Schwarzer Staub in Welzow (Quelle: Grüne Zukunft Welzow)
Bild: Grüne Zukunft Welzow

Einschätzung des Landesumweltamtes - "Schwarzer Schnee" in Welzow nicht so giftig wie befürchtet

Die Bürger von Welzow können zunächst einmal aufatmen: Der "schwarze Schnee", der Mitte März über der Ortschaft niederging, enthielt zwar giftige Substanzen, aber die Konzentration der verschiedenen Stoffe, wie zum Beispiel Arsen, Blei, Chrom oder Quecksilber, lag weit unter den Grenzwerten, wie sie zum Beispiel für Kinderspielplätze gelten.

Zu diesem Ergebnis kommt das Landesumweltamt Brandenburg nach der Auswertung eines Prüfberichtes, der vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Auftrag gegeben worden war. "Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung lassen sich aus den Analysewerten nicht erkennen", heißt es in einem Schreiben des Landesamtes, das dem rbb am Donnerstag vorlag.

Bei Chrom nur ein Prozent des Grenzwertes erreicht

Wie daraus hervorgeht, liegt der Grenzwert für das chemische Element Chrom gemäß Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) bei 200 Milligramm pro Kilogramm Boden - in Welzow wurden aber lediglich 30 Milligramm gemessen. Die detaillierten Zahlen der Untersuchung finden Sie hier [externer Link].

Der Tagebau-Betreiber LEAG hatte eine extrem seltene Wetterlage für den schwarzen Staub verantwortlich gemacht. Außerdem habe es sich laut einer mineralogisch-petrographischen Untersuchung nicht um Kohlestaub, sondern um feinen Kippensand "in einer für die Lausitz typischen Zusammensetzung" gehandelt, hieß es. Doch die Bürgerinnen und Bürger wollten sich mit dieser Erklärung nicht zufriedengeben und fürchteten Folgen für ihre Gesundheit.

Wodkte warf Landesregierung Gutgläubigkeit vor

Der BUND hatte daraufhin Untersuchungen beim Umweltlabor "Eurofins Umwelt Ost" in Auftrag gegeben. Demnach waren in dem schwarzen Staub Quecksilber, Blei und Arsen enthalten. Hannelore Wodtke von "Grüne Zukunft Welzow" hatte die Ergebnisse am Mittwoch bekannt gemacht, doch eine genaue Einordnung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich. Es werde Zeit, dass "die Landesregierung eigene Untersuchungen anstelle, anstatt sich gutgläubig auf den Bergbaubetreiber zu verlassen", sagte Wodtke, die zugleich Vorsitzende des Welzower Umweltausschusses ist.

BUND wollte die Zahlen selbst nicht bewerten

Denn ob die gemessenen Konzentrationen die geltenden Grenzwerte überschreiten, ging aus dem Prüfbericht selbst nicht hervor. Auch der BUND hatte keine Einordnung vornehmen wollen, da unklar sei, welche Werte für Staubbelastung zu Grunde gelegt werden müsse, sagte ein Sprecher am Mittwoch dem rbb.

Die Einordnung der Zahlen erfolgte nun durch das Landesumweltamt. Dabei machte die Behörde deutlich, dass aus dem erstellten Prüfbericht nicht eindeutig hervorgehe, "um welche Art von Proben es sich handelt". Es sei sowohl von "Staub" als auch von "Boden" die Rede. Im Gesamtkontext sei aber davon auszugehen, "dass es sich um eine relative grobe Staubfraktion handelt". Daher seien die Prüf- und Vorsorgewerte gemäß der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung herangezogen worden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.05.2018, 17:30 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Hätte der BUND eine Bewertung der Messwerte vorgenommen, hätte er wohl keine Skandalisierung anstreben können.

  2. 4.

    Zitat: "Bei Chrom nur ein Prozent des Grenzwertes erreicht. Wie daraus hervorgeht, liegt der Grenzwert für das chemische Element Chrom gemäß Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) bei 200 Milligramm pro Kilogramm Boden - in Welzow wurden aber lediglich 30 Milligramm gemessen."

    30mg von 200mg sind allerdings 15% und nicht 1%.

  3. 3.

    Solange die Firma von der Politik als strategischer Wirtschagtsfaktor in der Region gesehen wird, passiert gar nichts.

  4. 2.

    Nach amerikanischen Grenzwerten müssten die Kohlelöcher sofort geschlossen werden. Allein Jänschwalde schleudert u.a.505 kg Quecksilber pro Jahr in die Luft, eines der schlimmsten Nervengifte. Dieser ganze Dreck landet zum Schluss in unserem Essen.
    Lt. LEAG war in Welzow die "einmalige" Wetterlage schuld. Falsch, der Dreck zieht ständig über die Stadt. Dumm nur das der Schnee das sichtbar gemacht hat.

  5. 1.

    Also ehrlich, wer soll denn so ein rumgeschwafel ernst nehmen. Entweder ich entnehme eine Probe, die im Übrigen draußen ebenfalls Temeperaturschwankungen und Erosion durch Wind und Wetter ausgesetzt ist bzw. war und stelle fest, was da drin ist oder aber ich rede und rede und rede um den heißen Brei herum. Kann doch nicht sein, dass Etwas vielleicht etwas oder ein bischen oder vielleicht doch nicht giftig ist. Was sind denn das für Leute, die damit beschäftig sind ? Redet doch mal KLARTEXT und nicht in so einem Kauderwelsch.

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