Spargelstecher sticht Stange. (Quelle: rbb/Anja Kabisch)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.04.2018 | Anja Kabisch | Bild: rbb/Anja Kabisch

Erntebeginn in der Lausitz - Spargel reckt sich bei Wohlfühltemperaturen

Die kühlen Temperaturen haben den Spargelfreunden in diesem Jahr einen fetten Strich durch die Ostertags-Schlemmerei gemacht. Doch jetzt wächst das edle Gemüse in der Lausitz. Von Anja Kabisch

Seit Donnerstag sind in Sallgast (Elbe-Elster) die ersten 40 Erntehelfer auf dem Feld unterwegs. Die Handgriffe der zumeist polnischen Saisonkräfte sitzen: Kaum wird die Folie über dem Spargeldamm gelüftet, tasten sie nach Wölbungen in der angewärmten Erde. Hier hat sich die Stange in die Höhe gereckt und sie können das Spargelmesser ansetzen. 

Rund 14 Tage später als sonst konnte durch die Fröste Ende März mit der Ernte gestartet werden. Aber jetzt "kommt der Spargel mit Macht", so Produktionsleiter Volker Krüger. Bei den Wohlfühltemperaturen der letzten Tage habe sich das edle Gemüse gestreckt, bestätigt auch der Chef der Spargelbau Sallgast GmbH, Eckehard Kuhl. 

Sortierter Spargel in Plastikbox (Quelle: rbb/Anja Kabisch)
| Bild: rbb/Anja Kabisch

Krummer Spargel für acht Euro

Am Sonntag wurden von einem zehn Hektar großen Feld zwei Tonnen Spargel geerntet. Die nach und nach anrückenden Helfer haben also reichlich zu tun. Auf 70 Hektar Anbaufläche werden sie in der jetzt anlaufenden Saison bis zu zehn Tonnen Spargel am Tag gestochen. Die Sallgaster gehören damit zu den großen Spargelanbauern in der Region. Das Gemüse geht an Gastronomen im Spreewald, wird aber auch an Karstadt-Filialen in Berlin geliefert.

In der Region decken sich die Spargelliebhaber am Hofladen in Sallgast ein. 12,80 Euro pro Kilo müssen sie jetzt zu Saisonbeginn für das edle Gemüse berappen. Wem das zu teuer ist, für den hat Chef Eckehard Kuhl seine Hausmarke im Angebot: etwas krummer Spargel, der möglicherweise auch ein paar rostige Stellen habe. Dafür koste der auch nur acht Euro.

"Die kluge Hausfrau kauft die Hausmarke und spart dabei ordentlich", sagt der Spargelchef. Im Kochtopf würden die Stangen gerade werden, dann sei kein Unterschied mehr zu bemerken.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Da hätten wir sogar etwas im Angebot: https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2017/07/brandenburg-spargelanbau-verseuchtes-grundwasser-nitrat-belastung.html

  2. 2.

    Früher eine Rarität vom lokalen Bauern - heute wird das "Edelgemüse" zum Massenverzehr und für jede Lebenslage gepriesen. Früher glänzten in Brandenburg die Seen - heute glänzen Tausende Hektar Land unter Spargelfolie. Dazu die Verschmälerung von Feldrainen und Hecken bis auf ein Minimum, Aussterben von Insekten und Singvögeln, Eintragung von Düngemitteln in Seen und nicht zuletzt die empörende Verschandelung der Landschaft! Ein Ausverkauf an eine industrielle Agrarwirtschaft, über deren Folgen leider kaum berichtet wird - auch vom RBB nicht. Hier hätte ich bei aller Spargeleuphorie wenigstens eine kritische Randbemerkung erwartet. Die wenigsten großstädtischen Spargelkäufer wissen, was dessen Anbau für Natur und Landschaft bedeuten.

  3. 1.

    Das sind 25,60 DM bzw. 16 DM, ich finde das Wucher bei den Tonnen von Tageserträgen.
    Da bekommt man ja schon ein paar Scheiben Rindersteak vom feinsten und dafür mussten Tiere sterben. Die Agrar-Wirtschaft wird immer gieriger.

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