Schweinemastanlage Tornitz (Quelle: rbb/Brandenburg aktuell)
Audio: Antenne Brandenburg | 18.05.2018 | Daniel Jorewitz | Bild: rbb/Brandenburg aktuell

Beschluss Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg - Schweinemastanlage Tornitz darf nicht erweitert werden

Die größte Schweinemastanlage Brandenburgs in Tornitz bei Vetschau soll noch größer werden, so zumindest der Plan des Betreibers. Nun macht ein Formfehler einen Strich durch die Rechnung - vorerst.

Die Schweinemastanlage in Tornitz bei Vetschau (Oberspreewald-Lausitz) darf vorerst nicht erweitert werden. Das hat nach Angaben des Naturschutzbundes Brandenburg das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschieden. Damit wurde eine Entscheidung des Cottbuser Verwaltungsgerichtes bestätigt.

Keine Entscheidung in der Sache

Grund für den Stopp sei ein fehlerhaft geführtes Genehmigungsverfahren, in dem die Öffentlichkeit nicht nach den gesetzlichen Bestimmungen beteiligt gewesen sei. Der Betreiber der Schweinezuchtanlage könne versuchen, die Formfehler zu reparieren. Eine Entscheidung in der Sache, also ob die Anlage erweitert werden darf, sei der Beschluss aber nicht. Benjamin Raschke, landwirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Brandenburger Landtag sieht die "laxe Genehmigungspraxis" als Grund für das Urteil: "Hier rächt sich, dass das Land Betreibern von Massentierhaltungsanlagen auf Gedeih und Verderb den roten Teppich ausrollt."   

Das Unternehmen Bolart hatte geplant, die Anlage in Vetschau um 20.000 Tiere auf insgesamt 80.000 Schweine zu erweitern. Das Landesamt für Umwelt hatte die Erweiterung bereits genehmigt. Dagegen waren eine Bürgerinitiative und der NABU vor Gericht gezogen.

Umstrittene Erweiterung

Die Erweiterung der Anlage ist umstritten. Kritiker der großangelegten Schweinehaltung führen vor allem den Tierseuchenschutz, die anfallende Gülle und die Schadstoffbelastung an. Befürworter verweisen auf Arbeitsplätze und Steuern, die das Unternehmen zahlt.

Kommentar

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Antwort auf [Frank] vom 19.05.2018 um 13:44
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13 Kommentare

  1. 13.

    Ich sehe es differenziert, weil die Gesellschaft, die sich über geschundene Katzen, Hunde etc. beklagt, durchaus auch gegen Massentierhaltung ist. Der Teil der Gesellschaft, der nur eine bestimmte Tiergattung präferiert und trotzdem das "Geiz ist (un)geil Fleisch" konsumiert, ist leider ebenso im Chor der Blöden zu finden. Ich verstehe solche Leute ebenso wenig, denn der, von denen unerkannte Widerspruch ist doch offensichtlich. Nur leider dringt das bei ihnen nicht bis zu den entscheidenden Synapsen vor. Das andere Problem ist aber auch der massenhafte Export der Tiere, lebend. Das ist die Perversion in Reinform.

  2. 12.

    Ich rede von der Gesellschaft der Bewohner Deutschlands; m.E. ein gelaeufiger Begriff. Da hoere ich keinen Schrei, der durch die Massen ginge und sehe auch nur bei einer Minderheit die Bereitschaft, mehr Geld fuer bessere Landwirtschaft auszugeben.
    Sehen Sie das anders?

  3. 11.

    Zitat: "Warum schreit eine Gesellschaft, die sich über gequälte Hunde, Katzen und Nachtigallen aufregt, da nicht laut auf?"
    Macht sie ja, sie haben diesen Ruf nur anscheinend nicht nicht ge- oder ihn gar überhört.
    Wer die von Ihnen zitierte Gesellschaft kennt, der weiß auch, daß diese mit dem Tierwohl generell ein großes Ziel verfolgt. Das Ziel, der Qual ein Ende zu bereiten.

  4. 8.

    Dieses Verhalten, Schweine, Kälber und Geflügel so einzusperren muß verboten, zumindest stark eingeschränkt werden. Derarige Arbeitsplätze anzubieten dürfte für manche verlockend sein aus der Region. Lebt doch Brandenburg mit dieser Tradition der Massentierhaltung aus DDR Zeiten weiter. Durch die Vergabe von Antibiotika ist sogar von täglichen Verzehr dringend abzuraten( z.B. Antibiotika Brust b.Männer ). Aber Gipfel an dieser Massentierhaltung ist ja, das davon nur c.a. 30% in Deutschland in den Regalen landen, der Rest ist ausschließlich für den Export bestimmt. Grundsätzlich muß Fleisch teurer werden, anders geht es nicht. Einmal pro Woche ein gut ausgesuchtes Stück Fleisch beim Biohändler oder Metzger des Vertrauens ist zu empfehlen und schmeckt einfach besser.

  5. 7.

    Allein das Foto über dem Artikel müsste ausreichen, eine solche Anlage niemals zu genehmigen: Jeder Mensch mit Empathie kann eine solche unfassbare Qual doch nur klar ablehnen. Hochintelligente Lebewesen ohne natürliches Licht und jegliche Bewegungsfreiheit. Warum schreit eine Gesellschaft, die sich über gequälte Hunde, Katzen und Nachtigallen aufregt, da nicht laut auf? Solche Anlagen dienen niemals dazu, Menschen gut und gesund zu ernähren, und auch nicht, um Menschen eine gute Arbeit zu geben. Sondern ausschliesslich dazu, ein paar wenigen noch mehr Profit zu verschaffen. Billiges Massenfleisch vom Discounter - Mastware. Bei den gesundheitlich empfohlenen ein bis zwei Portionen hochwertigen Fleischs pro Woche wäre solche Qual niemals erforderlich. Und Menschen hätten gute Arbeit in echter Landwirtschaft. Und Menschen in den Ländern, wo jetzt das Schweinefutter herkommt, hätten Ackerflächen.

  6. 6.

    Solange viele Menschen in den Supermarkt rennen weil z.B. Schnitzel im Angebot sind, wird sich an dieser Art der Tierhaltung nichts ändern. Da können NABU und wie die alle heißen nichts ändern.

  7. 5.

    Man fragt sich wie kann es so eine Genehmigung geben, jeder Häuselbauer muss eine Kleinkläranlge bauen, Stellplätze für Autos nachweisen u.s.w.. Dort wird die Gülle auf den Feldern entsorgt, die Lkw zerfahren die Straßen und stören erheblich die Ruhe in den Orten. Für so eine Genehmigung muss es eine Auflage für eine Umgehungstraße für die Zulieferer und eine Kläranlage geben.

  8. 4.

    Ist das ein Satirebeitrag? Menschen (!) essen Nahrungsmittel und dazu gehört auch Schweinefleisch. Wer etwas gegen Massentierhaltung hat, der muss zuerst etwas gegen die Massenbevölkerung in Deutschland und auf der Erde tun.

  9. 3.

    Brandenburg.... es kann so einfach sein. Die Wirklichkeit in Brandenburg übertrifft jede Satire. Leider. Www.es-kann-so-einfach-sein.net.

  10. 2.

    Der Anarchie der brandenburgischen Amtsstube Enhalt geboten.

  11. 1.

    Gott sei Dank, hoffentlich werden die Mastbetriebe auch mal in kleinerer Schweinestückzahl betrieben. Wer soll das denn alles essen? Ich möchte nicht wissen, wieviel davon weggeworfen wird. Mir tun die Schweine so leid :(

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