Kritik an Neuausrichtung - Senftenberg soll Gesundheits-Campus der Uni Cottbus werden

Blick auf Campus Senftenberg (Quelle: Weisflog)
Bild: www.imago-images.de

Die Fusion der Uni Cottbus mit der Fachhochschule in Senftenberg war vor acht Jahren von heftigen Diskussionen begleitet. Mittlerweile gibt es deulich weniger Studierende - und Kritik daran, dass Studiengänge gestrichen werden. Von Daniel Mastow

Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) müsse als Hochschul-Standort neu ausgereichtet werden. Das erklärte Uni-Präsidentin Gesine Grande am Mittwoch bei einem Besuch von Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle(SPD) an der Brandenburgisch-Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg.

Vor Jahren haben in Senftenberg noch 3.000 junge Leute studiert, mittlerweile sind es noch gut 1.000, so BTU-Präsidentin Gesine Grande. Vor allem technische Studiengänge wie Elektrotechnik und Maschinenbau werden nur noch in Cottbus angeboten. Ein Grund sei die Personalausdünnung.

Pharmazie gestrichen

Die Universität müsse immer wieder schauen, wo ihre Stärken liegen und wie diese gestärkt werden können, so Grande. Es sei richtig, die naturwissenschaftlichen Fächer in Cottbus zu konzentrieren und alles was mit den Themen Gesundheit, Molekularmedizin, Biotechnologie zu tun habe, in Senftenberg zu einem Exzellenzcluster zu machen.

Dass Studiengänge gestrichen werden, kann der Senftenberger Bürgermeister Andreas Fredrich(SPD) zwar nachvollziehen, für ihn sei aber die entscheidende Frage, was als Ersatz dafür an den Standort komme. Die Ausrichtung als Gesundheitscampus sei Zukunftsmusik. Fakt sei, dass der Studiengang Pharmazie gestrichen wurde, ärgert sich der Bürgermeister.

Neuer Studiengang

Aus seiner Sicht würde dieser Studiengang gut nach Senftenberg passen. Apotheker hätten ihm signalisiert, dass Nachwuchs fehle.

Stattdessen kommt der landesweit einmalige Studiengang Hebammenwissenschaften in die Seestadt. Damit werde ein starkes Zeichen für den Standort gesetzt, so Wissenschaftsministerin Manja Schüle. Senftenberg sei die Top-Adresse, wenn es um Gesundheitsberufe gehe. Hier würden die Themen der Zukunft wie Pflege untersucht und gelehrt. Es sei ein wichtiger Wissenschaftsstandort für das Land.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.09.2021, 14.40 Uhr

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