Spätverkaufsstelle Cotti in Cottbus (Quelle: rbb/Sebastian Schiller)
Audio: Antenne Brandenburg | 14.03.2018 | Bild: rbb/Sebastian Schiller

Spätis boomen in Brandenburg - Tante Emma hätte ihre helle Freude

Spätverkaufsstellen - kurz Spätis - sind in Berlin an jeder Ecke zu finden. Nun setzt sich der Trend auch in Brandenburg durch. Sebastian Schiller hat sich bei einem Späti in Cottbus umgeschaut.

Dienstagabend in Cottbus. Wenn die meisten Supermärkte Feierabend machen, geht es im "Cotti" erst so richtig los. "Elephant" heißt das Bier, das ein Kunde bestellt - ein Starkbier, 7,5 Prozent Alkohol. Bier in dutzenden Sorten ist der Verkaufsschlager im "Cotti", und das Angebot entsprechend groß. Es sei schwer zu schätzen, wie viele Flaschen der überdimensionierte Kühlschrank im Laden wirklich fasse, sagt Sebastian Heße, Mitarbeiter beim "Cotti". Viele Bayern würden hier einkaufen, erzählt er, denn hier gebe es die vielleicht größte Auswahl an bayerischen Bieren in der Stadt.

Verkaufsraum Cotti in Cottbus (Quelle: rbb/Sebastian Schiller)
Bild: rbb/Sebastian Schiller

Wilde Mischung in den Regalen

Der Rest des Ladens ist ein Sammelsurium von Produkten - so in normalen Supermärkten eher selten zu finden. In einem Regel stehen mehrere Gläser Mischgemüse in fünf Liter Salzlake, es gibt Tabak für Shisha-Pfeifen, daneben eingelegte Bohnen oder Helva, eine türkische Süßspeise. Ein Regal weiter finden sich Chips, Zahnpaste und Farbe für Henna-Tattoos.    

Die Öffnungszeiten bis spät in die Nacht machen diese Läden vor allem für Studenten beliebt, sagt Okan Kalkan. Er hat den Laden vor fast fünf Jahren eröffnet. Und - er studiert auch noch an der BTU Cottbus Senftenberg. Kalkan hat festgestellt, dass gerade Studenten den Laden inzwischen wie ihren eigenen Kühlschrank oder die eigene Küche benutzen. Manche kommen fünf, sechsmal an einem Abend hierher. 

Verkaufsraum Spätverkaufsstelle Cotti in Cottbus (Quelle: rbb/Sebastian Schiller)
Bild: rbb/Sebastian Schiller

Ein dynamisches Business

Manche Spätis bestehen schon länger, so wie der "Cotti" oder der "Karli" in der Karl-Liebknecht-Straße, andere kommen und gehen. Wie viele tatsächlich laufen, weiß nicht einmal das Cottbuser Gewerbeamt so genau, sagt Rene Land. Manche machen zwischendurch mal für ein paar Wochen dicht und öffnen dann wieder, das mache die Lage etwas unübersichtlich. Nach seiner Meinung sind es in der Stadt zur Zeit sieben oder acht Spätverkaufsstellen.

Beitrag von Sebastian Schiller

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ja Spätis boomen....

    Sie boomen zu viel....

    Wer schon in einigen Spätis war, wird bemerkt haben, dass die Produkte an den Kassen nicht korrekt abgerechnet werden.

    Hier schleicht sich der Gedanke der Steuerhinterziehung ein.....


    In Berlin gibt es jeder Ecke einen und zwischendrin auch noch.... Gewinnbringend kann das nicht sein....

    Leider fehlt aber Personal bei der Gewerbeaufsicht und den Finanzämtern um Kontrollen durchzuführen...

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