Wahl im nächsten Jahr - Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch tritt nicht mehr an

Di 12.10.21 | 14:57 Uhr
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Holger Kelch (CDU), Oberbürgermeister von Cottbus, spricht bei einer Pressekonferenz. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video: Brandenburg Aktuell | 12.10.2021 | S. Schiller | Bild: dpa/Patrick Pleul

Cottbus bekommt im nächsten Jahr einen neuen Oberbürgermeister: Amtsinhaber Holger Kelch hat angekündigt, dass er sich nicht wieder zur Wahl stellen will. Er begründet das mit gesundheitlichen Problemen - nennt aber auch andere Gründe.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) will bei der nächsten Wahl im kommenden Jahr nicht mehr antreten. Das teilte Kelch am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit. Zuerst hatte die "Lausitzer Rundschau" berichtet.

Demnach teilte er seine Entscheidung bereits am Montag auf einer Mitarbeiterversammlung im Rathaus mit. Für die CDU kam der Entschluss offenbar überraschend.

Als Grund für seine Entscheidung gab Kelch Kelch am Dienstag gesundheitliche Gründe an. Dadurch könne er sein Amt nicht mehr verantwortungsvoll ausführen.

Gesundheitliche Probleme als Hauptgrund

Kelch ist seit 2014 Oberbürgermeister der zweitgrößten Stadt in Brandenburg und arbeitet seit 19 Jahren in der Cottbuser Verwaltung. Zuletzt hatte der 54-Jährige mit gesundheitlichen Problemen, genauer mit einer Augenerkrankung zu kämpfen. Seine Amtszeit endet regulär im November nächstes Jahr.

Kelch bezeichnete das Jahr 2020 für sich persönlich als Schicksalsjahr. Trotz mehrerer Operationen an den Augen habe sich die Situation nicht so stabilisiert, dass Kelch sein Amt verantwortungsvoll weiterführen könne, so der Oberbürgermeister am Dienstag. Er sei sich dessen bewusst, dass das Amt eine Verpflichtung auf acht Jahre bedeute. Wer sich dafür bereitstelle, müsse sich sicher sein, acht volle Jahre auch leisten zu können.

Neuer OB für Stadt im Umbruch

Kelch nannte seine Gesundheit als Hauptgrund für seine Entscheidung. Mehrere kleinere Gründe, so auch der mangelnde Respekt vor seinem Amt, hätten aber auch dazu beigetragen.

Kelch sagte, er sei stolz auf das, was er in seiner Amtszeit geleistet habe. Cottbus befinde sich im Umbruch, er habe einige Gleise für die weitere Entwicklung der Stadt legen können, so Kelch. Wer allerdings die Züge auf die Gleise stelle und entscheide, in welche Richtung diese fahren sollen, werde sich im nächsten Jahr entscheiden.

Kelch weiß nach eigenen Angaben noch nicht genau, wie es für ihn weitergeht. Voraussichtlich will er in Cottbus bleiben und ehrenamtlich für seine Partei tätig sein. Eine Rückkehr in die Stadtpolitik, insbesondere als Stadtverordneter, schloss Kelch hingegen aus.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.10.2021, 16.40 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Er ist wegen Vorteilsnahme im Amt, im Zusammenhang mit dem Erschleichen einer Biontech-Covit-Impfung, angezeigt worden. Er gehört nicht mehr zum Kreis der führenden Politiker Brandenburgs.

  2. 3.

    Ich bedauer den Rückzug des OB. Hat er sich doch politisch positiv herauskristallisiert und Brandenburgs zweite Metropole in den wirtschaftlichen Fokus gerückt.
    Cottbus ist ein regional bedeutendes Gegengewicht zu Potsdam, um das Land auch jenseits vom Großraum Berlin in wirtschaftlicher und sozialer Balance zu halten.
    Ich drücke Holger Kelch ganz fest die Daumen, den Weg zur Genesung erfolgreich zu meistern. Toi Toi

  3. 2.

    Als interessierter Bürger fragt man nach der überraschenden Entscheidung des Bürgermeisters nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses, ob es auch noch andere Gründe gegeben haben könnte, die zumindest rein theoretisch auch eine Rolle gespielt haben könnten. Und da fällt schon auf, Kelch*s CDU wurde in Cottbus fast halbiert.

  4. 1.

    Sehr schade. Ich wünsche ihm gute Besserung. Er wird sich ja hoffentlich nicht vollkommen zurückziehen.

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