Aufbau einer Kathodenfabrik in Schwarzheide - BASF bekommt 175 Millionen Euro Fördergelder

Ein Mitarbeiter der BASF Schwarzheide GmbH im südbrandenburgischen Schwarzheide geht über eine Treppe zu einem Tanklager, aufgenommen am 17.03.2010 (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)
Bild: dpa/Ralf Hirschberger

Für den Aufbau einer Kathodenfabrik in Schwarzheide hat der Chemiekonzern BASF am Mittwoch 175 Millionen Euro Fördergelder erhalten. In zwei Jahren soll die Produktion laufen. Die IHK rechnet mit bis zu 200 neuen Arbeitsplätzen.

Um am Standort Schwarzheide eine Fabrik für Kathoden, Grundstoffe zur Batteriefertigung, aufzubauen, hat der Chemiekonzern BASF am Mittwoch einen Förderbescheid über 175 Millionen Euro bekommen. Das Geld stammt von der EU, vom Bund und vom Land Brandenburg.

Laut aktuellen Planungen soll die Kathodenproduktion bereits 2022 in Schwarzheide beginnen. Standortleiter Jürgen Fuchs sieht darin das Herzstück einer Batterie. "Sie legt fest, wie die Leistungsfähigkeit einer Batterie ist, sprich die Reichweite, die Lebensdauer und wie schnell eine Batterie geladen werden kann" so Fuchs.

Jährlich 400.000 Batterien sollen mit den BASF-Kathoden aus Schwarzheide produziert werden können. Nach Angaben von Fuchs sei es eines der wichtigsten Projekte des Konzerns weltweit.

Positive Reaktionen aus Politik und Wirtschaft

Entsprechend positiv sind die Reaktionen auf die Fördermittelübergabe. Laut Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wird Brandenburg damit zu einem der europäischen Zentren für Elektromobilität. Als Beispiele nannte Woidke am Mittwoch neben BASF auch Tesla und den Ausbau des Bahnwerks in Cottbus. "Das, was hier passiert, ist die Basis dafür, dass Elektromobilität in Brandenburg weitergehen kann", so Woidke. Derzeit würden Gespräche laufen, um die BASF-Bauteile auch bei Tesla in Grünheide verwenden zu lassen.

Übergabe des Förderbescheids an die BASF (Bild: rbb/Schiller)
Übergabe des Förderbescheids an die BASF | Bild: rbb/Schiller

Für den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK), Markus Tolle ist die Investition ein Zeichen dafür, das sowohl der Standort Schwarzheide, als auch die Lausitz insgesamt international wettbewerbsfähig ist. Für den Strukturwandel nach dem Braunkohleausstieg spricht Tolle von einem Aufbruchssignal und betont die Schaffung von bis zu 200 neuen Arbeitsplätzen.

Auch die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) begrüßt die neue Kathodenproduktion. "Das ist ein innovatives Produkt, das dem Unternehmen eine Zukunft bietet und wir wünschen uns mehr davon in der Lausitz", so die Cottbuser Bezirksleiterin Ute Liebsch. Sie hofft, dass andere Unternehmen nun ebenfalls in der Region investieren.

Die BASF-Produktionsstätte in Schwarzheide ist einer der größten Standorte des Konzerns in Europa. Im Moment arbeiten in dem größten Chemiewerk Brandenburgs rund 3.000 Menschen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 19.08.2020, 19 Uhr 30

10 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 10.

    Ihre Menge an sachlich falschen Aussagen beweist deutlich, dass Sie über die Lausitz nichts wissen.

  2. 9.

    Das Problem bei solchen einseitigen Strukturhilfen ist, das andere Regionen dadurch benachteiligt wurden und werden. Welche Strukturen möchte man eigentlich wieder herstellen. Die Strukturen, Arbeitsplätze und Einwohnerzahlen der DDR ??? Viele Städte, Kommunen und Arbeitsplätze entlang der Tschechischen und Polnischen Grenze wurden zu DDR Zeiten geschaffen. Dann hätten Wir gar keine Wende, in Politik und Wirtschaft gebraucht.

  3. 8.

    Nein !!! Wir Brandenburger geben unser letztes Hemd für BER, Tesla, Lausitz und bessere Infrastruktur nach Polen. Und für künstliche Badeseen zum Paddeln, Tauchen umd Boot fahren, in der Brandenburger/Sächsischen Lausitz, sind uns keine Milliarden zu schade. Da sind 175 Millionen für ein paar Arbeitsplätze bei BASF, natürlich auch kein Thema. Die Lausitz liegt so zentral in Brandenburg, das jede geförderte Milliarde, ausschließlich Berlinern und Brandenburgern zugute kommt. Geht es der Lausitz gut, geht es Berlin und der Hauptstadtregion gut - Oder geht es dann Sachsen und Sachsen-Anhalt gut ??? Manchmal weiß ich schon gar nicht mehr, ob ich Berlin/Brandenburger oder Lausitzer oder Sachse bin. Alles was in Brandenburg gefördert wird, liegt irgendwie in Richtung östlicher Bundesgrenze und südlicher Landesgrenze !!! Irgendwie wählt die Brandenburger Westhälfte falsch, hier kommen jedenfalls keine Milliarden an. Strukturhilfen nur für die Lausitz ???

  4. 7.

    Soll das ein Witz sein? 200 Arbeitsplätze für 175 Millionen Euro?

  5. 6.

    Der Boden in der Lausitz ist viel zu sandig, da versickern die Förder-Milliarden einfach. Auch die Tagebaurestlöcher sind viel zu groß, da sind die Steuermilliarden schneller weg, wie das Brandenburger Wasser.

  6. 5.

    In der Lausitz braucht man nicht auf Wasser oder Wald Rücksicht nehmen. Die Lausitz ist eine der Wasserreichsten Gebiete der Erde und jeder Quadratkilometer Sand, wird dort mit einer geförderten Milliarde aufgewogen. Auch Tesla, BER und die Bundeshauptstadt Berlin, sollten ursprünglich in der Lausitz angesiedelt werden. Und jeder künstliche Badesee bekommt noch seinen eigenen Jachthafen, seine Tauch-und Surfschule und seine eigene Universität. Und die nächsten 10 Milliarden Euro sind von der Politik auch schon bewilligt. Und da regt man sich über 3 Quadratkilometer Tesla-Wald an der A10 auf und wegen ein paar hundert Millionen Fördermittel für Tesla. So ein Quatsch: Brandenburg ist doch das Dubai des Ostens. Als nächstes, soll Cottbus zur Millionen Metropole ausgebaut werden. Was stören da schon überfüllte Züge in der Hauptstadtregion und kaputte Straßen und Radwege, wenn es BASF, den künstlichen Ostsee und die Lausitz gibt. Es lebe die Steuergeldverschwendung.

  7. 4.

    Wo sind hier die Brigaden, die sich um den Wasserverbrauch sorgen?

  8. 3.

    Ist doch schön Steuergeld zu verteilen und das auch noch zu feiern. Zahlt die BASF nach den ersten Gewinnen das Geld zurück? Das wäre doch dann wirklich eine Feier wert.

  9. 2.

    Mich könnte man ja auch mal mit ein paar Millionen fördern, ich verspreche hoch und heilig dann auch was für die Wirtschaft zu tun, UND die Umwelt...

  10. 1.

    Mit dem Geld hätte man in Berlin oder Brandenburg 35.000, nicht 200, Coronaarbeitslosen mit jeweils 5.000€ helfen können. Der Großteil des Geldes versickert sicherlich irgendwo und Computer heißen die neuen Kollegen.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren