Video: rbb Aktuell | 22.08.2018

Mit Nazi-Trikot im Stadion - Staatsschutz ermittelt gegen mutmaßlichen Cottbus-Fan

Nach dem Pokalspiel von Energie Cottbus gegen den SC Freiburg am Montag ermittelt der Staatsschutz gegen einen Fan. Es geht um den Verdacht der Volksverhetzung. Der Unbekannte hatte ein Trikot mit der Aufschrift "Siegheilson" getragen.

Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein normales Trikot von Energie Cottbus, doch bei genauerem Hinsehen ist dort rechtsextremes Gedankengut zu lesen. Ein junger Mann hatte am Montagabend beim Pokalspiel gegen den SC Freiburg ein Trikot mit dem Schriftzug "Siegheilson" getragen.

Vor einem Getränkestand im Stadion hatten Fans Bilder von dem Mann gemacht und ins Internet gestellt. Der Staatsschutz ermittelt nun gegen den Unbekannten wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Offenbar war der Unbekannte mit seinem Trikot zuvor unbehelligt von Polizei und Ordnern ins Stadion gelangt. Auf Nachfrage von rbb|24 sagte Vereinssprecher Stefan Scharfenberg-Hecht, dass dies wegen des großen Fanandrangs, der bei dem Spiel herrschte, passieren könne. Laut Verein hatten gut 15.000 Zuschauer das Spiel im Stadion der Freundschaft verfolgt.

Trikot nicht im vereinseigenen Fanshop beflockt

Bei dem Trikot, welches der Mann trug, handelt es sich um das offizielle Heimtrikot, mit dem die Mannschaft von Energie Cottbus in dieser Saison aufläuft. Über den Onlineshop des Vereins haben Fans die Möglichkeit, ihr gekauftes Trikot mit einem eigenen Namen versehen zu lassen.

Der besagte Schriftzug auf dem Trikot sei jedoch nicht über den Onlineshop von Energie Cottbus in Auftrag gegeben worden, sagte Scharfenberg-Hecht. Nachdem die Fotos im Internet aufgetaucht waren, seien alle Bestellungen dahingehend überprüft worden.

Kritik an den eigenen Fans

"Der Verein bedauert den Vorfall", sagt Scharfenberg-Hecht. Es könne nicht sein, dass es überhaupt erst soweit gekommen ist.

"Was uns ärgert ist die Tatsache, dass die Person mehrfach gesehen wurde und dass auch mehrfach Fotos gemacht wurden und niemand den Verein, den Ordnungsdienst oder die Polizei im Stadion davon in Kenntnis gesetzt hat". Sollte der Unbekannte ermittelt werden, will der Verein gegen ihn ein Stadionverbot verhängen.

Immer wieder Negativschlagzeilen für Energie Cottbus

Es ist nicht das erste Mal, dass Energie Cottbus wegen rechtsextremistischer Umtriebe unter den Fans in den Schlagzeilen ist.

Erst Ende Mai hatten Vermummte in Ku-Klux-Klan-Masken und einem Banner mit der Aufschrift "Aufstieg des Bösen" in der Stadt posiert. Die Polizei kann nicht ausschließen, dass Mitglieder der rechtsextremistischen Gruppierung "Inferno" hinter dieser Aktion gesteckt haben. Im vergangenen Jahr hatte sich "Inferno" offiziell aufgelöst, offenbar um einem Verbot durch das Innenministerium zuvorzukommen. Der Brandenburger Landtag hatte sich auch mit dem Thema beschäftigt.

Obwohl der Verein seine Anstrengungen gegen rechtsextremistische Fangruppierung in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt hat, gibt es immer wieder solche und ähnliche Vorfälle.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 22.08.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Hanseat] vom 22.08.2018 um 15:53
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14 Kommentare

  1. 14.

    Das würde bedingen, dass einen entsprechenden Vornamen in einer nordgermanischen Sprache gäbe. Ihre Ausführung beweist entweder Ihr nicht vorhandenes Wissen oder Ihre vorhandene Gesinnung.

  2. 12.

    Der Provokateur hat sein Ziel erreicht, sämtliche Medien sind voll davon. Im Stadion hatte scheinbar keiner den Mumm zu einer Ansage, jetzt stürzen sich die Schreibtischtäter darauf. Das Theater um „Volksverhetzung“ ist nicht mehr zeitgemäß, hilft nur Spinnern und keinem Opfer.

  3. 11.

    Vollkommen richtig. Des Weiteren wird mittlerweile gefordert, dass der DFB auch zu diesem Vorfall Stellung bezieht. Kann ja wohl nicht sein, dass so einer unbehelligt in das Stadion kommt.


  4. 10.

    Was für verfassungsfeindliche Symbole?
    Die 66?
    Bis jetzt steht nur das "Siegheilson" - was immer das ist. Vielleicht doch nur ein Name.
    Wir sollten uns nicht im Mutmaßungen versteifen, sondern das Ergebnis der Ermittlungen abwarten.

  5. 9.

    Bloß gut , dass ich nicht Hitlerson heiße!

  6. 8.

    Etwas anderes fällt Ihnen zu dieser Volksverhetzung und der Zurschaustellung verfassungsfeindlicher Symbole nicht ein? Ich weiss ja nicht. Allein dass "Kokettieren" mit Symbolen dieser widerwärtigsten Zeit der Deutschen Geschichte, in der sich Millionen Deutsche an der Kultur und vielen Mitbürgern dieses Landes vergangen haben, ist und bleibt für immer geächtet. Und Neonazis, die das, warum auch immer, nicht verstehen, die werden halt bestraft. So funktionieren unsere Gesetze. Das wird auch der kleine Siegheilson merken.

  7. 7.

    Was bitte heißt denn hier bei DEM Verein???? Wenn jeder Verein in der näheren Umgebung soviel gegen seine Problemfans unternehmen würde wie Energie, dann gäbe es weniger Probleme! So ein Typ kann genau so bei Hertha oder Babelsberg (dann mit ner linken bekloppten Parole auf dem Rücken) rumlaufen! Das ist nun wahrlich kein Cottbuser Problem!
    Der Heimatsender RBB aus Potsdam macht halt liebend gerne eins daraus!

  8. 6.

    Komisch, dass habe ich vorhin auch angemerkt. Anscheinend wurde das moderiert. Ich gab zu bedenken, dass der Staatsschutz doch erstmal die Melderegister nach dem Namen durchforsten. Vielleicht ist das je dessen richtiger Name und alles klärt sich in Wohlgefallen auf.

  9. 5.

    Es wäre ja lustig, wenn das ein Besucher aus Island ist, der wirklich so heißt. Immerhin hatte er als Nummer nicht die 88.

  10. 4.

    Verallgemeinerungson sollten wir hier nicht ins Spiel bringen. Eher Konkretson. Der könnte sich in jedem Verein um Hirnverbranntson kümmern.

  11. 3.

    Das endet dann aber nur mit einer Geldstrafenson, höchstensson. ;-)

    Ich würde eher die Polizisten und die Ordner versonnern, pardon verdonnern. Bei DEM Verein muß man doch mit so etwas jederzeit rechnen.

  12. 2.

    Der Herr sollte Kontakt zu Staatsanwaltson und Richterson bekommen.

  13. 1.

    Vielleicht sollte der Staatsschutz erst einmal in den Melderegistern nachforschen, ob es den Namen "Siegheilson" nicht in Wirklichkeit gibt.
    Iss vielleicht ein Schwede und da ein gebräuchliche Name, wie Schmitt, Müller oder Meier.

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