ARCHIV - Lebensmittelausgabe an Bedürftige am 15.10.2013 in den Räumen der Tafel des Albert-Schweitzer-Familienwerks Brandenburg e.V. in Cottbus (Brandenburg). (Foto: dpa/Patrick Pleul)
Video: Brandenburg aktuell | 17.10.2018 | Tim Jäger | Bild: dpa/Patrick Pleul

Armutsbericht - Auswirkungen in Südbrandenburg - Immer weniger Menschen können von ihrem Lohn leben

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die von ihrem Lohn leben können, geht laut dem aktuellen Armutsbericht zurück. Der Bericht ist am Mittwoch von der Nationalen Armutskonferenz vorgestellt worden. Das Fazit: Deutschlandweit seien die Löhne zu niedrig, zu viele Arbeitsverträge zeitlich befristet und es gebe zu viele Minijobs. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in Südbrandenburg wider. 

Kai Noack, stellvertretender Vorsitzender der Tafel Deutschland, beobachtet sie etwa mit Blick auf Cottbus, Spremberg (Spree-Neiße) und Lübben (Dahme-Spreewald). Die Nutzergruppe, die Hilfe von der Tafel benötige, habe sich in den letzten Jahren verändert,  sagte er im rbb am Mittwoch. "Waren es früher Sozialhilfeempfänger und Obdachlose, dann ALG 1- und ALG 2-Empfänger, sind es jetzt wirklich viele Menschen, die arbeiten gehen und trotzdem davon nicht leben können"; außerdem "viele alleinerziehende Mütter und Väter und es sind viele Leute momentan, die gearbeitet haben und jetzt in die Altersarmut rutschen".

Arbeitsmarktzahlen verbergen Problem

Diese Entwicklung ist überraschend, wenn man die sinkenden Arbeitslosenquoten auch in Südbrandenburg mit einbezieht. Die Art der Arbeitsverhältnisse, Teilzeitjobs oder auch befristete Verträge, spiegelten sich aber auf dem Lohnzettel wider, so der Armutsbericht. Oft sei der Hintergrund, dass den Betroffenen Schlüsselqualifikationen fehlen, also Schul- beziehungsweise Berufsabschlüsse. 

Laut Armutsbericht verdoppelte sich deutschlandweit die Zahl der sogenannten Erwerbsarmen in den vergangenen zehn Jahren.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.10.2018, 16:30 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Oft sei der Hintergrund, dass den Betroffenen Schlüsselqualifikationen fehlen, also Schul- beziehungsweise Berufsabschlüsse.

    Das ist für mich der Schlüsselsatz und daran kann auch keine Regierung oder Partei direkt etwas ändern, geschweige denn, daß sie dafür verantwortlich zu machen ist.

  2. 8.

    Altersarmut - arm und alt , braucht keiner !
    Danke Gerhard

  3. 7.

    "Diese Entwicklung ist überraschend, wenn man die sinkenden Arbeitslosenquoten auch in Südbrandenburg mit einbezieht."
    Stellen sich Journalisten absichtlich dumm oder ist es wirklich so schlecht um den Berufsstand bestellt?
    Wenn ich aus einem gut bezahlten Job zwei schlechte mache,sinken auch die Arbeitslosenzahlen,den Arbeitnehmern geht es aber schlechter. Einfache Logik. Wenn aber seit Jahrzehnten der einzige Fokus von allen nur auf die Arbeitslosenzahlen gelegt wird,um die wirtschaftliche Lage zu bewerten,braucht man sich über die Entwicklung auch nicht wundern.
    Davon mal abgesehen,dass die Zahlen bereinigt auch nicht viel niedriger sind als zu Höchstzeiten.

    Ebenso wird ständig über den Anstieg der Erwerbstätigenzahlen jubelnd berichtet,ohne diese auch mal kritisch einzuordnen. Die Medien werden ihren Aufgaben nicht gerecht.

  4. 6.

    Nach Woidkes Worten ist Mindestlohn eine Errungenschaft!

  5. 5.

    Leider entspricht das Realität - und die Meister der Befristungen sind die Berliner und Brandenburger Verwaltung. Ps die SPD sucht ein Thema zur Profilierung? Hier ist eines davon!!! Eine Schande für D und eine unglaubliche Entwürdigung für diejenigen, die tapfer arbeiten gehen und trotzdem nicht existieren können.

  6. 4.

    Und da bleibt mir nur dir die Frage:
    Was will die SPD dagegen tun ??? Bevor ihre Umfragewerte und ihre Zustimmung in der Bevölkerung weiter in den Keller gehen ?!
    Verursacher ist die SPD/Grüne- Koalition unter Schröder - dank Hartz-IV !!!

  7. 3.

    In den öffentlichen Medien höre und lese ich doch immer,uns geht es allen so gut....
    Deutschland ist doch sooooo reich...angeblich.
    Auch unsere Regierung predigt bei jeder Gelegenheit.."den Deutschen geht es so gut wie noch nie". Irgendwie passt dieser Artikel nicht ins Bild.

  8. 2.

    Für mich ist das überhaupt nicht überraschend. Die Firmen, gerade auch die kommunalen, verlassen die Arbeitgeberverbände und damit die Tarifverträge. Neu eingestellte Mitarbeiter werden außer Tarif (also niedriger) eingestellt, gern auch befristet. Ausscheidende Mitarbeiter werden durch Leiharbeitskräfte ersetzt. Klar sind das oft noch sozialversicherungspflichtige Jobs, aber die Lohnspirale zeigt eindeutig nach unten. Aber solange den Menschen für ihre Wahlentscheidungen Dieselfahrverbote und Flüchtlinge wichtiger sind, wird sich daran nichts ändern. Und da ist es auch nicht verwunderlich, dass die Löhne im Osten niedriger als im Westen sind. Es liegt nicht an der Himmelsrichtung sondern daran, dass im Osten nur ein Drittel(!) der Firmen nach Tarif bezahlen braucht. Und das könnte jede Regierung korrigieren, falls sie es wöllte.

  9. 1.

    Danke GrKo!

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