Illustration eines sensorgesteuerten Parkmanagementsystems (Quelle: siemens.com/presse)
Audio: Antenne Brandenburg | 29.08.2018 | Florian Ludwig | Bild: Siemens AG Pressebilder/Presspic

Zukunftsprojekt Smart City Cottbus - Wenn das Navi den freien Parkplatz findet

Den Personalausweis von der Couch aus beantragen oder direkt zu einem freien Parkplatz gelotst werden? So könnte Cottbus in fünf bis zehn Jahren aussehen. Der Name des Projekts: Smart City. Die Vision wurde am Mittwoch auf einer Fachtagung in Cottbus vorgestellt. Florian Ludwig war dabei.

Sie schauen morgens in den Spiegel und merken, dass Ihre Frisur schon einmal besser ausgesehen hat. Der nächste Griff geht aber nicht zum Telefon, um beim Friseur nach einem Termin zu fragen. Stattdessen buchen sie ihn online. Auf dem Weg nach draußen schauen Sie noch auf die elektronische Wandtafel im Treppenhaus - wie wird das Wetter? - und buchen je nach Verkehrslage auf dem Handy ein Auto, E-Bike oder ein Straßenbahnticket. Alles reine Fiktion?

Cottbus arbeitet am Projekt "Smart City". Es geht darum, das Leben durch IT-Vernetzung effizienter zu machen. Am Mittwoch gab es in der Stadt dazu ein Expertentreffen unter anderem mit Vertretern kommunaler Unternehmen und des Bundeswirtschaftsministeriums. Sie haben Ideen vorgestellt, die in fünf bis zehn Jahren Wirklichkeit sein könnten.

Rene Waßmer vom Projekt "Wohnen leitet Mobilität" stellt auf der Konferenz zur Smart City Cottbus Ideen vor (Foto: rbb/Florian Ludwig)
| Bild: rbb/Florian Ludwig

Intelligente Parkplatzsuche

An der Digitalisierung von Cottbus wird seit einem Jahr gearbeitet. Es geht zum Beispiel darum, Parkplätze mit Sensoren auszustatten. Diese zeigen dann auf dem Handy an, wo etwas frei ist und wieviel das Ticket kostet. Zu den Partnern gehört unter anderem die Firma Siemens.

Beim Thema Mobilität ist das Verkehrsunternehmen Cottbusverkehr bereits mitten im digitalen Wandel. Digitale Fahranzeigen, Fahrplanapps - all das gibt es schon. In der Buchung von Fahrscheinen wolle man aber noch deutlich besser werden, erklärte Geschäftsführer Ralf Thalmann. "Wir wollen auch das Verkehrsangebot digitalisieren - Car-Sharing, Fahrrad, Autos, Bus Bahn alles miteinander vernetzen." Die Angebote könnten dann über eine App gebucht werden. Diese App wird gerade entwickelt, wann sie kommt ist noch offen.

Plan: Cottbus bekommt eine der modernsten Verwaltungen

Auch das Rathaus hat einiges vor. Der Chefinformatiker der Stadt, Gustav Lebhart, will in Cottbus in den nächsten fünf Jahren eine der modernsten Verwaltungen einführen. "Stellen Sie sich vor, dass jeder Bürger in Cottbus ein eigenes Bürgerkonto hat, wie bei Internetkaufhäusern. Er geht einkaufen, er könnte einen Pass beantragen oder - wenn wir ganz gut sind - werden wir den Bürger informieren, dass sein Pass in sechs Monaten abläuft." Die Cottbuser könnten dann online ein Passfoto schicken - "den Rest besorgen wir, ganz automatisch", sagt Lebhart.

Auch am Arbeitsplatz der Rathausmitarbeiter soll sich einiges verändern. Büroarbeitsplätze sollen zum Beispiel keine Telefone mehr haben. Kommuniziert wird komplett über den Computermonitor, unter anderem per Videochat.

Große Bedeutung in Zeiten des Strukturwandels

Der Oberbürgermeister von Cottbus, Holger Kelch, hat auf der Konferenz am Mittwoch die Bedeutung des Projekts für die Stadt betont. Gerade in Zeiten des Strukturwandels sei es wichtig, dass sich Cottbus im digitalen Bereich gut aufstelle.

Ähnlich sieht es Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Bereits vor einem Jahr erklärte er, dass die weitere Strukturentwicklung in der Lausitz nur gelingen könne, wenn die lokalen Akteure zusammen an neuen Ideen arbeiten würden. "Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung können gemeinsam eine Menge bewegen. Die Landesregierung begrüßt solche Initiativen und unterstützt sie nach Kräften. Schließlich könne Cottbus damit technologischer Vorreiter in Deutschland werden, so Woidke.

Dass gerade Cottbus zur "Smart City" wird, ist kein Zufall. Mittelgroße Städte sind gut geeignet, weil der Aufwand der Digitalisierung in Metropolregionen sehr groß ist, erklärte am Mittwoch Thilo Zelt von der "Initiative Intelligente Vernetzung". In kleineren Kommunen lohne sich wiederum der Aufwand noch nicht.

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