500 Euro im Monat - Oberspreewald-Lausitz-Kreis will Medizinernachwuchs mit Stipendium locken

Mi 27.10.21 | 14:17 Uhr
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Medizinstudenten im Hörsaal (Symbolbild: dpa/Stratenschulte)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.10.2021 | Daniel Friedrich | Bild: dpa

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz startet ein Stipendienprogramm für angehende Mediziner. Wer will, könne sich ab sofort für die monatliche Unterstützung in Höhe von 500 Euro bewerben, gab der Landkreis am Mittwoch bekannt. Einen Bewerbungsschluss gebe es nicht.

Mitte September hatte der Kreistag beschlossen, ein solches Stipendium einzuführen, um die medizinische Versorgung im Landkreis sicherzustellen, heißt es in einer Mitteilung. "Mit dem Programm will der Landkreis langfristig Human- und Zahnmediziner gewinnen."

Studenten, die das Angebot annehmen, verpflichten sich im Gegenzug, eine Zeit lang im Kreis als Arzt oder Ärztin zu arbeiten.

Stipendium mit Bedingungen

Bereits ab dem Wintersemester 2021/22 unterstützt der Landkreis pro Semester bis zu fünf Studierende der Human- oder Zahnmedizin mit dem Stipendium. Es wird maximal sechs Jahre lang gezahlt. Nach dem Studienabschluss müssen die Mediziner dann mindestens fünf Jahre im Landkreis arbeiten.

Die finanzielle Unterstützung der angehenden Ärzte und Ärztinnen ist auch ans Durchhalten geknüpft. "Wer sein Studium abbricht, vom Studium ausgeschlossen wird oder die endgültige Prüfung nicht besteht, ist zur Rückzahlung des Stipendiums verpflichtet", schreibt der Landkreis. Das gleiche gelte, wenn die Facharztausbildung oder zahnärztliche Vorbereitungszeit abgebrochen oder die dazugehörige Abschlussprüfung endgültig nicht bestanden wird.

Gesundheitsdezernent: Gute Chancen im Kreis

"Wir wollen mit dem Medizinstipendium angehende Mediziner unterstützen und Ihnen für die Zukunft eine tolle Perspektive in unserem Landkreis als Lebensmittelpunkt und Arbeitsort aufzeigen", wird Gesundheitsdezernent Alexander Erbert in der Pressemitteilung zitiert.

Die beruflichen Perspektiven als Arzt oder Ärztin seien im Oberspreewald-Lausitz-Kreis besonders gut. So könnten die Studierenden beispielsweise als niedergelassene Mediziner oder am Klinikum Niederlausitz mit seinen Standorten Senftenberg und Lauchhammer arbeiten.

Der Landkreis will mit dem Programm "die prognostizierte medizinische und zahnärztliche Unterversorgung" abbauen, heißt es in der Mitteilung. Außerdem solle die medizinische Versorgung in den Krankenhäusern und dem Gesundheitsamt gestärkt werden.

Ähnliche Modelle der Fachkräftebindung gibt es schon in den Kreisen Elbe-Elster und Dahme-Spreewald.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.10.2021, 14:30 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Das mit den Rückzahlungsbedingungen find ich grundsätzlich in Ordnung. Wer ein Stipendium zu einem bestimmten Zweck vergibt, darf auch was dafür verlangen.

    Aber davon leben kann nun wirklich niemand. Statt dessen mehr BAföG beziehen? (falls überhaupt anspruchsberechtigt). Das ist immer Halbdarlehen. Wer das Stipendium von OSL später voll zurückzahlen muss, fährt dann sogar schlechter. Muss sich jeder überlegen.

    Und wer kein BAföG ergänzend erhalten kann, muss meist nebenher arbeiten und braucht länger fürs Studium.

    Bis zu Ende gedacht scheint mir das Stipendium daher nicht.

  2. 1.

    Also ich hab in Saarbrücken für ein Informatikmaster 800€/Monat bekommen, ohne Bedingungen. Das ist auch schon ein paar Jährchen her. Gerade mit der Inflation sind 500€ ein bisschen wenig. Kann man davon überhaupt eine Miete zahlen? Und dann noch Bedingungen dranknüpfen...

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