Großräschener See. (Quelle: rbb/Rico Herkner)
Video: Brandenburg aktuell | 04.04.2018 | Rico Herkner | Bild: rbb/Rico Herkner

Gefluteter Tagebau - Der Großräschener See ist fast voll

Das Lausitzer Seenland wird von Jahr zu Jahr reicher an Seen - dank der gefluteten Braunkohle-Tagebaue. Demnächst wird wieder ein Etappenziel erreicht: Dem Großräschener See fehlen nur noch wenige Zentimeter bis zum endgültigen Pegel.

Ende Juli soll der Großräschener See im Westen der Lausitzer Seenkette seinen endgültige Wasserstand erreichen. 2007 war mit der Flutung des früheren Tagesbaus Meuro begonnen worden. Ab dem Sommer soll das Gewässer dann Stück für Stück für Badegäste und Bootsfahrer zugänglich gemacht werden.

Noch fehlen allerdings 80 Zentimeter bis zum endgültigen Pegel. Mehr als 1.000 Liter Wasser fließen pro Sekunde zu, gespeist aus Grundwasser und der Spree. Trotz des Wasserbedarfs bleibe genug Spreewasser für den Berliner Raum übrig, betonen die Bergbausanierer von der Lausitzer- und Mitteldeutschen Verwaltungsgesellschaft (LMBV). "Es gibt eine Mindestwasserführung. Die wird auf jeden Fall gehalten", erklärt Flutungsmanager Michael Matthes. "Im Gegenteil - wir geben als LMBV auch Wasser in die Spree ab, insbesondere in den Sommermonaten in denen die Spree Niedrigwasser führt, um diese zu stützen."

Reinigung Flutungswasser. (Quelle: rbb/Rico Herkner)
Das Flutungswasser muss vorab gereinigt werden. | Bild: rbb/Rico Herkner

Zwei Drittel der früheren DDR-Tagebaue geflutet

Vor jeder Flutung wird das meist braune, mit Eisenhydroxid belastete Wasser in speziellen Aufbereitungsanlagen gereinigt. Die Belastung der Brandenburger Gewässer mit Eisenocker aus den Tagebauen sorgt immer wieder für Diskussionen. Zuletzt hat die Landesregierung angekündigt, dass sie neue Grenzwerte festlegen will. In stillgelegten Braunkohle-Gruben mischen sich das dort freigelegte Sulfat und Eisen mit dem zurückkehrenden Grundwasser und das Ganze gelangt in Gewässer.

Inzwischen sind rund zwei Drittel der früheren DDR-Tagebaue geflutet. In etwa zehn Jahren soll die künstliche Seenlandschaft fertig sein. Dann werden viele Milliarden Euro an Steuergeldern in die Tagebausanierung geflossen sein.

Der Tourismusverband geht davon aus, dass es länderübergreifend ein Potenzial von 1,5 Millionen Übernachtungen für das Lausitzer Seenland gibt. "Wir sind guter Hoffnung, dass wir das in zehn Jahren erreichen", betont Kathrin Winkler vom Tourismusverband Lausitzer Seenland.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren