Ein Windrad dreht sich vor den Kühltürmen des Kraftwerks der Vattenfall Europe AG im brandenburgischen Jänschwalde (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video: rbb|24 | 29.11.18 | Bild: dpa-Zentralbild

Standort wahrscheinlich in Cottbus - Die Lausitz erhält ein Bundesinstitut für den Klimaschutz

Wie kann man den CO2-Ausstoß der Schwerindustrie verringern? Dieser Frage wird ab dem nächsten Jahr ein neues Bundesinstitut in der Lausitz nachgehen. Das neue "Kompetenzzentrum" wird vermutlich in Cottbus angesiedelt. 

Der Bund richtet im kommenden Jahr ein "Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien" in der Lausitz ein. Das Zentrum soll seinen Sitz in Cottbus haben, sagte Landeswirtschaftsminister Jörg Steinbach dem rbb.

Das neue Kompetenzzentrum soll die "Dekarbonisierung energieintensiver Prozesse" voranbringen. Das heißt, dass der CO2-Ausstoß der Schwerindustrie verringert werden soll. Dafür muss der Forschungsbedarf ermittelt und Finanzierungsmöglichkeiten identifiziert werden.

Das Zentrum soll mit Forschungseinrichtungen an der BTU zusammenarbeiten und sich auch mit der Industrie austauschen. In erster Linie richte sich das KEI an Branchen wie Stahl-, Zement-, Kalk- oder chemische Industrie. Die Erkenntnisse sollen dann auch in anderen Branchen nutzbar sein, heißt es.

Zwei Millionen Euro für das neue Zentrum

Das Bundesumweltministerium teilte mit, im Bundeshaushalt 2019 seien insgesamt zwei Millionen Euro für das neue Zentrum vorgesehen. Erste Gespräche mit der Landesregierung Brandenburg und mit Vertretern der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg hätten bereits stattgefunden.

Steinbach begrüßte in einer Mitteilung die Ankündigung, das Institut in der Lausitz anzusiedeln. "Dies wird die erste Bundeseinrichtung dieser Art in Brandenburg und das Thema ist von vitalem Interesse für ganz Deutschland", erklärte der Wirtschaftsminister. Es werde ein Grundstein gelegt für die zukünftige Entwicklung der Region.

Bundesministerium löst versprechen ein

Bundesumweltministerin Svenja Schulze teilte mit, mit dem Kompetenzzentrum ein Versprechen einzulösen und "im Sinne des notwendigen Strukturwandels eine zukunftsorientierte Bundeseinrichtung in der Kohleregion Lausitz" anzusiedeln. Im Zuge des laufenden Strukturwandels war die Ansiedlung von Bundesbehörden in der Lausitz seit längerem ein Thema.

Schulze erwartet erhebliche Synergien mit den Unternehmen vor Ort und der BTU Cottbus-Senftenberg. Die Einrichtung des Zentrums sei zugleich ein Signal, dass man es ernst meine mit dem Erhalt und der klimafreundlichen Entwicklung des Industriestandorts Deutschland. "Er ist das Rückgrat unserer Gesellschaft", so Schulze.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ich kritisiere überhaupt nicht die Ansiedelung des Instituts. Im Gegenteil! Ich befürworte das. Wenn Sie jetzt behaupten, es gingen nicht "um 5 Euro mehr oder weniger" - da haben Sie recht. Davon spreche ich auch nicht. Ich spreche von einer 3/4 Milliarde! Die soll Herr Woidke von seiner märchenhaften 60-Milliarden-Forderung bitteschön streichen - falls meine Annahme stimmt, dass dort 100 Jobs entstehen.

    Und Sie haben nochmal recht. Woidkes Ziel ist es nicht, Klimaschutz zu verhindern. Er verhindert ihn trotzdem. Sozusagen "nebenbei". Auf Druck der Braunkohle-Lobby. Wohl nirgendwo sonst werden Milliarden mit so wenig (!) Mitarbeitern umgesetzt. Jede andere Branche ist dagegen ein reines Jobwunder. Dieses Institut ist nur eines von vielen Beispielen dafür, was man mit wenig Geld alles machen könnte.

  2. 2.

    Es geht hier nicht um 5€ mehr oder weniger, es geht darum, dass eine Region, der durch begründete Entscheidungen der Politik die wirtschaftliche Basis entzogen wird, einen Anspruch auf eine wirtschaftliche Zukunft hat! Das zu ermöglichen ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Und wenn sich Herr Woidke dafür einsetzt, ist das kein Grund für Schmähungen. Es geht hier nicht darum, Klimaschutz zu verhindern (eine dumme, rufschädigende Borniertheit von Argumentationsresistenten) sondern um eine faire Chance für die Lausitz. Sie sind der Meinung, das wäre zu viel verlangt? Wir sollten die gut ausgebildeten Menschen nach Süddeutschland abwandern lassen und uns über die Almosen des Arbeitsamtes freuen? Ist das Ihre Vorstellung von unserer Zukunft?

  3. 1.

    Wieviele Mitarbeiter wird das Institut haben? Diese Zahl muss von den 8000 noch bestehenden Arbeitsplätzen in der Braunkohle (Brandenburg) abgezogen werden, wenn man Woidkes Totschlagargument "Arbeitsplätze" folgt. Er will 60 Milliarden, also pro Arbeitsplatz 7,5 Millionen. Wenn im neuen Institut z.B. 100 Stellen vorhanden sein werden, müsste Woidke seine ominöse Forderung um immerhin 750 Millionen Euro senken! Tut er das? Oder denkt er, bei so einer Märchensumme kommt es auf die eine oder andere knappe Milliarde (!) auch nicht an?

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