Dahme-Spreewald - Lübbens Bürgermeister Kolan will sich abwählen lassen

Fr 26.11.21 | 14:08 Uhr
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Lübbens Bürgermeister Lars Kolan in seinem Büro (Quelle:rbb/Iris Wussmann)
Audio: Antenne Brandenburg | 26.11.2021 | Iris Wussmann | Bild: rbb/Iris Wussmann

Der Bürgermeister der Kreisstadt Lübben (Dahme-Spreewald), Lars Kolan (SPD), will sich abwählen lassen. Die Stadtverordneten haben am Donnerstagabend auf Bitten Kolans einen Antrag für einen entsprechenden Bürgerentscheid gestellt, wie die Stadt am Freitag bekannt gab.

Es sei das Ergebnis "verantwortungsvoller Analysen und Abwägungen", so Kolan. Er habe dabei festgestellt, "dass das Arbeits- und Vertrauensverhältnis zwischen Stadtverordnetenversammlung und Bürgermeister einen Zustand erreicht hat, der eine dauerhaft gedeihliche Zusammenarbeit zum Wohle der Stadt und zum Wohle ihrer Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ermöglicht."

Schon seit einiger Zeit Ärger im Rathaus

Seit Monaten gibt es Ärger zwischen Bürgermeister, Rathausmitarbeitern und Stadtverordneten. Es geht um mangelnde Kommunikation, zu lange Bearbeitungszeiten und schlechte Mitarbeiterführung. Zuletzt wurde Kolan auch Korruption in einem umstrittenen Grundstücksverkauf vorgeworfen. Derzeit läuft ein Disziplinarverfahren gegen ihn, der Ausgang ist offen.

Um Familie und Gesundheit zu schützen, und politischen Stillstand zu vermeiden, habe er sich zu diesem Schritt entschieden, so Kolan in der Mitteilung. Familie und Gesundheit hätten in den vergangenen Monaten Schaden genommen und unter der Berichterstattung der Presse sehr gelitten. "Es wurde von mir und meiner Arbeitsweise ein Bild gezeichnet, das sich nicht ansatzweise mit meinen persönlichen Ansprüchen und Wertevorstellungen sowie meiner aufrichtigen Hingabe zu meinem Traumberuf des Bürgermeisters [...] im Einklang befindet."

Die nächste Bürgermeisterwahl würde im März 2023 stattfinden. Anfang kommenden Jahres wollen die Stadtverordneten die Abwahl auf den Weg bringen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.11.2021, 13:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Es scheint mir, die Stadt braucht eher neue, vor allem andere Stadtverordnete. Auch der oder die nächste wird es schwer haben. Inzwischen ist auch weit bekannt, wie die Stadtverordneten mit Mitarbeitern der Verwaltung, vor allem der Verwaltungsspitze umgehen. Gute Fachkräfte überlegen sich sicher dreimal, ob Sie sich das antun.
    Ich erwarte von den Stadtverordneten endlich eine sachliche und konstruktive Arbeit sowie einen respektvollen Umgang sowohl untereinander als auch mit dem Bürgermeister und der Verwaltung!

  2. 4.

    Das BM Lars Kolan irgendwann das Handtuch werfen würde, war zu befürchten. Über seine Wahl 2015, hatte sich der lange Schatten des Umgangs mit seinem Amtsvorgänger gelegt. Einige damalige Stadtverordnete haben Vorgänger L. Bretterbauer lange diskreditiert und seine spätere familiäre Notlage hin bis zu seiner Langzeiterkrankung zu verantworten. Der Umgang und der alte Druck blieb aber, so dass Kolan sich nie wirklich "freischwimmen" konnte. Wenn Stadtverordnete permanent die Verwaltung in Beschlag legen, bleibt für den Bürger leider keine Zeit mehr. Der Frust der Lübbener Einwohner zu drängenden Entscheidungen aus der Stadtverwaltung ist mglw. dadurch leicht erklärbar. Wenn Druck, Frust und personifizierte Abneigung an Stärke gewinnt, sind persönliche Fehler vorprogrammiert. Das führte mglw. dann zu einem Mauern, zu Fehlentscheidungen und zur hohen Fluktuation im städtischen Ämtern. Sehr geehrte Stadtverordnete, ordnet und erdet endlich eure Feindseligkeiten auch untereinander !

  3. 3.

    Durch einen Rücktritt würde er den Pensionsanspruch verlieren – durch eine Abwahl nicht. :-(

  4. 2.

    Warum tritt er nicht einfach zurück? Das kostet doch weniger Geld oder?

  5. 1.

    Das Problem in Lübben liegt doch auch wesentlich an der selbstherrlichen Verwaltung, die anscheinend der Meinung ist, dass das Stadtparlament zu beschließen hat, was die Verwaltung gerne hätte. So wurden wiederholt Beschlüsse des Stadtparlaments unterlaufen etc.
    Und dagegen kommt Herr Kolan nicht an. Über seine Arbeit möchte ich mir keine Meinung erlauben, da ich dazu zu wenig informiert bin.

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