Schild mit Oeffnungszeiten vor Supemarkt (Quelle: rbb/Anja Kabisch)
Audio: Antenne Brandenburg | 09.03.3018 | Anja Kabisch | Bild: (Quelle: rbb/Anja Kabisch)

Parlamentsbeschluss - Polen läutet Ende des Sonntags-Shoppings ein

Es ist Sonntag und keine Milch mehr da? Oder das Kind muss dringend neue Schuhe haben und jetzt ist endlich mal Zeit dafür? Gerade für die Bewohner der Brandenburger Grenzregionen waren die grenzenlosen Öffnungszeiten in Polen dafür bisher ideal.

Supermärkte und größere Geschäfte wie die beliebten Galerien hatten auch am Sonntag geöffnet. Doch damit ist jetzt Schluss: Der 11.März läutet das Ende des ständigen Sonntags-Handels bei den Nachbarn ein.

Vor allem die Kirchen und Gewerkschaften hatten sich für die Gesetzesänderung stark gemacht. Der Gubiner Bürgermeister Bartolomej Bartczak begrüßt die Entscheidung.   

Tag für die Familie

"Sonntag soll der Tag sein, an dem man sich ein bisschen erholen, Zeit mit der Familie verbringen kann", argumentiert er.

Auch für die Investoren der neuen Galeria Hosso seien die eingeschränkten Öffnungszeiten keine Gefahr. Der dreistöckige Einkaufstempel wird gerade unmittelbar hinter der Grenze hochgezogen, im September soll Eröffnung sein. Sicher, die Geschäfte seien dann am Sonntag geschlossen, aber Kino, Restaurants und Fitness-Center würden einladen.

Auch eine Umfrage unter Gubenern zur bevorstehenden Änderung ergibt ein geteiltes Bild. Während einige Verständnis für Verkäuferinnen und Verkäufer zeigen, ihnen den freien Sonntag gönnen, möchten andere ungern auf die gewohnte Annehmlichkeit des Sonntags-Shoppings verzichten. Auch Sylwia, die in Gubin selbst von Montag bis Samstag im Laden steht, ist sauer. Wer in der Woche arbeiten gehe, habe nur am Sonntag Zeit zum Einkaufen.  

Ausweichen auf Samstagnacht

Dazu ist nicht mehr lange Gelegenheit. In diesem Jahr ist das Einkaufen am ersten und letzten Sonntag jeden Monats sowie vor Ostern und Weihnachten weiter möglich. Ab 2019 gibt es noch einen verkaufsoffenen Sonntag im Monat und ab 2020 lediglich sieben im ganzen Jahr.

Für den Gubiner Bürgermeister Bartolomiej Barczak kein Grund zur Aufregung: Dann müssten sich die Kunden eben umstellen und am Samstag bis 24 Uhr ihre Einkäufe machen. Auf lange Sicht würden sie sich daran gewöhnen.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ich teile das und will eine Analogie wiederholen, die ich hier wohl schon desöfteren eingebracht habe:

    Keine Stadt, ohne dass Plätze zur Sammlung und zum Ausruhen da wären, die ihr mehr Struktur geben als das Gewirr bzw. das schnelle Fortkommen auf den Straßen.
    Kein Text, ohne dass er durch Punkt und Komma, mehr noch durch Absätze stukturiert wäre. Ansonsten wäre er eine unleserliche Bleiwüste, auf die hiemand hinschauen mag. Ein Absatz ist aber ein Nicht-Text, eine weiße Stelle zum Innehalten.
    Keine Woche ohne Sonntag, der gerade durch seine überwiegende Berufsarbeitsfreiheit anders ist als alle anderen Tage. Keine ununterbrochene Serie der einen Woche wie die andere, bei der die Woche gleich des Sonntags auch am Dienstag oder Donnerstag enden könnte, sondern quasi natürlich empfunden vor und nach dem Sonntag.

    Freiheit ist weniger ein bloßer Fortgang, mehr ist sie zuweilen ein Nichtstun abseits davon.

  2. 1.

    Das finde ich sehr gut, das sollte auch in Deutschland wieder so sein. Der Sonntag sollte Tag der Familie wieder werden. Gefühlt jeden dritten Sonntag ist in Berlin offen.

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