Dauerbaustelle soll verschwinden - Neues Konzept für Cottbuser Innenstadtbrache präsentiert

Grafik zum Bebauungskonzept der Stadtpromenade Cottbus (Grafik: Stadt Cottbus/Planungsgruppe Prof. Sommer)
Audio: Antenne brandenburg | 10.06.2021 | Rico Herkner | Bild: Stadt Cottbus

Neue Pläne für die Cottbuser Innenstadt sind am Mittwoch bekanntgegeben worden. Den Cottbuser Stadtverordneten wurde dabei ein abgeändertes Projekt zur Bebauung der Stadtpromenade vorgelegt. Geplant ist ein eingeschossiger und begrünter Sockelbau mit Geschäften, darüber zwei neunstöckige Wohntürme. Sie sollen 85 neue Wohnungen in bester Lage bieten.

Eröffnungstermin schon acht Mal verschoben

Nach Angaben der Stadtverwaltung will der Investor sein Projekt möglichst schnell umsetzen. In den kommenden Monaten muss nun geklärt werden, ob für das veränderte Projekt ein neuer Bebauungsplan gebraucht wird. Aus Sicht der Stadtverwaltung könnte das erforderliche Verfahren bis zu zwei Jahre dauern.

Ursprünglich war auf der Baufläche in der Cottbuser Innenstadt ein weiteres großes Einkaufszentrum neben dem bereits bestehenden Blechen-Carré geplant. 2011 wurden alte aus DDR-Zeiten stammende Gebäude abgerissen. Anschließend tat sich aber nicht mehr viel auf der Baustelle.

Stattdessen liefen Verhandlungen zwischen der Stadt Cottbus und dem Investor zur Gestaltung des neuen Areals. Die in den vergangenen Jahren vorgelegten Planungen scheiterten unter anderem an der Finanzierung. Usprünglich sollte das neue Einkaufszentrum 2012 eröffnet werden. Seitdem wurde der Termin acht Mal verschoben.

Ganz Cottbus zur Gestaltung aufgerufen

Eine Gruppe von Stadtplanern, Architekten und Kulturwissenschaftlern, das "Kollektiv Stadtsucht", nähert sich dem Thema kreativ. An verschiedenen Orten in der Stadt liegen Postkarten aus, die von den Cottbusern bemalt, beklebt oder mit Ideen beschrieben werden sollen.

Die Resonanz ist groß. 25.000 Postkarten waren im ersten halben Jahr gestaltet worden, bis zum Herbst 2021 soll das Projekt noch laufen. Es gab bereits unterschiedlichste Ideen, erzählte Belinda Kergel vom Kollektiv dem rbb zur Halbzeit des Projektes im März. Kinder hätten einen Süßigkeitenladen aufstellen wollen, ein anderer wollte die Schweizer Alpen in die Cottbuser Innenstadt verlegen.

Damit die Ideen auch gesehen werden, ist eine Ausstellung für August geplant. Wie es danach mit dem Projekt weitergeht, steht noch nicht fest.

8 Kommentare

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  1. 8.

    Ich plädiere für 90 Stockwerke hohe Gebäude. Da passen viel mehr hochqualitative Wohneinheiten in bester Innenstadtlage rein. bei mindestens 10 € Miete pro m² kann man sehr viel Gewinn realisieren. Für den Bau würde ich dann Firma S. beauftragen. Beim Verschandeln der Innenstadt hat diese Firma schon reichlich Erfahrung. Aber Dank der Seilschaften im Rathaus wird es schon werden.

  2. 7.

    Wanderer kommst du nach Cottbus, sieh dir diese Gemäuer an und wende dich mit Grausen....

  3. 6.

    Gruselig, gruseliger, am gruseligsten. Wer macht denn sowas ? Wenn niemand mehr was einfällt oder niemand mehr entscheiden will dann eine grüne Wiese paar Bäume und ein Springbrunnen. Aber BITTE BITTE nicht so die Stadt verschandeln. Etwas Demut vor Fürst Pückler wäre angebracht. Oder vor den Architekten, welche da noch welche waren, der historischen Altstadt von Cottbus.

  4. 5.

    Dieser Entwurf stammt sicher aus der untersten Schublade eines verdatterten Büros in Frankfurt am Main.....aus dem Westen nichts neues.

  5. 4.

    So wie es war, so war es schön. Im gesellschaftlichem Interesse den Spekulanten enteignen, das geht noch!, und die alten Baupläne für das ausgezeichnete städtebauliche Ensemble rausgeholt. Nach neuestem baulichen Wissen aufwerten und wieder herstellen. Wie meinte einst Fürst Pückler zu sagen "Die elende cottbuser Gegend und deren Bewohner werden mir hunderte Jahre zu Dank verpflichtet sein". Recht hatte er !

  6. 3.

    Was ist denn das für eine banale Ghetto-Architektur? Das ist furchtbar. Nur rechte Winkel und Klötzer.
    Können die heutigen Architekten nichts besseres mehr?

  7. 2.

    Wenn sich vor dem Baustart dort eine Eidechse niederlässt, hat sich das ganze sowieso erledigt. Da wohnen bestimmt schon welche..... gut aufgewärmter Beton ist doch ideal. Vielleicht sollte man dem NABU mal einen Tip geben.

  8. 1.

    Wieder ein Plan, wieder eine Absichtserklärung. Dank der Treuhand haben wir in Cottbus diese Müllhalde und nichts kann denn Eigentümer stoppen.

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