeartikel rechtsextremer Marken, die vor allem bei Kampfsportlern beliebt sind. Auch bei ihm gab es Durchsuchungen.

Hotelbesitzer will Betreiber wieder loswerden

Inzwischen ist auch die Amtsverwaltung auf Daniel G. aufmerksam geworden. "Ich persönlich wünsche mir, dass er bei uns hier in Burg nicht Fuss fasst. Rechtsextremisten haben hier in unserem Kurort nichts zu suchen", sagte Amtsdirektor Tobias Hentschel (parteilos).

Daniel G. betreibt zudem ein Bio-Hotel mit Restaurant in Burg. Inhaber Olaf Schöpe, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Brandenburg, hat nach eigener Aussage nichts von der rechten Gesinnung des Betreibers gewusst. "Wenn man einen Unternehmensnachfolger sucht und findet einen Partner, dann freut man sich darüber in unserer Branche. Wer sich dahinter verbirgt, das sieht man ja leider nicht", sagte Schöpe dem rbb. Er hofft nun, dass G. die Auflagen eines Bio-Hotels nicht erfüllt und er den Betreiber so wieder loswerden kann.

Der Versucht der rechtsextremistischen Szene, in ländlichen Gegenden Fuß zu fassen, ist nicht ungewöhnlich, wie Gideon Botsch vom Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam erklärt: "Es gibt definitv eine Strategie der Verlagerung in den ländlichen Raum. Aber natürlich auch dem Wunsch vieler Szenegänger weit weg zu sein von liberalen, von bunten oder von migrationsgeprägten Alltagskulturen."

Sendung: Brandenburg aktuell, 30.06.2020, 19:30 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    Und was haben sie als Nazisympathisant daran zu bemängeln? Aber wer sich schon "Kräbs" nennt und aus CB stammt...

    Der Krebs ist in CB ein bekanntes Symbol der Neonaziszene, vgl. die Nazipolizisten aus CB.

    https://www.rbb24.de/studiocottbus/politik/2019/12/cottbus-polizisten-graffito-ende-gelaende-dc-rechte-symbole.html

    Und Grüße an ihre Sockenpuppe, es fällt nämlich ü-b-e-r-h-a-u-p-t nicht auf, wie sie sich die Bälle zuspielen. Aber Nazis waren noch nie die hellsten Kerzen auf der Torte.

    Daniel G. ist einschlägig bekannt.

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/verfassungsschutz-warnt-vor-szene-treff-sparkassen-kredit-fuer-nazi-gaststaette-in-brandenburg/25967740.html

  2. 9.

    Sie wollen Rechtsextremismus also verharmlosen, indem Sie ihn auf die politisch rechts motivierten Straftaten reduzieren? Falsch gedacht - erwartbar. Rechtsextremismus äußert sich mitnichten erst mit Straftaten, noch nicht einmal nur durch Handlungen insgesamt, sondern bereits durch Einstellungen. Es ist wichtig, dass öffentlich-rechtliche Berichterstattung dazu stattfindet, damit sich eben keine hegemoniell rechtsextremen Milieus bilden können, in denen irgendwann alle so miteinander verzahnt sind, dass sich niemand mehr traut, etwas gegen Rechtsextreme zu unternehmen. Burg ist schließlich eher ein Nest mit rund 4.200 Einwohner*innen.

    Ihr Hinweis auf strafrechtlich Relevantes ist aber nicht völlig aus der Luft gegriffen, schließlich neigen Rechtsextreme dazu, in kriminelle Handlungen verwickelt zu sein, bei der Devisenbeschaffung jeglicher Art, um rechtsextreme bis rechtsterroristische Netzwerke auszubauen. Ebenso erwartbar.

  3. 8.

    Sie müssn nicht den Text wiederholen. Den habe ich gelesen, Ein Wort haben Sie dabei vergessen, es geht um "mutmaßlich" diese Delikte. Von einer Verurteilung oder wenigstens von einer Verfahrenseröffnung wegen dieser Delikte habe ich nichts gelesen.

  4. 5.

    Vielen Dank für die Rückmeldungen. Aber ich dachte eher an justiziable Vorkommnisse.
    Oder gabs inzwischen was, was ich überlesen habe?

  5. 4.

    Ich sehe, Sie kennen sich da rechtlich aus. Ich bin da nicht so bewandert. Eine Frage dazu, welcher Strafrechtsparagraph ist da einschlägig?

  6. 3.

    Der glasklar formulierte Vorwurf aus dem Brandenburger Innenministerium lautet: "Es steht also zu befürchten, dass aus dieser Liegenschaft ein rechtsextremistischer Szenetreff werden könnte."

  7. 2.

    Dann haben Sie eventuell nicht aufmerksam genug die obige Berichterstattung gelesen? Ich lese einen Nachrichtenartikel, der auf die beunruhigende Szene-Entwicklung in Burg aufmerksam macht und gleichzeitig eine polizeibekannte Person in diesem Kontext kommentiert. Also Aufklärung und Einordnung für alle rbb24 Leser zu aktuellen rechtsradikalen Umtrieben in Brandenburg.

  8. 1.

    Was wirft man dem "Daniel G" denn konkret vor? Ich habe es dem RBB Text nicht entnehmen können.

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