SYMBOLBILD: Ein moderner ICE steht im Hauptbahnhof München (München)
Audio: Antenne Brandenburg | 09.01.19 | Christian Matthée | Bild: imago/Winfried Rothermel

Bundesregierung sieht keine Umsetzung - Die Lausitz bekommt vorerst keinen ICE-Anschluss

Es ist eine der zentralen Forderungen der Kohlekommission: eine neue ICE-Verbindung zwischen Berlin, Cottbus und Breslau. Doch der Bund erteilte dieser vorerst eine Absage - es fehle eine Zulassung für Polen und auch sonst würde sie sich nicht rentieren.

Die Lausitz wird vorerst nicht an das ICE-Fernverkehrsnetz der Bahn angeschlossen. Dies teilte das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag mit.  

In der Antwort des Ministeriums heißt es, ein grenzüberschreitender Verkehr mit ICE-Zügen sei derzeit nicht möglich. Überdies habe eine frühere Bewertung des Streckenabschnitts Cottbus-Görlitz ergeben, dass dieses Projekt "nicht gesamtwirtschaftlich vorteilhaft" sei.

Wunsch nach besserer Anbindung

Die Fraktion bezog sich in ihrer Anfrage auf den Vorschlag des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), eine ICE-Verbindung zwischen Berlin und Breslau einzurichten. Eine solche Verbindung könne beispielsweise über die Städte Cottbus, Weißwasser und Görlitz verlaufen. Vor dem Hintergrund eines möglichen Kohleausstiegs müssten laut den Fragestellern zuerst wirtschaftliche Perspektiven für die Region geschaffen werden. Dazu gehöre auch eine bessere Verkehrsanbindung und Infrastruktur.

Keine Kompatibilität mit polnischem Stromnetz

In seiner Antwort bezieht sich das Bundverkehrsministerium auch auf die bereits existierende Bahnverbindung zwischen Breslau und Berlin über Frankfurt (Oder). Die bestehende Kooperation mit den polnischen Verkehrsbetrieben sehe demnach keine Erweiterung des Schienennetzes oder eine andere Strecke durch die Lausitz vor.

Das Hauptproblem für einen grenzüberschreitenden ICE-Verkehr sei aber die fehlende Kompatibilität der Züge mit dem polnischen Stromnetz. Zudem sei es nicht möglich, "da für die ICE-Züge keine Zulassung für Polen vorliegt", heißt es weiter.

Elektrifizierung der Strecke Cottbus-Görlitz geplant

Voraussetzung für eine mögliche ICE-Verbindung von Berlin über Cottbus und Görlitz nach Breslau ist die vollständige Elektrifizierung der Strecke und die Möglichkeit, die Trasse mit 160 km/h befahren zu können. Auf Druck des sächsischen Verkehrsministers Martin Dulig soll das Projekt aber über das Elektrifizierungsprogramm des Bundes finanziert werden.

Ende Januar soll die Kohlekommission ihren Fahrplan für einen möglichen Kohleausstieg präsentieren. Inwiefern Infrastrukturprojekte Teil des Plans sind, wird sich dann herausstellen.

 

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Wenn wenigstens öfter am Tag ein IC fahren würde und dieser nicht an jeder kleinen Haltestelle halten würde. Aber nein das gibt es leider auch nicht.
    Das ist echt traurig zuzusehen was hier passiert. Von Wandel kann keine Rede sein, eher ein Strukturabriss.

  2. 2.

    Ein vertakteter EC von Berlin über Cottbus und Görlitz nach Breslau wäre schon ein Fortschritt. Für schnelle ICEs erscheinen mir die Strecken von Berlin nach Warschau und von Berlin über Dresden und Prag nach Wien wichtiger.

  3. 1.

    Der Staatskonzern scheint kein Interesse daran zu haben, die Technik für diese oder ähnliche, meist strukturschwache, Regionen bereit zu halten. Interessant hierzu ist der Umgang mit der dieselelektrischen ICE Baureihe bspw.: https://de.wikipedia.org/wiki/DB-Baureihe_605

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