Antje Möldner-Schmidt bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2018 in Nürnberg (Quelle: imago/Sportfoto Zink)
Audio: Antenne Brandenburg | 07.08.2018 | Andreas Friebel | Bild: imago/Sportfoto Zink

Leichtathletik-EM | Hindernisläuferin Möldner-Schmidt - Die zweite Rückkehr auf die große Bühne

Ihr erstes großes Comeback nach überstandener Krebserkrankung krönte Hindernisläuferin Antje Möldner-Schmidt mit dem Gewinn der Europameisterschaft 2014. Nun kehrt die mittlerweile 34-Jährige ein zweites Mal auf die internationalen Bühne zurück.

Antje Möldner-Schmidt ist eine außergewöhnliche Kämpferin. 2010 erkrankte die Cottbuser Leichtathletin an Krebs. Sie besiegte ihn und wurde 2014 in Zürich Europameisterin im 3.000-Meter-Hindernislaufen. Doch mehrere schwere Verletzungen warfen sie erneut zurück. Nach einer anschließenden Babypause kehrt die Lausitzerin nun auf die internationale Bühne zurück - bei den Europameisterschaften in Berlin.

Der Höhepunkt ihrer Karriere: Antje Möldner-Schmidt wurde 2014 Europameisterin in Zürich (Quelle: imago sportfotodienst)
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Drei Jahre Verletzungs- und Babypause

34 Jahre alt ist Möldner-Schmidt mittlerweile, ein Alter, in dem sich viele ihrer Kolleginnen über das Karriereende, Berufs- und Familienplanung Gedanken machen. Doch Möldner-Schmidt entschied sich Ende vorigen Jahres, nach über drei Jahren Verletzungs- und Babypause, es im Leistungssport noch einmal zu versuchen. Im Juni knackte die gebürtige Potsdamerin, die jetzt in Cottbus lebt, die Qualifikations-Norm für die Europameisterschaft. Ende Juli wurde sie in Nürnberg bei den Deutschen Meisterschaften hinter ihrer langjährigen Konkurrentin Gesa Felicitas Krause Zweite.

Die beiden spornten sich in den vergangenen Jahren gegenseitig zu großen Erfolgen an, zu deutschen Rekorden und bis in die Weltspitze. "Mir fehlen im Endeffekt schon ein paar Trainingsmonate. Aber für die zehn Monate, die ich wieder voll drin bin, ist das das Optimum, was ich erreichen konnte", sagte Möldner-Schmidt zur gelungenen Qualifikation.

Zwei Mal täglich je zehn Kilometer Training

Das Pensum ist immens: Zwei Mal täglich je zehn Kilometer ist die Lausitzerin zuletzt fast jeden Tag gelaufen. Und die junge Mutter trainiert keinesfalls nur im Cottbuser Leichtathletikstadion, sondern auch in den Schweizer Alpen und Südafrika. In dieser Zeit hat sich Ehemann Lars um die zweijährige Tochter Lilli Marie gekümmert. "Im Trainingslager und bei vielen Wettkämpfen kommen sie nicht mit. Da war mein Mann dann für unsere Tochter allein da und konnte keine Nachtschichten machen", erzählt Möldner-Schmidt von den familiären Entbehrungen.
 
Bei der Rückkehr auf die internationale Bühne wird ihre Familie aber dabei sein. Und wahrscheinlich kommen auch viele Freunde. Wer am Ende alles im Olympiastadion sitzen wird, weiß Antje Möldner-Schmidt aber nicht so genau: "Wie viele von meiner Familie oder den Verwandten dabei sind, kann ich nicht genau sagen. Ich wollte es aber auch vorher gar nicht wissen, weil das einem noch mehr Druck macht." Ehemann Lars hat sich deshalb um Karten für Familie und Freunde gekümmert.

"Mein Ziel ist der Endlauf"

2014 - kurz vor ihrer langen Pause, gewann die heute 34-Jährige den Europameister-Titel. Inzwischen sind vier Jahre vergangen. Im Leistungssport eine lange Zeit. Für den Ruhm von gestern bekommt die Hindernisläuferin heute keinen Sonderbonus. Die Erwartungen formuliert sie nun dementsprechend vorsichtig: "Ich warte ab, wie es wird. Mein Ziel ist der Endlauf. Und dann ist alles möglich." Und wer wüsste das besser einzuschätzen als Antje Möldner-Schmidt.

Beitrag von Andreas Friebel

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