Schweinemastanlage Tornitz (Foto: rbb/Screenshot)
Audio: Antenne Brandenburg | 17.12.2018 | Iris Wussmann | Bild: rbb

Schweinemastanlage Tornitz - Defekter Güllebehälter muss schnellstmöglich abgepumpt werden

Ein undichter Güllebehälter in der Schweinemastanlage, erhöhte Nitrat- und Sulfatwerte im Grundwasser - nun das Krisengespräch: Das Landesumweltministerium hat sich am Montag mit dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Potsdam getroffen - und Lösungen gefunden.

Zum Schutz des Grundwassers hat das Brandenburger Umweltministerium sofortige Maßnahmen in der Schweinemastanlage in Tornitz bei Vetschau (Oberspreewald-Lausitz) angeordnet.

Der offenbar undichte Güllebehälter in Brandenburgs größter Schweinemast soll baldmöglichst abgepumt werden, hieß es nach einem Krisengespräch am Montag. Spätestens am Dienstag soll die Untere Wasserbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz für ein Umpumpen in andere Behälter sorgen. Parallel soll bis Ende nächster Woche auch bei zwei bis drei weiteren Güllebecken in der Anlage geschaut werden, ob sie dicht sind.

Das Leck soll für erhöhte Nitrat-, Nitrit-, Ammonium- und Sulfatwerte im Umfeld verantwortlich sein - Stoffe, die als krebserregend gelten.

Gefahr in Verzug

Außerdem könnte Strafanzeige gegen den Betreiber wegen Gewässerverunreinigung - also der Verletzung der Betriebspflichten - gestellt werden. Das empfahl der zuständige Abteilungleiter im Umweltministerium, Kurt Augustin, am Montag.

Noch vor einer Woche war im Landtag die Rede davon, dass es zunächst eine Anhörung geben soll. Das ist jedoch wieder vom Tisch. Weil Gefahr in Verzug sei, müsse schnell etwas passieren.

Der Betreiber, die Bolart GmbH, kann noch klagen. Dann muss ein Gericht entscheiden. Der Geschäftsführer möchte sich nicht öffentlich äußern.

Offene Fragen an den Landkreis

Die erhöhten Werte im Umfeld der Anlage sind seit 2013 bekannt. Deshalb gab es unter anderem vom Naturschutzbund (NABU) immer wieder Kritik, dass der Kreis zu lange zugesehen und nicht gehandelt habe. Ein Nachspiel hat das für das Umweltministerium offenbar nicht.  

Seit vergangener Woche läuft eine rbb-Anfrage beim Landkreis, warum es so lange gedauert hat. Sind die offenbar alten Behälter bei der Zulassung der Anlage überprüft worden? Eine Antwort steht noch aus.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ist ja niedlich , das Umweltamt schreitet ein um bloß nicht den Verdacht aufkommen zu lassen das selbige erst einmal all diesen Bauvorhaben den Weg geebnet hat um errichtet zu werden und unter der Maxime des Landwirtschaftsminister und grüne Woche-Vorkoster Vogelsänger flächendeckende Landwirtschaft, als ehemaliger Reichsbahner versteht man darunter Tierhaltung war nichts anderes zu erwarten.
    Übrigens zur oberen Wasserbehörde im Landesamt für UMWELT Brandenburg spricht man in einem anderen Fall in der Uckermark die Empfehlung an die genehmigende untere Wasserbehörde in Prenzlau aus ,um eine Freiland-Legehennenanlagen-Erweiterung in einer seit 6 Jahren angemeldeten TRINKWASSERSCHUTZZONE 3 für ca 1000 Trinkwasseranschlüsse zu genehmigen, das Gebiet soweit zu verkleinern das die Anlage dann außerhalb des Gebietes liegt. Kriminell, dummdreist oder bauernschlau, das ist hier die Frage ??

  2. 2.

    Sehr geehrte Redaktion,
    warum sollte sich aufgrund einer bloßen Kritik seitens des NABU oder einer Anfrage des RBB an den Landkreis ein Nachspiel für das zuständige Umweltministerium ergeben?

  3. 1.

    Bitte - zum Schuz der Schweine UND der Umwelt - die Anlage komplett und für immer schliessen und nicht wieder eröffnen!

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