Interview | Mirko Buhr - Viele offene Baustellen für neuen Bürgermeister von Lauchhammer

Mirko Buhr, kandidiert bei der Bürgermeisterwahl in Lauchhammer. (Quelle: mirko-Buhr.info)
Mirko Buhr | Bild: mirko-buhr.info

Mirko Buhr ist der neue Bürgermeister von Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz). Sein Amtsvorgänger Roland Pohlenz hat im Sommer um seine Versetzung in den Ruhestand gebeten, weil er das Rentenalter erreicht hatte - fünf Jahre vor dem regulären Ende seiner Amtszeit.

Für Buhr selbst war es bereits der zweite Versuch, Lauchhammers Bürgermeister zu werden. 2018 scheiterte er nur knapp, mit rund 200 Stimmen, an Pohlenz. Nun schaffte er es direkt, ohne Stichwahl.

Dabei gibt es in Lauchhammer viel Arbeit. Erst vor kurzem ist die Schließung des Vestas-Werkes in der Stadt bekannt geworden. Zahlreiche Häuser in Lauchhammer stehen leer, viele Einwohner haben die Stadt verlassen. Andere Wohnhäuser stehen wiederum auf Kippenflächen ehemaliger Tagebaue und sind von Rutschungen bedroht.

Am Montag hat Mirko Buhr seinen ersten Arbeitstag. Im Interview spricht er darüber, welche Ziele er zuerst verfolgt und welche Ideen er für Lauchhammer hat.

rbb|24: Herr Buhr, Sie haben als neuer Bürgermeister von Lauchhammer viel Arbeit vor sich. Was sind die ersten Schritte, die Sie im Amt machen wollen?

Mirko Buhr: Die ersten Termine stehen schon an und das sind auch nicht wenige. Natürlich geht es um die großen Problematiken, die auch schon aus der Presse zu erfahren waren: Vestas, der Stadtumbau und welche Probleme die Lauchhammeraner damit haben, das darf ich mir als Bürgermeister auch anhören.

Stichwort Vestas: Was können Sie als Bürgermeister da noch bewegen, wie können Sie noch helfen?

Ich persönlich glaube nicht, dass Vestas sich das nochmal überlegen und den Standort beibehalten wird. Für mich ist das Wichtigste, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Vestas bestmöglich versorgt werden. Die Jobbörse lief in den vergangenen Tagen, ich hoffe, dass sich dabei viele orientieren konnten. Für mich ist es ein großes Ziel, dass das gesamte Objekt von Vestas an einen neuen Investor übergeben wird und dass so viele wie möglich dort auch weiter beschäftigt werden können.

Lauchhammer ist von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Gibt es dennoch etwas, worauf Sie sich als Bürgermeister in Ihrer Amtszeit freuen?

Natürlich möchte ich, dass Lauchhammer positiv wahrgenommen wird und wir haben viele positive Dinge. Wir sind sehr weit fortgeschritten beim Thema Kunstgussareal. Wir hoffen sehr darauf, dass wir demnächst unseren Förderbescheid bekommen und dann auch die Biotürme und das Kunstgussmuseum besser finanziell ausgestattet sind. Eine weitere Sache, die mir sehr wichtig ist, ist die Kinder- und Jugendkonferenz. Das sind die Politiker von morgen, auf diesen Termin freue ich mich ebenfalls sehr.

Sie sind eigentlich ein Supermarktleiter gewesen. Übernehmen Sie aus dieser Zeit einige Dinge? Wollen Sie beispielsweise das Personal neu aufstellen?

Ich werde in den ersten Tagen keine personellen Veränderungen vornehmen, auch nicht in den ersten Wochen und Monaten. Das ergibt sich mit der Zeit, es ist für mich aber nicht zwingend erforderlich. Ich bin immer bemüht, mit meinen Mitarbeitern, auch mit meinen neuen Mitarbeitern eng und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Das ist meine Maxime in den letzten Jahrzehnten gewesen, dem möchte ich gerne treu bleiben.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.10.2021, 15:40 Uhr

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