Ein Haus in Alwine (rbb/Kabisch)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.09.2018 | Anja Kabisch | Bild: rbb/Kabisch

Baustart in Alwine - Eine verfallene Siedlung auf dem Weg zum Erfinderdorf

Eine Südbrandenburger Siedlung sorgt international für Schlagzeilen: Alwine wird komplett versteigert, hieß es Ende 2017. Der erste Käufer kam, sah und zog sich zurück. Der zweite Käufer plant Großes. Nun rücken die ersten Handwerker an. Von Anja Kabisch

In der verfallenen Siedlung Alwine (Elbe-Elster), die durch ihre Versteigerung international in die Schlagzeilen geraten war, tut sich was. Der Käufer plant aus dem Ort bei Uebigau-Wahrenbrück ein Erfinderdorf zu machen. Schritt für Schritt. Am Donnerstag sind nun erstmal die ersten Handwerker angerückt.

Ein Bad mit Wasserschaden in einem Haus in Alwine (Foto: rbb/Kabisch)
Bild: rbb/Anja Kabisch

"Aus Mist Rosinen machen"

Container stehen vor Nr. 104, einem heruntergekommenen Block aus DDR-Zeiten. Mit lautem Krawumm landet eine alte Badewanne darin. Antal Gebhardt managt die Sanierung. "Es ist nicht einfach, aus diesem maroden, 30-jährigen Turm etwas Vernünftiges zu machen." Man müsse aus "Mist Rosinen machen", so Gebhardt.

Der Blick in eines der Bäder zeigt die bevorstehende Arbeit: alte Eisenrohre, dazu die Auswirkungen eines Rohrbruches. Einen fünfstelligen Betrag wird der Eigentümer hier reinstecken, in die Wohnungen und das Dach. Dieses wird im November neu gemacht.

Baucontainer vor einem Haus in Alwine (Foto: rbb/Kabsich)
Bild: rbb/Kabisch

Schlechte Erfahrungen mit alten Besitzer

Manfred Kern ist einer von 15 Bewohnern der Siedlung. Und er staunt: Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf tut sich etwas in Alwine. "Muss ja, ich brauche einen neuen Kachelofen." Der soll noch vor dem Winter eingebaut werden, wurde ihm versprochen.

Mit dem alten Alwine-Besitzer hatte er schlechte Erfahrungen gemacht. "Als ich da angerufen hatte, meinte die Sekretärin, dass er im Moment nicht da sei, ich sollte morgen nochmal anrufen. Einen Tag später hieß es dann 'unter dieser Nummer ist keiner mehr zu empfangen'. Fertig war's."

Schutt in einem Haus in Alwine (Foto: rbb/Kabisch)
Bild: rbb/Anja Kabisch

Visionen, die noch nicht in trockenen Tüchern sind

Das Wohnhaus ist das erste Sanierungsvorhaben. Andere folgen, einige Häuser werden dem Bagger zum Opfer fallen, bis irgendwann das Erfinderdorf mit bis zu 80 Wohnungen fertig sein wird.

Der neue Besitzer des Dorfs Alwine hat zwei Berliner Erfinderberater engagiert, die die Zukunft der Ortschaft mit ihren 15 Einwohnern planen sollen. Einer von ihnen ist Marian Jordan. Er denkt an einen Treffpunkt für Erfinder, vielleicht auch für Unternehmen, die hier Produkte testen können - "Das geht von Solar, Dachziegel, Fenster die möglicherweise energieerzeugend sind über Wasseraufbereitung. Natürlich wird hier Energie wichtig."

Noch ist das alles nicht in trockenen Tüchern, eher eine vage Zukunftsmusik. Bürgermeister Andreas Claus ist dennoch zuversichtlich: "Ohne Visionen kann nichts Großes entstehen."

Käufer Hick-Hack

Alwine war Ende 2017 für 140.000 Euro an einen Berliner Geschäftsmann versteigert worden. Dieser machte jedoch wenige Wochen später einen Rückzieher. Im März wurde dann ein neuer Investor, ebenfalls aus Berlin, gefunden. 

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