Olaf Scholz schaut zusammen mit Ministerprädident Woidke einem Auszubildenden bei der Arbeit zu (Quelle: rbb/Anne Holzschuh)
Audio: Antenne Brandenburg | 17.08.2018 | Anne Holzschuh | Bild: rbb/Anne Holzschuh

Bundesfinanzminister Scholz in Jänschwalde - Und noch ein Neuling im Revier

Die Bundespolitiker geben sich gerade in der Lausitz die Klinke in die Hand. Raus aus Berlin - mit den Leuten vor Ort über deren Probleme und Hoffnungen reden: Das scheint angesichts des Strukturwandels die Devise zu sein. Nun war Finanzminister Olaf Scholz da. Von Anne Holzschuh

Schweißen, Gewinde fräsen, Schaltkreise bauen: Dabei schauen Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) an diesem Freitag den Azubis im Kraftwerk Jänschwalde zu. Deutschlands Finanzchef ist auf Einladung der Staatskanzlei in der Lausitz gekommen und reiht sich damit in die Riege von Bundespolitikern ein, die in diesen Tagen zur Stippvisite ins Revier kommen.

Elisabeth Raake, Industriemechanikerin im zweiten Lehrjahr hat angesichts des bevorstehenden Strukturwandels eine klare Botschaft an die Politiker. Sie möchte auch in Zukunft in der Region bleiben und hier einen sicheren Arbeitsplatz haben. Sie wünscht sich, dass es "noch eine Weile geht mit der Kohle".      

Woidke: Nachteile müssen ausgeglichen werden

Das Energieunternehmen LEAG selbst will noch bis in die 2040er Jahre hinein Kohle verstromen.

Die brandenburgische Landesregierung steht hinter diesen Plänen, setzt aber gleichzeitig auf den Strukturwandel für die Lausitz. Schließlich soll eine Kohlekommission beim Bund bis zum Ende des Jahres ein Ausstiegsdatum und den zugehörigen Fahrplan für die Kohleregionen präsentieren. 

Ministerpräsident Woidke hat deutliche Erwartungen: Die Nachteile der Lausitz im Vergleich zu westdeutschen Regionen müssten endlich ausgeglichen werden. Dazu zählt Woidke die eingleisige Verbindung zwischen Lübbenau und Cottbus, die immer noch nicht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans verankert sei.

Olaf Scholz im Gespräch mit Auszubildenden (Quelle: rbb/Anne Holzschuh)
| Bild: rbb/Anne Holzschuh

Keine Almosen für die Lausitz

Insgesamt gebe es 40 Projekte, über die seit vielen Jahren mit der Bundesregierung diskutiert werde. Das müsse schneller gehen und es dürften keine Almosen gezahlt werden.

Wie viel Geld der Strukturwandel in der Lausitz kosten wird, dazu will sich Bundesfinanzminister Scholz nicht äußern. Das Geld sei aber da, stellt er klar: "Es ist sehr wichtig, dass wir sichergestellt haben, dass es prioritär verfügbare Mittel gibt, um den Strukturwandel möglich zu machen."

Jetzt gehe es darum, konkrete Pläne zu fassen und diese dann Stück für Stück umzusetzen.

Die Jugend muss bleiben

Immerhin macht Scholz, genau wie SPD-Chefin Andrea Nahles bei ihrem Lausitz-Besuch in dieser Woche, Hoffnungen auf einen Bestand der Energie-Region. Welche Energie die Basis sein wird, bleibt offen. Auf alle Fälle sieht Scholz die Lausitz gut gerüstet für die Energiewende.

Für die Auszubildenden in der LEAG keine schlechten Aussichten. Maria Tietze, Mechatronikerin im zweiten Lehrjahr, fasst das Treffen zusammen: Dass das Kraftwerk in Jänschwalde nicht ewig laufen wird, sei klar, sagt sie. Aber Tietze sieht schon das Bemühen, dass Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden. Wichtig sei, dass die Jugend in der Lausitz gebunden bleiben kann, damit nicht irgendwann nur Rentner und alte Menschen in der Region leben.  

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    In MeckPom, Sachsen-Anhalt und Sachsen regieren die schwarzen. Sieht es dort besser aus als in Berlin, Brandenburg und Thüringen? Sachsen ist das Billiglohnland Deutschlands.

    Nehmen Sie doch einfach mal Ihre parteipolitisch gefärbte Brille ab, vergessen Sie mal Ihre Vorurteile und betrachten die Fakten.

    Oder, (Zitat eines bekannten deutschen Kabarettisten)"Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."

  2. 1.

    Dort wo die Roten Regieren bzw. Agieren herrscht Armut/Mindestlohn und Perspektivlosigkeit.

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